Solider AllrounderKona Remote Control im Kurztest

Tobias Brehler

 · 24.09.2019

Solider Allrounder: Kona Remote Control im KurztestFoto: Robert Niedring
Solider Allrounder: Kona Remote Control im Kurztest
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Kona ist bekannt für Freeride-Bikes mit mächtig Spieltrieb. Entsprechend gespannt waren wir auf das Remote Control, Konas erstes E-Mountainbike.

Integrierte Akkus mögen schick sein, aber leider auch sehr schwer. Das predigen wir in jeder Ausgabe, und man kann das gar nicht oft genug betonen. Das Remote Control zeigt das Dilemma leider besonders deutlich. 25,2 Kilo (Rahmengröße M!) lassen die Bandscheiben aufschreien, als wir das Bike aus dem Bus bugsieren. Das Remote Control richtet sich an Trailbiker, die bergauf wie bergab Spaß haben wollen. Der Hinterbau quetscht 132 Millimeter Federweg aus dem Rockshox-Deluxe-Dämpfer, die Yari-Gabel bietet 150 Millimeter. Die Sitzposition fällt ausgewogen aus.

Verlagssonderveröffentlichung

Je steiler sich der Berg vor dem Vorderrad auftürmt, desto mehr überzeugt das Kona: Die ultra langen Kettenstreben (483 mm) drücken das Vorderrad auf den Boden, als würde ein Sandsack drauf lasten. Der kraftvolle Bosch tut sein Übriges und schiebt Bike und Biker jeden Anstieg hinauf. Nur der schwach profilierte Maxxis-Rekon-Reifen limitiert die Kletterorgie, insbesondere bei nassem Geläuf. Bergab lässt das Kona dagegen Federn: Die Geometrie stimmt zwar (flacher Lenkwinkel, langer Reach), doch das Fahrwerk kann nicht überzeugen: Die Yari-Gabel in unserem Test-Bike arbeitet hakelig (das sind wir so von diesem Modell nicht gewohnt!), und der Hinterbau bietet wenig Komfort und wirkt etwas hölzern, wenn man die kraftvollen Guide-RE-Bremsen öffnet.

Auch das hohe Gewicht und die ellenlangen Kettenstreben dämmen den Fahrspaß, jeder Sprung wird zum Kraftakt. Bei hoher Geschwindigkeit stören die Plus-Reifen mit federndem und schwammigem Fahrgefühl. Auch schade: Die Sattelstütze hat nur wenig Hub, in Kombination mit dem sehr kurzen Sattelrohr bekommen langbeinige Piloten Probleme.

Fazit zum Kona Remote Control

Kona hat mit dem Remote Control einen soliden Allrounder im Angebot, der vor allem an steilen Anstiegen glänzt. Weniger versierte Piloten bekommen ein gutmütiges Bike, guten Biker wird das Bike zu wenig agil sein.


PLUS Starke Klettereigenschaften, Kraftvoller Motor
MINUS Schwer, ingeschränkter Spieltrieb

  Kona Remote Control: Die Kona-Tele-Stütze hat nur 120 Millimeter Hub. In Kombination mit dem sehr kurzen Sitzrohr wird die Sitzhöhe lang-beinigen Piloten nicht ausreichen.Foto: Markus Greber
Kona Remote Control: Die Kona-Tele-Stütze hat nur 120 Millimeter Hub. In Kombination mit dem sehr kurzen Sitzrohr wird die Sitzhöhe lang-beinigen Piloten nicht ausreichen.
  Kona Remote Control: Dank Powertube-Akku ist im Rahmen-dreieck Platz für einen Flaschenhalter, top für Touren-Fahrer. Die aufgeschweißten Gewinde wirken allerdings etwas lieblos.Foto: Markus Greber
Kona Remote Control: Dank Powertube-Akku ist im Rahmen-dreieck Platz für einen Flaschenhalter, top für Touren-Fahrer. Die aufgeschweißten Gewinde wirken allerdings etwas lieblos.


Reichhöhe 1258 hm
Zeit/500 hm4
22:30 min
Preis 4699 Euro


ANTRIEB
Motor Bosch Performance CX
Maximales Drehmoment¹ 75 Nm
Akku¹ / -Gewicht² / Preis Ersatz-Akku Bosch Powertube, 500 Wh, 3106 g / 789 Euro
Schaltung Sram GX (11fach)
Übersetzung (v. / h.) 14; 11–42
Display / Größe Purion / 31,5 x 31,5 mm


AUSSTATTUNG
Gabel / Dämpfer Rockshox Yari RC / Rockshox Monarch Plus
Federweg¹ (v. / h.) 150 mm / 132 mm
Teleskopstütze Kona, 120 mm
Bremse / Disc Ø (vorne / hinten) Sram Guide RE 200 mm / 180 mm
Laufräder WTB STI i40 Systemlaufräder
Laufradgröße 27,5+''
Reifen Maxxis Rekon+ EXO TR, 27,5 x 2,8 Zoll


MESSWERTE²
Größen / Rahmenmaterial S / M / L / XL / Aluminium
Gewicht 25,21 kg
Schwerpunkthöhe 506 mm
Lenkerbreite 780 mm
Kurbellänge / Q-Faktor 175 mm / 186 mm
Reach / Stack 448 mm / 628 mm


EMTB-URTEIL GUT³

  Kona Remote ControlFoto: EMTB Magazin
Kona Remote Control
  Kona Remote ControlFoto: EMTB Magazin
Kona Remote Control


¹ Herstellerangabe
² Ermittelt an den Prüfständen im EMTB-Testlabor, Gewicht ohne Pedale.
³ Das Urteil gibt den subjektiven Eindruck der Tester und die Ergebnisse der Reichhöhenmessung und der Labortests wieder. Die Bewertung ist immer im Verhältnis zur jeweiligen Kategorie (Hardtail, Tour/Trail, Enduro) zu verstehen.

4 Ermittelt auf dem Rollenprüfstand im EMTB-Testlabor auf höchster Unterstützungsstufe, konstante Steigung ohne Flachstücke, 130 Watt Tretleistung des Fahrers. Die Zeit / 500 hm bezieht sich auf die ersten 500 Höhenmeter.
Das EMTB-Urteil ist preisunabhängig.
EMTB-Urteile: super (ab 350 Punkte), sehr gut (ab 315 Punkte), gut (ab 280 Punkte), befriedigend (ab 245 Punkte), mit Schwächen (ab 210 Punkte), darunter ungenügend. 4Durchschnittswert aus dem Reichhöhentest über die gesamte Distanz.

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