All MountainOrange Five RS im Test

Ludwig Döhl

 · 15.04.2017

All Mountain: Orange Five RS im TestFoto: Robert Niedring
All Mountain: Orange Five RS im Test

Aggressiv blitzt das Orange Five heraus – der Markenname ist Programm. Und auch auf dem Trail zeigt das Bike sofort, dass es sich nicht mit gemütlichem Forstwegrollen zufriedengibt.

Für ein All Mountain hat es stark ausgeprägte Abfahrtsgene. Das liegt vor allem an dem 65,8 Grad flachen Lenkwinkel, wie man ihn auch an aktuellen Enduro-Bikes finden kann. Ebenso der 40 Millimeter kurze Vorbau und der 780er-Lenker. Entsprechend laufruhig zieht das Five seine Bahnen, bergab animiert es zum Gasgeben. Die Geometrie positioniert den Biker angenehm zentral. Im Vergleich zur potenteren Enduro-Konkurrenz fordert das 140-Millimeter-Fahrwerk im groben Geläuf den Fahrer natürlich deutlich mehr. Der Eingelenkerhinterbau fällt progressiv aus und vermittelt aggressiven Fahrern ein sehr agiles Gefühl. Wir mussten den Dämpfer mit viel SAG (30–35 Prozent, sowohl 75 als auch 85 kg Fahrergewicht) fahren, um sein Potenzial auszuschöpfen. Durch das lange Oberrohr ist die Sitzposition, trotz Stummelvorbau, relativ gestreckt, so klettert das Five fleißig, und das Vorderrad klebt am Boden. Lediglich das höhere Gewicht animiert nicht gerade zum Berg-Sprint. Die Züge verlaufen aufgeräumt auf dem Unterrohr und verschwinden nur partiell im Rahmen. Am 2017er-Modell rüstet Orange auf eine komplett innen verlegte Zugführung um. Der Alu-Rahmen mit der massiven Hinterbauschwinge wird in England handgefertigt: gefaltetes Alu statt Rohr. Das versprüht britisches Flair, fordert aber auch seinen Preis – und so fällt dafür die Ausstattung (Schaltung und Bremsen) nicht gerade prall für diese Preisklasse aus. Achtung bei der Größenwahl: Das Oberrohr fällt lang, das Sitzrohr kurz aus.

Verlagssonderveröffentlichung
  Orange Five RSFoto: Robert Niedring
Orange Five RS


FAZIT von Ludwig Döhl, BIKE-Testredakteur:
Der handgefertigte Alu-Rahmen mit der massiven Schwinge polarisiert – Geschmackssache. Auf dem Trail gibt es keine Diskussionen: Mit dem Five kann man es bergab richtig fliegen lassen. Auf schnellen, nicht zu ruppigen Trails ist es die erste Wahl. Und auch bergauf macht das Bike dank ausgewogener Geometrie Laune. Nur für gemütliches Cruisen fällt es etwas straff und sperrig aus.

  Ludwig Döhl, BIKE-TestredakteurFoto: Ronny Kiaulehn
Ludwig Döhl, BIKE-Testredakteur
  Orange Five RS: Der massive Hinterbau kommt ohne Kettenstreben aus und nimmt elegant Schaltzug und Bremsleitung auf.Foto: Robert Niedring
Orange Five RS: Der massive Hinterbau kommt ohne Kettenstreben aus und nimmt elegant Schaltzug und Bremsleitung auf.
  Orange Five RS: Orange baut auf ein geschraubtes, wartungsfreundliches BSA-Innenlager und einen klassischen Eingelenker.Foto: Robert Niedring
Orange Five RS: Orange baut auf ein geschraubtes, wartungsfreundliches BSA-Innenlager und einen klassischen Eingelenker.
  Orange Five RSFoto: BIKE Magazin
Orange Five RS
  Orange Five RSFoto: BIKE Magazin
Orange Five RS

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