Vecnum Nivo 212 im TestLeichtbau- und Funktionswunder made in Germany

Jan Timmermann

 · 19.07.2026

Vecnum ist der einzie Hersteller, der Dropper-Posts in Deutschland produziert. Die Nivo 212 ist das Flaggschiff des Hauses.
Foto: Georg Grieshaber
Als eine der ganz wenigen Dropper-Posts setzt die Vecnum Nivo auf eine voll mechanische Verriegelung. Doch das ist dicht der einzige USP der Variostütze. Gefertigt wird die Nivo in Deutschland. Noch dazu ist sie mit cleveren Features ausgestattet. Wir baten die Vecnum Nivo 212 zum Test.

Themen in diesem Artikel

Die Vecnum Nivo ist die einzige langhubige Dropper-Post, die in Deutschland produziert wird. Die Variostütze aus dem Allgäu wirbt mit einem geringen Gewicht, einem weiten Verstellbereich von bis zu 212 Millimetern und einer stufenlosen Hubverstellung. Ob diese Versprechungen aufgehen und wie sich die Vecnum Nivo im harten Traileinsatz schlägt, zeigt unser Test.

​Fazit

Eine Dropper-Post muss für mich weit absenkbar sein, denn nur so machen radikale Trail-Manöver Spaß. Mit einer geringen Überstandshöhe und der Option auf passgenaue Hubreduzierung ist die Vecnum Nivo 212 voll nach meinem Geschmack. Sie bietet maximale Bewegungsfreiheit ohne Gewichtsnachteil und die voll mechanische Funktion kann im Test überzeugen. Made in Germany ist sie leider nichts für jeden Geldbeutel. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

Vecnum Nivo 212 im Detail

  • Hub: 180-212 mm (stufenlos verstellbar mit Travelfit-Funktion)
  • Überstandshöhe: 42 mm
  • Einstecktiefe: 317 mm
  • Material: Aluminium / Titan
  • Auslösefunktion: mechanisch via Seilzug
  • Gewicht: 539 g (BIKE-Messung, 31,6 mm Durchmesser, ohne Remote)
  • Maximales Fahrergewicht: 120 kg
  • Preis: 429 Euro
  • Garantie: 2 Jahre
  • Besonderheiten: made in Germany

Premium-Stütze aus Deutschland

​Mit der Vecnum Nivo positioniert sich die deutsche Manufaktur im Premiumsegment der Variostützen. Die Dropper Post kombiniert einen außergewöhnlich großen Hub von bis zu 212 Millimetern mit einem Gewicht von gut einem halben Kilo und zählt damit zu den leichtesten Langhub-Stützen am Markt. Die Vecnum Nivo ist für interne Zugverlegung ausgelegt. Wahlweise stehen eine stufenlos verstellbare Version oder eine vierfach indexierte Variante zur Verfügung. Gefertigt wird die Dropper-Post mit extra geringen Toleranzen auf hauseigenen CNC-Maschinen im Allgäu. Hier hält man von der Entwicklung über Testing, Produktion, Service und Vertrieb alle Stränge in eigener Hand.

Technisch setzt die Vecnum Nivo auf eine vollständig mechanische Konstruktion mit dem patentierten „shutLOC“-Verriegelungssystem. Im Gegensatz zu hydraulischen Arretierungen verspricht dieses Konzept eine hohe Langzeitzuverlässigkeit bei geringem Wartungsaufwand. Die Rohre bestehen aus 3D-geschmiedetem Aluminium 7075, während Titanschrauben am Sattelkopf zusätzlich zur Gewichtseinsparung beitragen. Ein wesentliches Merkmal der Nivo ist das Travelfit-System. Damit lässt sich der maximale Hub um bis zu 32 Millimeter in feinen Schritten reduzieren, sodass die Stütze präzise an Rahmengeometrie und Fahrerergonomie angepasst werden kann. Gleichzeitig ermöglicht die geringe Aufbauhöhe von nur 42 Millimetern die Nutzung maximaler Absenkwege auch bei kompakten Rahmen.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

So schlägt sich die Vecnum Variostütze in der Praxis

Der Einbau der Vecnum Nivo geht leicht von der Hand. Etwas Vorsicht ist bei der Einstecktiefe geboten. Die Dropper-Post mit dem langen Hub baut auch untenrum lang. Biker sollten also vor Kauf die Kompatibilität mit ihrem Rahmen und ihrer Sitzhöhe checken. Vecnum bietet dazu auf der Homepage extra einen praktischen Rechner an. Auch sonst legt die Nivo in der Werkstatt einen starken Auftritt hin. Die gesamte Stütze ist vorbildlich verarbeitet und wirkt technisch äußerst hochwertig. Im Fall der Fälle lässt sie sich zwecks Service mit einem einzigen Fünfer-Inbus zerlegen. Die austauschbaren Gummiringe sind ein nettes Gimmick zur Individualisierung. Wer’s dezent mag, bleibt einfach bei Weiß.

Die Travelfit-Funktion ist äußerst praktisch, um den Hub an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Leider muss dafür der Sattel demontiert werden, sodass eine schnelle Anpassung am Trailrand eher ausscheidet. In der Realität aber werden die meisten Biker das Feature nur zur Ersteinstellung nutzen. Beim Wechsel auf einen anderen Rahmen ist Travelfit genial und stellt sicher, dass die teure Dropper-Post von einem aufs andere Bike übertragen werden kann. Zur Anpassung an verschiedene Sitzrohrdurchmesser bietet Vecnum hochwertige und leichte Reduzierhülsen an, deren Funktion in der Praxis überzeugen kann.

Absolut zuverlässig fährt die Vecnum Nivo ein und aus. Damit dürfte sie einer der wichtigsten Kriterien für lange Dropper-Posts erfüllen. In der BIKE-Redaktion konnten wir wiederholt sehr gute Erfahrungen mit der Haltbarkeit der Sattelstützen made in Germany machen. Selsbt unter stark wechselnden Temperaturbedingungen - ein Alptraum für so manche Dropper-Post - ließen uns Vecnum-Produkte bislang nicht im Stich. Zu den schnellsten gehört die Vecnum-Stütze nicht. Der Auszug ist trotzdem in 98 Prozent der Fälle schnell genug. Das begleitende Geräusch der Mechanik ist vergleichsweise laut, was bei voluminösen Rahmen akustisch stören kann. Dafür erlauben es eine geringe Überstandshöhe und der lange Hub von 212 Millimetern das beste Handling eines Bikes freizuschalten. Voll abgesenkt bietet sich viel Bewegungsfreiheit über dem Rahmen und auch extrem steile Abfahrten oder anspruchsvolle Jumplines verlieren ihren Schrecken.

Stärken und Schwächen

Pro

  • sehr zuverlässige Funktion
  • hochwertige Verarbeitung und Mechanik
  • langer Hub mit einfacher Anpassung
  • vergleichsweise leicht
  • made in Germany

Contra

  • Geräusche können stören
  • kein Schnäppchen

Wie seht ihr das: Ist Zuverlässigkeit das höchste Gut bei einer Variostütze? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Jan Timmermann

Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

Meistgelesen in der Rubrik Komponenten

Shorts