Cube BikesWo stellt Cube seine Räder her?

Tobias Ziganek

 · 14.01.2023

Am Fließband: In den Montagehallen laufen die Fahrrad-Rohbauten fast unaufhaltsam weiter.
Foto: Jörg Spaniol

Cube gehört zu einer der größten fünf Markenherstellern weltweit. Unterdessen stellen sich jedoch viele die Frage: Wo stellt die Weltmarke Cube ihre Räder her und woher kommt die Marke Cube? Diesen Fragen sind wir bei Deutschlands größtem Fahrradhersteller nachgegangen.

Wer steckt hinter Cube?

Marcus Prüner gründete Cube 1993 im oberpfälzischem Waldershof im Fichtelgebirge. Das Unternehmen ist bis heute inhabergeführt. 1992 hatten Pürner und sein damaliger Geschäftspartner 40.000 D-Mark in die Hand genommen, um dies risikoreich zu investieren. Die beiden kauften einen Container mit 160 preiswerten, funktionalen Mountainbikes aus Asien. Es war eine Punktladung: Es war die Zeit, in der das Mountainbike zur Massenware. Dank dieser Investition zählten sie zu den Ersten, die in Deutschland den Startschuss für massenkompatible Sporträder hörten.

Verlagssonderveröffentlichung
Die Cube-Werkshallen in Waldershof sind stolze 360 Meter lang.Foto: Jörg Spaniol
Die Cube-Werkshallen in Waldershof sind stolze 360 Meter lang.

Wo produziert Cube?

2002 baute Cube ihre erste große Produktionsstätte in Waldershof. Durch das stetige Wachstum reichte das Gebäude bald nicht mehr aus. Zusätzlich wurde 2016 ein neues, 55.000 Quadratmeter großes Fahrrad- und Logistikzentrum errichtet. Demzufolge können pro Tag bis zu 4000 Modelle gefertigt werden. Obwohl das Unternehmen in weit über 60 Ländern verbreitet ist, bleibt Cube noch immer standorttreu. Mit 1000 Mitarbeitern zählt Cube zu einem der wichtigsten Arbeitgeber in der Region im Nord-Osten von Bayern.



Cube Headquarter

Das Cube Headquarter in Waldershof ist mit Verwaltung und Entwicklung der “Think Tank” des Unternehmens. In diesem werden alle neuen Cube Bikes designed und entwickelt. Direkt angrenzend steht das ehemalige Produktionsgebäude, das als Showroom umgestaltet worden ist. Es verfügt über eine Ausstellung der Produkte des aktuellen Modelljahrs. Für einen Fahrradhersteller passend, sind die Gebäude mit einem Radweg verbunden.

Produktionsstätte

Im Jahr 2016 eröffnete Cube ein Produktion- und Logistik-Zentrum auf einer Fläche von über 55.000 Quadratmetern. Auf über 35.000 Quadratmeter arbeiten 600 Mitarbeiter im Zwei-Schicht-Betrieb in der Montage aller Fahrradtypen. So können sie pro Tag bis zu 4000 Modelle produzieren. Weitere 100 Beschäftigte sorgen für die Bereitstellung der knapp 35 Millionen einzelne Fahrradteile pro Jahr. 2018 errichtete Cube ein weiteres Logistik Zentrum. Auf den 20.000 Quadratmeter können über 200.000 fertig montierte Bikes gelagert werden. Diese Lager sind auf dem neuesten Stand der Technik und funktionieren fast autonom.

Wo werden die Cube-Rahmen hergestellt?

Die Carbon- und Aluminium-Rahmen von Cube werden, wie bei nahe zu allen Fahrradherstellern, in Asien gefertigt. Auch die meisten Komponenten für die verschiedenen Fahrrad-Kategorien kommen aus asiatischen Ländern, zum Bespiel Taiwan oder Kambodscha. Um nicht noch abhängiger von Zulieferer zu sein, werden aber fast alle Laufräder bei Cube hergestellt. Eine Maschine speicht die Laufräder ein, die danach von Hand komplettiert werden. Einige High-End-Modelle sind sogar reine Handarbeit.

Handarbeit ist bei den Highend-Laufrädern bei Cube noch gefragt.Foto: Jörg Spaniol
Handarbeit ist bei den Highend-Laufrädern bei Cube noch gefragt.

Wie gut ist die Marke Cube?

Damit die neuen Cube Bikes stabil und sicher sind, durchlaufen die Räder bei Cube hausintern jede Menge Tests und verschiedenste Belastungsprüfungen. Angefangen bei dem wichtigsten Bauteil eines Mountainbikes: die Bremse. Dafür testen die Ingenieure unterschiedliche Bremssysteme bei verschiedensten Witterungsbedingungen. Jede Bremse wird mindestens 3000 Bremsvorgänge unterzogen. Nur welche Bremse diesen Test besteht, wird später an einem Rad verwendet. Zusätzlich verwendet Cube bei der Entwicklung einen sogenannten Trommelprüfstand. Dazu wird das Bike, mit Serienteilen, auf der Trommel befestigt. Um das Gewicht des Fahrers mit Gepäck zu simulieren, hängen in Summe 140 Kilogramm an Lenker, Sattel und Pedalen. Das Rotieren der Rollen der Trommel erzeugen so typische Fahrbahnsituationen. Das Bike fährt mit reeller Belastung eine festgelegte Entfernung und überfährt dabei verschiedenste Hindernisse.

Der Cube-Trommelprüfstand: Um das Gewicht des Fahrers mit Gepäck zu simulieren, hängen in Summe 140 Kilogramm an Lenker, Sattel und Pedalen.Foto: Jörg Spaniol
Der Cube-Trommelprüfstand: Um das Gewicht des Fahrers mit Gepäck zu simulieren, hängen in Summe 140 Kilogramm an Lenker, Sattel und Pedalen.

Spezial Cube Mountainbike-Test

Der Steuerrohrbereich gilt gerade beim Mountainbike als eine sehr sensible Stelle. In diesem Bereich herrschen durch die Gabel verschiedenste Torsions- und Druck-Belastungen. Aufgrund dessen, gibt es bei Cube ein eigenes Testverfahren für diese Phänomene. Der Prüfstand simuliert das Überfahren von Hindernissen, Bremsmanöver und Sprünge. Während der Entwicklung muss jedes Steuerrohr mindestens 50.000 solcher sogenannter “Lastfälle” unbeschadet überstehen, bevor es in die Serienfertigung geht.

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