DauertestRotwild R.E1 FS Edition

Josh Welz

 · 05.06.2012

Dauertest: Rotwild R.E1 FS EditionFoto: Daniel Simon
Dauertest: Rotwild R.E1 FS Edition
Wie ein Edel-SUV verbindet das Rotwild E1 Fahrkultur mit Offroad-Qualitäten. Das geringe Gewicht und die sportliche Geometrie empfehlen das Enduro dabei auch für den Touren-Einsatz.


Dauertest-Leistung: 2.600 Kilometer

Man kann es gar nicht oft genug sagen: BIKE-Redakteure sind privilegiert. Deshalb wühlen die Wenigsten bei der Wahl des Dauertest-Bikes in der 2000-Euro-Volksklasse. Na ja, das Rotwild E1 Edition kostet 6.999 Euro. Privileg hin oder her, da fühlt man sich selbst als Chefredakteur schuldig. Vielleicht habe ich dem Bike deshalb so wenig Pflege angedeihen lassen, habe es bei jedem Dreckswetter durchgenudelt und bin mit Schmierstoff so geizig umgegangen, als wäre es Trüffelöl. Irgendwie wollte ich das Bike für meine eigene Maßlosigkeit büßen lassen.

Angesichts solch unbarmherziger Bedingungen hat sich das E1 formidabel verkauft. Bei zwar überschaubarer Laufleistung, aber schonungsloser Nutzung, musste zweimal die Kette gewechselt und die hydraulische Stütze mehrmals entlüftet werden. Der Crank-Bros-Vorbau wurde mangels Drehmomentschlüssel ein Opfer roher Gewalt. Alles zu verkraften, wäre da nicht die zickige XTR-Bremse. Weil immer wieder die Bremsleistung rapide nachließ, waren allein zwischen Herbst und Frühjahr fünf Belagsätze fällig. Hintergrund: Bei Matsch und Schlamm schmodderten die Beläge zu und bremsten sich nicht mehr frei.

Über diese Mängel hinaus ist das E1 ein Enduro par excellence: leicht, kletterfreudig und pfeilschnell im Downhill. Ein vortriebsstarkes Long-Travel-Bike, das man gerne mit auf Tour nimmt. Fazit: der Porsche Cayenne unter den Mountainbikes. Das E1 Edition geht unverschämt souverän durch jedes Terrain. Das 2012er-Modell kommt mit einer sechs Millimeter kürzeren Kettenstrebe – dadurch wird es etwas verspielter werden, was ihm gut tut. Mit Alu- statt Carbon-Laufrädern kostet es dann 5999 Euro.

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DEFEKTE / VERÄNDERUNGEN:
1. Kettenführung verschlissen – 600 km: Bionicon-Kettenführung montiert
2. hydraulische Sattelstütze geht wiederholt zäh – 1300/1500 km: Stütze entlüftet und geschmiert
3. Freilauf knackt – 1500 km: Freilauf gereinigt und gefettet
4. Bremsleistung lässt wiederholt nach – 1600-2600 km: Bremsbeläge (5 Sätze) verdreckt
5. Kette gerissen – 2550 km: Kette wurde ersetzt


Funktion ******
Haltbarkeit ****
(max. 6 Sterne)

  BIKE-Chefredakteur Josh Welz unterwegs im GeländeFoto: Daniel Simon BIKE-Chefredakteur Josh Welz unterwegs im Gelände
  Guide zeigte mehr Führungsstärke als die Original-Kettenführung.Foto: Daniel Simon Guide zeigte mehr Führungsstärke als die Original-Kettenführung.  Schlecht-Wetter-Zulage: Die XTR-Beläge schmieren zu und verlieren Bremsleistung. Sechs Sätze waren fällig.Foto: Daniel Simon Schlecht-Wetter-Zulage: Die XTR-Beläge schmieren zu und verlieren Bremsleistung. Sechs Sätze waren fällig.
Josh Welz

Josh Welz

Chefredakteur

Josh Welz ist studierter Sportjournalist und prägt als Chefredakteur die publizistische Ausrichtung der BIKE. 2016 griff Welz den E-Trend auf und entwickelte den Titel EMTB. Entsprechend bewegt er sich gerne zwischen den Welten. Da seine Begeisterung für knackige Trails aber größer ist als sein Trainingsfleiß, schlägt das Pendel häufig in Richtung „E“ aus.

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