DauertestTrek Slash 8

Dan Hooper

 · 05.09.2013

Dauertest: Trek Slash 8Foto: Jan Greune
Dauertest: Trek Slash 8

Ist das Enduro von Trek dem Bikepark-Einsatz gewachsen? BIKE-Schrauber Dan Hooper hat mit dem Slash aufgedreht.


Dauertest-Leistung: 3.128 km | 48.240 hm

Alles klar, Mr. Slash? Du hast zwar nicht wie Dein Namensvetter mit Guns N’ Roses abgerockt, bist mit mir aber Alpen-Trails in der Schweiz, in Frankreich, Italien und Deutschland runtergeknattert. Bergauf musste ich mich dank Deines stolzen Gewichts ganz schön ins Zeug legen, um mit den anderen mithalten zu können. Aber technische Downhills mit Dir versetzten meinen Körper stets in Ekstase, waren wie Headbanging über Wurzeln und durch Anlieger. Treks Slash ist ein modernes Super-Enduro, das die Nähe zu seinem Bruder Remedy nicht verleugnen kann. Für höhenmeterhungrige Tourer ist jedoch das Remedy die bessere, weil deutlich besser kletternde Wahl.

Verlagssonderveröffentlichung

Ein wenig Stress bereitete mir die Kettenführung, die nach wenigen Kilometern unter dem Pedaldruck abbrach. Für die Einstellung von DRCV-Gabel und Dämpfer braucht man keinen IQ wie Einstein. Das hätte wahrscheinlich sogar Rock-Gittarist Slash nach einer durchzechten Nacht hingekriegt. Durch meine abfahrtsorientierten Einsätze bei Shuttle-Touren und im Bikepark habe ich das Slash fast ausschließlich in der Einstellung mit dem 0,5 Grad flacheren Lenkwinkel gefahren. Die lässt sich mit einer Schraube an der Wippe verstellen. Die flache Einstellung verpasst dem Slash mit seinem 65,7 ”Lenkwinkel” Grad eine moderne Enduro-Geometrie. Für lange Touren jedoch ist das Oberrohr zu kurz. Sehr begeistert war ich gegen Ende des Dauertests vom Bontrager-Laufradsatz: Lager und Freilauf haben mich nicht im Stich gelassen. Eine beeindruckende Generalprobe, Mr. Slash!


Fazit: Das Slash hat gerockt! Die von Trek getunte DRCV-Federung von Fox holt alles aus dem harmonischen Fahrwerk heraus. Ein Reifentausch verleiht dem Alu-Enduro mehr Grip und macht es noch schneller. Der Preis ist stolz, dafür ist das Bike haltbar.


Funktionalität *****
Haltbarkeit *****
(max. 6 Sterne)


DEFEKTE

• 60 km: Kettenführung K.o.
Beim Treten touchierte das große Kettenblatt die Kettenführung und riss ab. Ersetzt und angefeilt.
• 500 km: Kein Druckpunkt
Der Druckpunkt bei den Elixir-CR-Bremsen wurde immer schwammiger. Bremsen entlüftet
• 1100 km: Erster Service
Kette und beide Bremsbeläge verschlissen. Neue Kette und Beläge vorne und hinten montiert.
• 1860 km: Reifenwechsel
Bontrager-Reifen hinten abgefahren. Auf Schwalbe Fat Albert in 2,4-Zoll-Breite gewechselt.
• 2800 km: Zweiter Service
Erneut Kette und Bremsbeläge hinten und vorne getauscht.

  Abgebrochen: Die vormontierte Kettenführung überstand nur wenige Kilometer. Das Ersatzteil hielt, aber nur dank ein wenig feilen.Foto: Georg Grieshaber
Abgebrochen: Die vormontierte Kettenführung überstand nur wenige Kilometer. Das Ersatzteil hielt, aber nur dank ein wenig feilen.
  Die Kabelführung für die Vario-Stütze verschwindet unauffällig im Sitzrohr.Foto: Georg Grieshaber
Die Kabelführung für die Vario-Stütze verschwindet unauffällig im Sitzrohr.
  Rider: Dan Hooper, BIKE-Schrauber; Fährt Bike seit 1988; Gewicht/Größe 94 kg/1,92 m; Fahrertyp All Mountain/Enduro; Lieblingsrevier Finale LigureFoto: Jan Greune
Rider: Dan Hooper, BIKE-Schrauber; Fährt Bike seit 1988; Gewicht/Größe 94 kg/1,92 m; Fahrertyp All Mountain/Enduro; Lieblingsrevier Finale Ligure

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