Shimano XT Di2 - Elektronische Mittelklasse-Schaltung

Adrian Kaether

 · 13.04.2016

Shimano XT Di2 - Elektronische Mittelklasse-SchaltungFoto: Shimano
Shimano XT Di2 - Elektronische Mittelklasse-Schaltung

Mit der Shimano XT Di2 erreicht die elektronische MTB-Schaltung die Mittelklasse – gut zwei Jahre nach der Einführung der teuren XTR Di2. Auch die Shimano SLX-Gruppe ist neu, bleibt aber mechanisch.

Die neue Shimano XT Di2 profitiert von ihrer großen und teuren Schwester. Als die Shimano XTR Di2 im Sommer 2014 das Licht der Welt erblickte war sie gleichzeitig der Exot und das Non-Plus-Ultra des Schaltungsmarktes. Von der Ultegra Di2 hatte Shimano das Knowhow für elektronische Schaltvorgänge auf das Mountainbike transferiert und damit etwas nie Dagewesenes geschaffen: die Schaltung per Knopfdruck am Mountainbike.

Besonders im Betrieb mit Mehrfach-Kurbeln konnte die XTR Di2 glänzen, da sie automatisch mit nur einem Schalter Schaltwerk und Umwerfer gleichzeitig bediente und damit immer die optimale Gangkombination mit dem geringsten Kettenschräglauf bereithielt. Das vereinfachte und effizientere Schalten war also die große Stärke der XTR Di2, zusätzlich räumte sie durch das Fehlen eines zweiten Triggers das Cockpit auf. Doch die XTR Di2 hatte einen entscheidenden Nachteil: Sie war sündhaft teuer. Gut 3000 Euro rief Shimano zunächst für die elektronische Schaltung auf, mittlerweile ist sie in der Zweifach- oder Dreifach-Version für etwa die Hälfte zu haben.

Verlagssonderveröffentlichung

Shimano XT Di2: Elektronische Schaltung in der MTB-Mittelklasse

Shimano selbst hat jetzt reagiert und überträgt für 2016 das elektronische Schalten auf die günstigere XT-Gruppe. Laut Pressemitteilung hatte man dabei vor allem die Amateur-Racer im Visier, die nun auch für deutlich kleineres Geld die Technik der Profis nutzen können. So wird der Exotenstatus der elektronischen Schaltung aufgehoben, die Schaltung wird jetzt wahrscheinlich für kleineres Geld zu haben sein. Endgültige Preise sowie Gewichte stehen allerdings noch nicht fest.

Um teure Schäden zu vermeiden fährt das Schaltwerk bei starker Erschütterung wie einem Sturz in eine mittler Position.
Foto: Shimano

Neben bewährter Technik wie der Shadow-Plus-Technologie und dem Schalten von Umwerfer und Schaltwerk mit einer Bedieneinheit kommt bei der neuen Shimano XT Di2 mit der Modellbezeichnung M8050 noch eine neue Wireless-Technik zum Einsatz. Sie soll Fahrern wie Mechanikern erlauben, sich unkompliziert mit Smartphone oder Tablet via Bluetooth mit der Schaltung zu verbinden, um Einstellungen vornehmen zu können oder eventuelle Fehler besonders einfach auslesen zu können. Auch mit einigen Fahrradcomputern lässt sich die Schaltung verbinden, um während der Fahrt auf dem Computer Akkustand oder Gang abzulesen. Besitzer der XTR Di2 können diese Funktion mit einem Upgrade auf das neue Informationsdisplay und den neuen Akku nachrüsten.

Die Shifter der XT Di2 wurden neu designt und sind in ihrer Funktion frei programmierbar. Die Bedienwege sind laut Pressemitteilung kurz, etwas das wir noch bei der XTR Di2 bemängelt hatten. Ob die Hebelwege jetzt kurz genug sind, wird allerdings erst der Praxistest zeigen. Natürlich lassen sich, Shimano typisch, weiterhin mehrere Gänge mit einer Daumenbewegung schalten. Bewährte Technik aus der XTR Di2, wie die Rythem-Step-Technik, die die geringstmögliche Zahl an Ausgleichsschaltungen garantiert, und die Unempfindlichkeit gegen Wasser, Schlamm und auch Schnee sowie das schützende Zurückfahren des Schaltwerks in eine mittlere Position beim Sturz wurden beibehalten.

Die Shimano XT Di2 wird ab September 2016 verfügbar sein.

Neue Shimano SLX-Gruppe

  Die neue Shimano SLX Gruppe vollständig im Bild.Foto: Shimano
Die neue Shimano SLX Gruppe vollständig im Bild.

Die Shimano SLX ist schon seit jeher ein Liebling preisbewusster Mountainbiker. Für relativ kleines Geld bietet sie Spitzentechnik und perfekte Funktion verbunden mit einer guten Dauerhaltbarkeit. Das ändert sich auch für den neuen Jahrgang der SLX nicht. Optisch wurde die neue SLX extrem aufgehübscht und erinnert nun in ihrem Design vor allem an die letztjährig vorgestellte XT mit der Elffach-Kassette.

Offenbar ist dieser Zusammenhang kein Zufall. Auch die SLX bietet jetzt 1x11 und 2x11 als Optionen, 3x10 bleibt außerdem ein fester Bestandteil der Gruppe. Shadow-Plus-Technologie und verbesserte Kettenführung bei Einfachkurbel durch breite und schmale Zähne, so dass keine Kettenführung benötigt wird, verstehen sich beinahe von selbst. Die neue SLX soll außerdem einen verbesserten Umwerfer haben und sowohl mit Side- und Top- als auch mit Down-Swing-Systemen sowie dem Boost-Standard (148 Millimeter Nabenbreite hinten) kompatibel sein.

Tabelle Kurbeln und Kassetten für die neue SLX-Gruppe


Bei der SLX wird es weiterhin die Dreifach Kurbel geben. Allerdings als 3x10 und nicht als 3x11.
Foto: Shimano

Neue Bremsen und Naben

Ebenso wie die Schaltgruppe haben auch Naben und Bremsen eine Überarbeitung erfahren. Die Naben wiegen jetzt 148 beziehungsweise 189 Gramm, der Freilauf ist mit 36 Eingriffen über 360 Grad ausgestattet, die Hinterradnaben wiegen 357 beziehungsweise 384 Gramm.

Für die Bremsen verspricht Shimano eine gesteigerte Bremskraft und Gesamtperformance bei geringerer Handkraft. Verantwortlich dafür ist eine Servo-Wave genannte Neukonstruktion des Bremshebels. Mit organischen oder Sintermetall-Belägen sowie optionalen Kühlrippen lässt sich die Bremse auf die persönlichen Vorlieben der Fahrer anpassen, die Scheibengröße beträgt 160, 180 oder 203 Millimeter.

Erhältlich ist die neue SLX-Gruppe ab Juni/Juli 2016, Preise und Gewichte liegen uns bis auf die genannten noch nicht vor.

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