BIKE Leserpost Hinterländer MountainbikerGoldene Zeiten des Mountainbikens?

Adrian Kaether

 · 26.07.2025

Revolutionäre Technik! Die Bikes der 90er machten den ganzen Spaß erst möglich. Man beachte: Damals topaktuelles Material, sogar mit Federgabel.
Foto: Hinterländer Mountainbiker
Biker neigen zur Nostalgie. Aber ob früher alles besser war? Na, jedenfalls nicht nur, fand BIKE-Redakteur Laurin Lehner und erntete jede Menge Leser-Feedback. Mit dabei: Die Bike-Gruppe Hinterländer Mountainbiker, die uns gleich eine druckreife Zeitreise zu den Anfängen des Bikens mitgeliefert haben.

Themen in diesem Artikel

Liebes BIKE-Magazin, in Ausgabe 5/25 sind wir über euren Beitrag gestolpert. Natürlich war Biken früher anders als heute. Aber geil war’s doch auch, oder? Drei Gründe, warum wir zurecht mit Nostalgie auf die „goldenen Zeiten“ schauen! Eure Hinterländer Mountainbiker.

1. Revolutionäre Technik

Für uns waren die ersten Mountainbikes eine echte Revolution im Vergleich zu dem, was es vorher gab. Stahlrahmen, Cantilever-Bremsen, Daumenschaltung: Ja! Diese Bikes machten echte Gelände-Abenteuer überhaupt erst möglich. Und es ist diese Technik, die uns Fahrgefühl, Improvisation und Wartung gelehrt hat. Wie stolz wir auf jeden Millimeter Federweg unserer ersten Gabeln waren!

Revolutionäre Technik! Die Bikes der 90er machten den ganzen Spaß erst möglich. Man beachte: Damals topaktuelles Material, sogar mit Federgabel.Foto: Hinterländer MountainbikerRevolutionäre Technik! Die Bikes der 90er machten den ganzen Spaß erst möglich. Man beachte: Damals topaktuelles Material, sogar mit Federgabel.

2. Pioniergeist

Ausgewiesene Mountainbike-Trails gab’s Anfangs nicht. Aber das bedeutete auch große Freiheit und regte die Kreativität an. Wir haben in Archiven gegraben und Wege gefunden, die niemand sonst vorher mit dem Bike befahren hatte. Alte Grenzpfade, gegen die ein Singletrail eher eine Autobahn ist, Römerstraßen, Wüstungen, alte Militär-Trassen. Auch viele moderne Trails basieren auf solchen, oft uralten Wegen und sie zu entdecken ist doch ein großer Teil des Spaßes.

Nah und fern auf Entdeckerreise: Bis nach Namibia (Bild) und auf die chinesische Mauer hat ihr Pioniergeist die Hinterländer Mountainbiker geführt.Foto: Reinhard BalzerNah und fern auf Entdeckerreise: Bis nach Namibia (Bild) und auf die chinesische Mauer hat ihr Pioniergeist die Hinterländer Mountainbiker geführt.

3. Experimentierfreude

In der Tat waren unsere Klamotten am Anfang mutig und bunt und auch sonst haben wir viel ausprobiert. Aber die bunten Klamotten überbrückten eben Grenzen und brachten Biker ins Gespräch. Für uns war das besonders hilfreich. Schon seit den 90ern erzählen unsere Team-Trikots in Landessprache von unseren Projekten und haben uns immer wieder auf wunderbare Weise mit anderen Menschen in Kontakt gebracht. Es sind diese Erlebnisse, die am Ende zählen.

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Stilsicher auf dem Rennsteig 1993! Nicht nur bei den Klamotten wurde experimentiert. Vielleicht war biken damals etwas unverkrampfter?Foto: Hinterländer MountainbikerStilsicher auf dem Rennsteig 1993! Nicht nur bei den Klamotten wurde experimentiert. Vielleicht war biken damals etwas unverkrampfter?

Die Hinterländer-Mountainbiker

Hinter den Hinterländern stecken sechs Freunde aus Mittelhessen, die seit 1992 gemeinsam unterwegs sind. Nach ihrem Motto „Geschichte erfahren“ steht für Jörg, Siegfried, Matthias, Gerhard, Ulrich und Harald nicht die Tour allein im Fokus, sondern auch der historische Kontext. Ihre Spezialität: Die deutschen Spuren in der Welt, denen die Hinterländer auf Mountainbikes bis nach Namibia, an den Mount Fuji und bis zur Chinesischen Mauer gefolgt sind. Für ihr Engagement und ihre Bücher über die Reisen wurde die Truppe mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Die Hinterländer Mountainbiker heute. Jörg, Siegfried, Matthias, Gerhard, Uli und Harald.Foto: Andreas DobslaffDie Hinterländer Mountainbiker heute. Jörg, Siegfried, Matthias, Gerhard, Uli und Harald.

Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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