Laurin Lehner
· 29.01.2026
Für die kommende Saison sind nur noch fünf UCI-registrierte MTB-Teams gemeldet, die spezielle EDR-Rennfahrer stellen. Das ist ein klarer Rückgang gegenüber des Vorjahrs, als noch mehr als doppelt so viele Teams registriert waren.
Der E-Enduro-Worldcup (EDR-E) pausiert offiziell weiterhin. Zu den Teams, die entweder aufgelöst wurden oder keine Fahrer mehr für die EDR gemeldet haben, zählen unter anderem Specialized Gravity, Canyon CLLCTV und Lapierre Gravity Collective.
Allerdings ist die Zugehörigkeit zu einem UCI-registrierten Team keine Voraussetzung für die Teilnahme an Enduro-Worldcup-Rennen.
Die Bike-Industrie steht unter Druck, dennoch wird weiterhin viel Geld in den Rennsport investiert. Cross Country und Downhill sind sogar kostspieliger geworden, trotzdem existieren dort zahlreiche Teams. Das Problem ist also nicht fehlendes Budget, sondern der unklare Gegenwert von Investitionen im Enduro-Segment.
Durch die aktuelle Organisation sind einige Enduro-Rennen an ganzheitliche Deals mit XC und DH gebunden. Der Enduro Worldcup wird dadurch an Orten ausgetragen, an denen Enduro teilweise gar nicht richtig hinpasst. Nach mehreren Jahren geht zudem der ursprüngliche Enduro-Gedanke verloren, wenn dieselben Stages zum vierten oder fünften Mal gefahren werden. Das begeistert weder Racer noch Fans – und macht es entsprechend schwierig, das Format sinnvoll zu vermarkten.
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Enduro-Racing ist nicht tot. Im Gegenteil: Mehrtagesrennen und unabhängige Mitmach-Events boomen, viele sind ausgebucht. Der Rennsport verlagert sich dorthin, wo er Spaß, Abenteuer und echten Anreiz bietet. Nationale Serien beweisen das und können sie über zu wenige Teilnehmerzahlen nicht beschweren.
Worldcup-Racing ist für Teams und Privateers immer teurer geworden - dank Warner Brothers und UCI, gleichzeitig sinkt der Mehrwert. Kein gute Entwicklung! Die Bike-Marken fragen sich also, warum für was noch mehr zahlen als zuvor, wenn die Sichtbarkeit und der USP (Unique Selling Point) eher abgenommen hat als zugenommen.
Enduro lebte davon, neue, abgelegene Orte sichtbar zu machen. Der Worldcup hat diese Kernwerte aufgegeben. Statt spannender, neuer Destinationen fährt man zudem seit Jahren ähnliche europäische Strecken. Das mindert den Reiz für Racer, Medien und Sponsoren gleichermaßen. Nicht der Sport, sondern die Rennserie hat ihre Identität verloren.
Nach dem Versuch, den Enduro Worldcup in ein Paar Schuhe zu zwängen, die nicht wirklich passen, muss der Enduro-Worldcup nun wieder zu seinen alten Kernwerten zurückfinden. Denn mit neuen, aufregenden Locations, begeisterten Fahrern und Fans, harten Streckenprofilen sowie langen Rennen, die sowohl Sportler als auch Material an ihre Grenzen bringen, sehe ich genau den Sport, der mich – und so viele andere – begeistert. Dann braucht es weder Live-TV noch große finanzielle Deals. Mit motivierten Teams und Fahrern, die wirklich Teil davon sein wollen, entsteht starkes Storytelling ganz automatisch. - Christian Textor, Ex-Worldcupper
Die Enduro-Stopps sind gefettet, sechs an der Zahl.