Enduro

Das Merida-Enduro One-Sixty 7.900 im Einzeltest

BIKE Magazin

 · 15.01.2015

Das Merida-Enduro One-Sixty 7.900 im EinzeltestFoto: Markus Brehler

Federweg satt und robuste Komponenten kennzeichnen das Topmodell der Enduro-Linie von Merida. Wir haben es für diesen Fahrbericht über die Isartrails gejagt und keinen Drop ausgelassen.

  160 Millimeter Federweg vorne und hinten, ein 65er-Lenkwinkel und eine Tretlagerhöhe von 341 Millimeter charakterisieren das One-Sixty.Foto: Daniel Simon
160 Millimeter Federweg vorne und hinten, ein 65er-Lenkwinkel und eine Tretlagerhöhe von 341 Millimeter charakterisieren das One-Sixty.

Für die 2015er-Saison hat auch Merida sein Enduro-Modell One-Sixty auf 27,5-Zoll-Laufräder aufgebockt. Im Zuge dieser Veränderung wurde das Oberrohr verlängert und soll nun in Kombination mit einem 45er-Vorbau mehr Kontrolle vermitteln. Um die Traktion bei steilen Uphills zu verbessern, wuchsen die Kettenstreben zudem auf 438 Millimeter an. Es gibt drei Modelle des Merida One-Sixty, welche sich preislich zwischen 2250 und 3800 Euro bewegen. Alle Modelle sind in den Größen S, M, L und XL zu haben.

  Doppelt hält besser: Profilierte Zähne und eine Kettenführung halten die Kette in Zaum.Foto: Daniel Simon
Doppelt hält besser: Profilierte Zähne und eine Kettenführung halten die Kette in Zaum.

An der Ausstattung mangelt es dem One-Sixty 7.900 nicht

Wir durften das 3800 Euro teure Topmodell in schickem Blau-rot testen. Das One-Sixty 7.900 ist durch die Bank mit hochwertigen und zuverlässigen Parts ausgestattet. Ein Großteil der Parts kommt von Sram, so wird etwa die Kraft durch die voll und ganz Enduro-taugliche X01-Kurbel auf den Boden gebracht. Egal wie wild man fährt, die Kette bleibt dank der MRP-Kettenführung immer an Ort und Stelle.

  Langes Steuerrohr und großer Lenker-Rise ergeben ein hohes Cockpit. In Kletterpassagen lässt sich die Gabel absenken.Foto: Daniel Simon
Langes Steuerrohr und großer Lenker-Rise ergeben ein hohes Cockpit. In Kletterpassagen lässt sich die Gabel absenken.

Auch beim Fahrwerk wird nichts dem Zufall überlassen. Vorne federt eine Rock Shox Pike, die sowohl über drei Druckstufen-Modi verfügt als auch abgesenkt werden kann. Für ein ausgeglichenes Fahrwerk sorgt das Rock Shox Monarch Plus DebonAir-Federbein, das ebenfalls über die drei Plattform-Einstellungen verfügt. Allerdings fällt der Climb-Mode an der Gabel etwas härter als am Dämpfer aus, was im Fahrbetrieb jedoch nicht wirklich stört. Für ein uneingeschränktes Enduro-Vergnügen darf eine Teleskopstütze wie die Reverb Stealth natürlich nicht fehlen. Verzögert wird mit Shimano XT Bremsen, während die Schwalbe-Reifen für den nötigen Bodenkontakt sorgen.

  Der VPP-Hinterbau könnte effizienter arbeiten und erfordert einen runden, gleichmäßigen Tritt.Foto: Daniel Simon
Der VPP-Hinterbau könnte effizienter arbeiten und erfordert einen runden, gleichmäßigen Tritt.

Labor- und Messwerte zum Merida One-Sixty

Nun genug des Tech-Talk. Beim ersten Draufsetzen fällt sofort die moderne Geometrie mit langem Oberrohr auf. In Verbindung mit dem kurzen Vorbau nimmt man dennoch eine bequeme Sitzposition ein. Das lange Steuerrohr und der Lenker mit hohem Rise sorgen für ein hohes Cockpit, was sich vor allem in steilen Passagen bergab durch eine gute Kontrolle und hohe Sicherheit bemerkbar macht. Beim Klettern ist der Griff zur Gabelabsenkung jedoch Pflicht. Das Bike lässt sich trotz des eher üppigen Gewichts von 14,25 Kilogramm ordentlich beschleunigen, was unter anderem an den sehr gut rollenden Reifen liegt. Schwalbe Hans Dampf vorne mit Semislick Rock Razor hinten.

Das alte Lied beim VPP-Hinterbau

Solange man mit ruhigem Tritt im Sitzen fährt, sind beim One-Sixty kaum Antriebseinflüsse zu spüren. Wird jedoch eine Wiegetrittattacke gestartet, sind bei dem VPP-Hinterbau deutliche Antriebseinflüsse spürbar. Durch den Kettenzug zieht es den Dämpfer auseinander. Diesen Effekt kann der Monarch-Plus-Dämpfer leider nicht vollständig eliminieren, aber durch die Plattform eingrenzen. Geht es erst einmal bergab, ist das One-Sixty in seinem Element. Das Handling ist trotz laufruhigem 65er-Lenkwinkel ausreichend agil und das Fahrwerk saugt alle Schläge sensibel auf. Das Merida steht konstant im Federweg und man hat nie das Gefühl, einfach durch den Federweg zu rauschen. Leider ist der Pedalrückschlag auch ohne Pedalieren in starken Kompressionen spürbar.

  Meridas Enduro liegt sauber in der Luft und erlaubt gute Airtime.Foto: Markus Brehler
Meridas Enduro liegt sauber in der Luft und erlaubt gute Airtime.

Das One-Sixty im harten Gelände

Auch beim Springen macht das Merida eine gute Figur und lässt sich spielerisch durch die Luft bewegen. Enttäuscht wird man nach dem obligatorischen Waschgang nach der Ausfahrt, denn dann kommen viele kleine Lackschäden ans Licht. Diese könnten durch einen Unterrohrschutz oder zumindest eine Lackschutzfolie minimiert werden.

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