Genau wie Jäger, Soldaten oder Jugendliche - auch Biker sprechen ihre eigene Sprache. Sogenannter Slang entsteht auf natürliche Weise innerhalb von Sprachgemeinschaften, oft spontan und kreativ.
Slang dient oft als Erkennungszeichen für bestimmte Gruppen (Jugendliche, Subkulturen, Berufsgruppen, soziale Schichten). Er schafft ein Gefühl von Identität und Zugehörigkeit.
Wir haben für euch 12 Begriffe im MTB-Jargon herausgesucht und verraten, was die jeweiligen Wörter bedeuten, wenn ihr es eh nicht schon wisst. Checkt euch selber mal, wie viele Slangwörter habt ihr gekannt?
“Into blind” können beispielsweise Sprünge oder Drops sein. Dann, wenn beim Absprung keine Landung zu sehen ist. Sprünge “into blind” rütteln an den Nerven und Verlangen viel Mut.
Pacing heißt auf Deutsch Tempo oder Gangart. Overpacing – oder eingedeutscht: overpacen – bedeutet demnach, zu schnell unterwegs zu sein. Manche Biker neigen auf dem Trail oft zum “overpacen”. Die Folge: Kontrollverlust oder Schlimmeres.
Der “Step-up” ist ein beliebter Bikepark-Stunt. Er ist nahezu gefahrlos zu springen, bietet aber dennoch Nervenkitzel. Man springt dabei auf eine erhöhte Landung. Patzt man in der Luft, ist die Fallhöhe gering.
OTB ist der Schreck eines jeden Bikers. Warum? Checkt das Bild unten! OTB bedeutet: Over the Bar. Zu Deutsch: Abflug über den Lenker. Jetzt aber schnell ausklicken, Stefan!
Skinny heißt übersetzt so viel wie dünn, eng anliegend. Unter Bikern spricht man dabei von schmalen, oft nur handbreiten Holzleitern, auf denen man entlang balanciert.
Statt auf den Trails halten sich Parkplatz-Freerider meist am Auto auf. Sie sind oft im Campingstuhl mit Energy-Drink in der Hand anzutreffen. Am liebsten fachsimpeln sie mit Gleichgesinnten oder schrauben am Bike.
Im Racing zählt bekanntlich jede Sekunde; Style und Airtime sind zweitrangig. Racer schlucken und drücken Kanten weg und haben keine Zeit für Spielereien. Daher lautet eine beliebte Ausrede unter Freeridern, wenn sie einen Sprung flach und unstylisch genommen haben: „Ich hab ihn diesmal im Racing-Style genommen.“ Ja, genau!
Die Zeit drängt, der Lift läuft, die Freunde hetzen – doch du hast vergessen vor dem Bikepark-Run das stille Örtchen aufzusuchen? Dann steht dir nun ein „Torpedo-Run“ bevor.
Bike-Voyeure sind nahezu überall anzutreffen. In ihrem Visier: neue, exotische oder ausgefallene Bikes. Der Bike-Voyeur schaut dir nicht in die Augen, sondern verstohlen aufs Bike – vorausgesetzt, du hast ins, das in sein Beuteschema passt.
Der US-Wortmix aus Air (Luft) und Awareness (Bewusstsein) bezeichnet die Fähigkeit, sich in der Luft zu orientieren. Besonders Slopestyler brauchen Airwareness (Foto). Aber auch wir Hobby-Biker profitieren davon – z.B. wenn bei einem Sprung etwas Unerwartetes passiert und wir in der Luft schnell und richtig reagieren müssen.
Das seltsame Geräusch entsteht bei Tubeless- Reifen, wenn schlagartig Luft entweicht. Wird der Reifen bei Landungen oder rasanten Kurvenfahrten kurz aus dem Felgenbett gehebelt, stößt er einen tiefen Rülpser aus – und verliert meist so viel Druck, dass man nachpumpen muss. Bitter!
Den Sattelfurz hört man meist bei höheren Drops. Sattelfürze entstehen, wenn das Hinterrad so stark einfedert, dass der Hinterreifen am Sattelrand schrabbelt und dabei ein furzähnliches Geräusch erzeugt. Ähnlich peinlich wie ein echter Furz – denn er zeigt, dass man sein Bike-Setup nicht im Griff hat.
Mit Loam ist lockerer, tiefer Waldboden gemeint. Das Bike von einer Kurve in die nächste zu kippen, fühlt sich dabei fast an wie Tiefschneefahren. Die Crux: Wird der Trail häufig befahren, verschwindet der Loam – es bleiben Furchen und Rinnen. Loam-Ranger sind deshalb ständig auf der Suche nach neuen, frischen “Loamern”.

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