Eine aktuelle Elternbefragung der ADAC Stiftung zeigt: Zwar können 96 Prozent der Vier- bis Zwölfjährigen in Deutschland Fahrrad fahren – doch bei wichtigen Fahrtechniken gibt es erhebliche Lücken. Bei den Sieben- bis Neunjährigen beherrschen laut Einschätzung ihrer Eltern 38 Prozent weder den sicheren Schulterblick noch das einhändige Fahren und damit auch keine eindeutigen Handzeichen. Selbst bei den Zehn- bis Zwölfjährigen liegt der Anteil noch bei mehr als 20 Prozent – obwohl genau diese Fähigkeiten entscheidend sind, wenn Kinder selbstständig am Straßenverkehr teilnehmen. Grundlage der Ergebnisse ist eine Online-Befragung von 1.010 Eltern, durchgeführt von We are Family Research im Mai 2026.
Die Ergebnisse der Elternbefragung decken sich mit Erkenntnissen aus einer Lehrkräfteumfrage der ADAC Stiftung aus dem Frühjahr: Demnach leiden aus Sicht der Lehrkräfte 47 Prozent der Kinder unter erheblichen Aufmerksamkeitsdefiziten im Straßenverkehr. 36 Prozent haben Schwierigkeiten, in entscheidenden Situationen angemessen zu reagieren. Wie relevant der Übungsbedarf ist, zeigt die Unfallstatistik: 2025 starben in Deutschland 74 Kinder unter 15 Jahren bei einem Verkehrsunfall, 13 davon waren mit dem Fahrrad unterwegs. Rund 29.200 Kinder wurden verletzt – im Schnitt kam alle 18 Minuten ein Kind zu Schaden.
Mehr als die Hälfte der befragten Eltern (52 Prozent) sieht sich in erster Linie in der Pflicht, Kindern sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu vermitteln. 36 Prozent betrachten dies als gemeinsame Aufgabe von Elternhaus und Schule, nur rund zehn Prozent ordnen die Verantwortung überwiegend der Schule zu. Die schulische Radfahrausbildung wird dabei insgesamt positiv bewertet: 83 Prozent der Eltern sind der Ansicht, dass sie wesentliche Kompetenzen für den Straßenverkehr vermittelt. Mit einer deutschlandweiten Schulstartkampagne will die ADAC Stiftung Eltern, Kinder, Pädagoginnen und Pädagogen sowie andere Verkehrsteilnehmende für einen sicheren Schulweg sensibilisieren und stellt Informationsmaterialien und praktische Vorschläge kostenlos zur Verfügung. Die Botschaft ist dabei auch eine Absage an das „Elterntaxi": Kinder brauchen Gelegenheit, Verkehrskompetenz selbst zu entwickeln. Wer die Ferien für gemeinsame Fahrradtouren und gezieltes Üben nutzt, kann dazu beitragen, dass das Fahrrad nicht nur ein Freizeitgerät, sondern ein sicheres Verkehrsmittel für den täglichen Schulweg wird. Weitere Informationen: www.stiftung.adac.de
Die Ergebnisse der ADAC-Stiftung-Studie machen deutlich: Sicher Rad fahren lernen Kinder nicht allein in der Schule. Schulterblick, einhändiges Fahren und richtiges Reagieren in unübersichtlichen Situationen müssen regelmäßig und praxisnah trainiert werden. Eltern können dabei viel bewirken, etwa auf gemeinsamen Touren, auf ruhigen Straßen oder im Verkehrsgarten. So wird das Fahrrad Schritt für Schritt zu einem sicheren Verkehrsmittel für den Schulweg und Alltag.

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