Biker-LexikonKennst Du diese 12 Begriffe aus dem MTB-Sprachgebrauch?

Laurin Lehner

 · 09.06.2025

Biker-Lexikon: Kennst Du diese 12 Begriffe aus dem MTB-Sprachgebrauch?Foto: Wolfgang Watzke
Wer ist der größte Feind des Bikers? Nein, es ist nicht der Platten, sondern “OTB”.
Biker sprechen ihre eigene Sprache - den eigenen Slang. Wir erklären Begriffe, die meist nur Mountainbiker kennen und die sich lohnen in den eigenen Sprachgebrauch aufzunehmen. Wie viele dieser Wörter kennst du?

Themen in diesem Artikel

Genau wie Jäger, Soldaten oder Jugendliche - auch Biker sprechen ihre eigene Sprache. Sogenannter Slang entsteht auf natürliche Weise innerhalb von Sprachgemeinschaften, oft spontan und kreativ.

Slang dient oft als Erkennungszeichen für bestimmte Gruppen (Jugendliche, Subkulturen, Berufsgruppen, soziale Schichten). Er schafft ein Gefühl von Identität und Zugehörigkeit.

12 Wörter von Bikern, für Biker

Wir haben für euch 12 Begriffe im MTB-Jargon herausgesucht und verraten, was die jeweiligen Wörter bedeuten, wenn ihr es eh nicht schon wisst. Checkt euch selber mal, wie viele Slangwörter habt ihr gekannt?

Into blind

“Into blind” können beispielsweise Sprünge oder Drops sein. Dann, wenn beim Absprung keine Landung zu sehen ist. Sprünge “into blind” rütteln an den Nerven und Verlangen viel Mut.

Overpacen

Pacing heißt auf Deutsch Tempo oder Gangart. Overpacing – oder eingedeutscht: overpacen – bedeutet demnach, zu schnell unterwegs zu sein. Manche Biker neigen auf dem Trail oft zum “overpacen”. Die Folge: Kontrollverlust oder Schlimmeres.

[Image]Voll am Gas aber keine Kontrolle: Ein klassischer Fall von “overpacen”. In dem Fall der Pilot vorne.Foto: Wolfgang Watzke[Image]Voll am Gas aber keine Kontrolle: Ein klassischer Fall von “overpacen”. In dem Fall der Pilot vorne.

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Step-up

Der “Step-up” ist ein beliebter Bikepark-Stunt. Er ist nahezu gefahrlos zu springen, bietet aber dennoch Nervenkitzel. Man springt dabei auf eine erhöhte Landung. Patzt man in der Luft, ist die Fallhöhe gering.

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Spaß ohne Risiko... naja, fast. Step-Ups braucht jeder Bikepark, sagen wir.Foto: Laurin LehnerSpaß ohne Risiko... naja, fast. Step-Ups braucht jeder Bikepark, sagen wir.

OTB

OTB ist der Schreck eines jeden Bikers. Warum? Checkt das Bild unten! OTB bedeutet: Over the Bar. Zu Deutsch: Abflug über den Lenker. Jetzt aber schnell ausklicken, Stefan!

Der größte Feind des Bikers: OTB - Over the Bar.Foto: Wolfgang WatzkeDer größte Feind des Bikers: OTB - Over the Bar.

Skinny

Skinny heißt übersetzt so viel wie dünn, eng anliegend. Unter Bikern spricht man dabei von schmalen, oft nur handbreiten Holzleitern, auf denen man entlang balanciert.

Parkplatz-Freerider

Statt auf den Trails halten sich Parkplatz-Freerider meist am Auto auf. Sie sind oft im Campingstuhl mit Energy-Drink in der Hand anzutreffen. Am liebsten fachsimpeln sie mit Gleichgesinnten oder schrauben am Bike.

Sie lungern am Bikepark-Parkplatz herum, pumpen, schrauben, und fachsimpeln, nur Biken tun sie nicht. Let´s go, Boys! Wofür habt ihr euch die Liftkarte gekauft?Foto: Lars ScharlSie lungern am Bikepark-Parkplatz herum, pumpen, schrauben, und fachsimpeln, nur Biken tun sie nicht. Let´s go, Boys! Wofür habt ihr euch die Liftkarte gekauft?

Racing-Style

Im Racing zählt bekanntlich jede Sekunde; Style und Airtime sind zweitrangig. Racer schlucken und drücken Kanten weg und haben keine Zeit für Spielereien. Daher lautet eine beliebte Ausrede unter Freeridern, wenn sie einen Sprung flach und unstylisch genommen haben: „Ich hab ihn diesmal im Racing-Style genommen.“ Ja, genau!

„Ich hab ihn diesmal im Racing-Style genommen.“ Ja, genau!Foto: Lars Scharl„Ich hab ihn diesmal im Racing-Style genommen.“ Ja, genau!

Torpedo-Run

Die Zeit drängt, der Lift läuft, die Freunde hetzen – doch du hast vergessen vor dem Bikepark-Run das stille Örtchen aufzusuchen? Dann steht dir nun ein „Torpedo-Run“ bevor.

Bike-Voyeur

Bike-Voyeure sind nahezu überall anzutreffen. In ihrem Visier: neue, exotische oder ausgefallene Bikes. Der Bike-Voyeur schaut dir nicht in die Augen, sondern verstohlen aufs Bike – vorausgesetzt, du hast ins, das in sein Beuteschema passt.

Airwareness

Der US-Wortmix aus Air (Luft) und Awareness (Bewusstsein) bezeichnet die Fähigkeit, sich in der Luft zu orientieren. Besonders Slopestyler brauchen Airwareness (Foto). Aber auch wir Hobby-Biker profitieren davon – z.B. wenn bei einem Sprung etwas Unerwartetes passiert und wir in der Luft schnell und richtig reagieren müssen.

Muss wissen, wo oben und unten ist. Cam Zink weiß es. Hier bei der Red Bull Rampage.Foto: Red BullMuss wissen, wo oben und unten ist. Cam Zink weiß es. Hier bei der Red Bull Rampage.

Reifen-Rülps

Das seltsame Geräusch entsteht bei Tubeless- Reifen, wenn schlagartig Luft entweicht. Wird der Reifen bei Landungen oder rasanten Kurvenfahrten kurz aus dem Felgenbett gehebelt, stößt er einen tiefen Rülpser aus – und verliert meist so viel Druck, dass man nachpumpen muss. Bitter!

Das ist mehr als ein Reifen-Rülps. Au Weia!Foto: Max FuchsDas ist mehr als ein Reifen-Rülps. Au Weia!

Sattelfurz

Den Sattelfurz hört man meist bei höheren Drops. Sattelfürze entstehen, wenn das Hinterrad so stark einfedert, dass der Hinterreifen am Sattelrand schrabbelt und dabei ein furzähnliches Geräusch erzeugt. Ähnlich peinlich wie ein echter Furz – denn er zeigt, dass man sein Bike-Setup nicht im Griff hat.

Loam-Ranger

Mit Loam ist lockerer, tiefer Waldboden gemeint. Das Bike von einer Kurve in die nächste zu kippen, fühlt sich dabei fast an wie Tiefschneefahren. Die Crux: Wird der Trail häufig befahren, verschwindet der Loam – es bleiben Furchen und Rinnen. Loam-Ranger sind deshalb ständig auf der Suche nach neuen, frischen “Loamern”.

Loam Ranger Christian Textor lässt den Dreck spritzen. Braaap!Foto: Wolfgang WatzkeLoam Ranger Christian Textor lässt den Dreck spritzen. Braaap!

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Laurin Lehner

Redakteur

Der gebürtige Südbadener Laurin Lehner ist laut eigenen Angaben ein lausiger Racer. Vielleicht fasziniert ihn deshalb kreatives, verspieltes Biken. Für ihn zählt nicht, wie schnell man von A nach B kommt, sondern was dazwischen passiert. Lehner schreibt Reportagen, interviewt Szene-Größen und testet Produkte und Bikes - am liebsten welche mit viel Federweg.

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