All Mountain

Das Scott Genius 920 im Langzeit-Test

Stefan Loibl

 · 17.12.2015

Das Scott Genius 920 im Langzeit-TestFoto: Robert Niedring

Jahrelang war BIKE-Fotofahrer Flo Dumperth mit seinem 26-Zoll-Enduro glücklich und zufrieden. Doch die Verlockung war groß – das Scott Genius 920 im Test.

Dauertest-Leistung


Höhenmeter: 45.000
Kilometer: 3.250


Preis 3799 Euro
Federweg vorne/hinten 132/140 mm


Einsatzbereich: All Mountain/Tour

Nach mehreren Jahren auf einem 26-Zoll- Enduro war meine Neugier auf ein 29er groß. Wie würden sich die großen Laufräder vor allem im harten Einsatz schlagen? Eines stand fest: Geschont wird das Scott nicht! So standen neben einigen hochalpinen Ausflügen auf Dolomiten-Trails auch regelmäßige Besuche des Bikeparks am Samerberg auf dem Programm.

  Abfahrts-Tuning: kürzerer Vorbau (50 statt 70 mm) und breiterer Lenker (745 statt 720 mm) geben mehr Sicherheit.Foto: Robert Niedring
Abfahrts-Tuning: kürzerer Vorbau (50 statt 70 mm) und breiterer Lenker (745 statt 720 mm) geben mehr Sicherheit.

Die Ernüchterung folgte prompt: Gleich auf der zweiten Tour erlitt das hintere Laufrad einen groben Seitenschlag und musste komplett neu eingespeicht werden. Für den Rest der Testzeit war aber Ruhe. Kleinere Umbauten, wie der kürzere Vorbau zusammen mit dem breiteren Lenker sowie der grobstollige Vorderreifen, passten das Bike an meinen Fahrstil an und verschoben den Einsatzbereich etwas mehr Richtung Abfahrts-Performance. Positiv aufgefallen ist das geniale Twinlock-System, mit dem vom Lenker aus das Bike durch einen Griff vorne und hinten blockiert werden kann. Dadurch klettert es angenehm und ohne lästiges Wippen bergauf. Einzig das doch recht hohe Gesamtgewicht zügelt beim Klettern übermäßigen Ehrgeiz.

  Bei schnellen Schlagfolgen kam der DT-Swiss-Dämpfer nicht immer mit. Nach 2000 km war ein Dämpfer-Service notwendig.Foto: Robert Niedring
Bei schnellen Schlagfolgen kam der DT-Swiss-Dämpfer nicht immer mit. Nach 2000 km war ein Dämpfer-Service notwendig.

Bergab fährt sich das Scott souverän. Die großen Laufräder vermitteln Sicherheit. Leider wirkt der DT-Swiss-Dämpfer bei höheren Geschwindigkeiten überfordert. Die Steifigkeit der Fox-32er-Gabel lässt für meine Begriffe zu wünschen übrig – jammern auf hohem Niveau. Positiv: die Zuverlässigkeit der verbauten Shimano-Komponenten – insbesondere der Bremsen. Ein stetig gleicher Druckpunkt machten jede weitere Zuwendung überflüssig, lediglich Bremsbeläge tauschen, und weiter ging es.

Test-Fazit zum Scott Genius 920

Das Genius 920 ist kein ausgewiesener Spezialist, hat aber einen enorm großen Einsatzbereich. Bis auf ein paar kleinere Defekte hielt das Bike trotz minimalistischem Wartungseinsatz super durch. Mein 26er-Enduro habe ich nicht vermisst.

Funktionalität ■ ■ ■ ■ (4 von 6 Punkte)

Haltbarkeit ■ ■ ■ ■ ■ (5 von 6 Punkte)

Defekte


50 km Achter hinten:
Hinteres Laufrad neu eingespeicht


470 km Schalthebel defekt:
Daumenhebel zum Hochschalten des Umwerfers geht leer durch – Tausch des Hebels


2000 km Dämpfer pfeift:
Dämpfer-Service

Tuning


Nach 10 km Parts gewechselt:
70er- durch 50er-Vorbau ersetzt; 745er-Lenker statt 720er; Nobby Nic durch Specialized Butcher (vorne) und Maxxis Ardent (hinten) ersetzt


Tester: Florian Dumperth


Fährt Bike seit 1998
Gewicht/Größe 76 kg/1,82 m
Fahrertyp All Mountain/Freeride
Lieblingsrevier Dolomiten/Valtelina

  Rider: Florian Dumperth (Dipl. Ing./BIKE-Fotofahrer)Foto: Robert Niedring
Rider: Florian Dumperth (Dipl. Ing./BIKE-Fotofahrer)


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