SQlab 614 Ergowave Active 2.1Neuer Sattel für Gravel und Race

Stefan Frey

 · 28.12.2022

614 Ergowave Active 2.1: neuer Gravel-Sattel von SQlab
Foto: Stefan Frey

Der 614 ist SQlabs neuer Gravel-Sattel. Er soll die Vorteile der bekannten Mountainbike- und Rennrad-Sättel vereinen. Da stellt sich die Frage, ob es nicht vielleicht die perfekte Sitzgelegenheit für Marathon- und Race-Biker sein könnte. Wir konnten den SQlab 614 Ergowave Active 2.1 schon ausgiebig testen.

SQlab 614 Ergowave Active 2.1 – Überblick

  • Einsatzbereich: Gravel / XC, Marathon
  • Sattelgestell: Aluminium
  • Active-Technologie für Entlastung des Rückens, inkl. 3 Elastomer-Härten
  • Breiten: 12, 13, 14, 15, 16 (cm)
  • Gewicht: 235 Gramm (14er Breite)
  • Preis: 159,95 Euro
Neuer Sattel für Gravelbiker und Racer
Foto: SQlab

SQlab 614 – neuer Sattel für Gravel und XC

Was unterscheidet den neuen SQlab 614 Gravel-Sattel von den bereits bekannten Modellen 611 und 612 für den Einsatz am Mountainbike beziehungsweise Rennrad? Auf den ersten Blick eigentlich nichts. Wie seine Geschwister verfügt auch das neueste Modell der Ergonomie-Experten über die klassische Bauweise mit der ausgeprägten Stufe, dem breiten, flachen Heck und einer Entlastungsrinne im Dammbereich. Erst wenn man die drei Modelle genauer miteinander vergleicht, erkennt man kleine Unterschiede.

Etwas mehr Polsterung als beim 612 und eine ausgeprägte Entlastungszone sollen den Komfort verbessern Foto: Stefan Frey
Etwas mehr Polsterung als beim 612 und eine ausgeprägte Entlastungszone sollen den Komfort verbessern

So wurde der neue SQlab 614 Ergowave Active 2.1 Sattel mit etwas mehr Polsterung als der 612er Rennradsattel ausgestattet, um auf holprigen Schotterwegen zusätzlich etwas Komfort zu spenden. Auch das Heck des Sattels wurde etwas erhöht, um beim Treten im Gelände mehr Halt nach hinten zu erzeugen und die Kraft effizienter aufs Pedal zu bringen. Gleichzeitig schaffen die tiefer liegende Nase und der stärkere Dip, also die Entlastungszone im Dammbereich, mehr Platz und Bewegungsfreiheit. Die Spitze des Sattels wurde dabei breit und flach gehalten, um in steilen Anstiegen ausreichend Abstützungsfläche zu bieten.

Die Seiten sind stärker Tailliert, die Nase bietet eine breite, ebene Auflagefläche  Foto: Stefan Frey
Die Seiten sind stärker Tailliert, die Nase bietet eine breite, ebene Auflagefläche

Vom Rennrad-Sattel wurde die stärkere seitliche Taillierung übernommen. Das soll gewährleisten, dass auch Fahrer mit kräftigen Oberschenkeln nicht unangenehme am Sattel schleifen. Außerdem verbessert es die Beweglichkeit auf dem Fahrradsattel, was wiederum einer aktiven Fahrweise im Gelände zugutekommen dürfte.

Ergowave Active 2.1 – einstellbares Fahrwerk

Wie bei allen Active-Sätteln von SQlab kommt auch beim 614 das bewährte Active-2.1-System zum Einsatz. Die Sitzfläche ist bei diesem System leicht beweglich auf dem Sattelgestell gelagert. Dadurch soll der Sattel der Tretbewegung des Fahrers folgen, was wiederum die Bandscheiben mobilisieren und die Sitzknochen entlasten soll. Über drei unterschiedlich harte Elastomere lässt sich der Grad der Beweglichkeit auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Fahrerin oder des Fahrers anpassen. Die entsprechenden Elastomere, hard, medium und soft, sind im Lieferumfang inbegriffen.

Über verschieden harte Elastomere kann der Grad der seitlichen Beweglichkeit angepasst werden Foto: Stefan Frey
Über verschieden harte Elastomere kann der Grad der seitlichen Beweglichkeit angepasst werden
Die Elastomere in hard, medium und soft sind im Lieferumfang enthalten Foto: Stefan Frey
Die Elastomere in hard, medium und soft sind im Lieferumfang enthalten

SQlab Sättel – für jeden die passende Größe

Weil sich das Optimum an Sitzkomfort nur dann erreichen lässt, wenn die Sattelbreite perfekt zur Anatomie des Fahrers passt, bietet SQlab den 614 gleich in fünf Breiten (12, 13, 14, 15, 16 cm) an. Der Weg zur passenden Größe führt über eine Messung des Sitzknochenabstands und der Auswahl der Haltung auf dem Rad zur entsprechenden Breite. Die Messung selbst lässt sich ganz einfach zu Hause (Anleitung auf der SQlab Webseite) oder bei einem örtlichen SQlab-Händler durchführen.

SQlab 614 Ergowave Active 2.1 – erster Test des neuen Sattels

Die Montage eines Sattels ist kein Hexenwerk, klar. Und doch hat jeder Fahrer bei der Einstellung seine ganz persönlichen Vorlieben. In der Regel startet man allerdings mit einer waagrechten Ausrichtung des Sattels, was auch für den SQlab ein empfehlenswerter Ausgangspunkt ist. Aufgrund der Stufenform wird der Dammbereich bereits in dieser Position effektiv entlastet. Wer sich noch etwas mehr Freiheit in der empfindlichen Sitzzone wünscht, kann die Sattelnase noch minimal nach unten neigen. Hier sollte man allerdings behutsam vorgehen, weil man wegen der Stufe sonst leicht nach vorne rutscht und viel Haltearbeit während der Fahrt leisten muss.

Durch die doppelte Stufe wird der Dammbereich auch bei waagrechter Ausrichtung gut entlastet Foto: Stefan Frey
Durch die doppelte Stufe wird der Dammbereich auch bei waagrechter Ausrichtung gut entlastet

Ansonsten kann die Form des SQlab 614 Ergowave Active 2.1 aber auch im Gelände voll überzeugen. Die etwas höhere Stufe stützt während steiler Anstiege im Sitzen sehr gut nach hinten ab und lässt einen effektiv in die Pedale treten. Die etwas schmäleren Flanken geben ausreichend Platz für einen angenehmen Tritt im technischen Geläuf. Stufe und Dip sorgen auch auf langen Ausfahrten für eine spürbare Entlastung im Dammbereich. Druckstellen oder gar Taubheitsgefühle blieben erfreulicherweise aus. Wer in steilen Passagen gerne weit nach vorne rutscht, findet auf der flachen Sattelnase ausreichend Abstützung.

Die hintere Stufe stützt bei harten Antritten im Sitzen Foto: Stefan Frey
Die hintere Stufe stützt bei harten Antritten im Sitzen

Hoher Komfort trotz straffer Polsterung

Von der zusätzlichen Dämpfung ist dagegen wenig zu spüren. Der 614 Ergowave Active 2.1 sitzt sich sportlich straff – was jedoch sehr gut zum angedachten Einsatzbereich passt. Sportliche Fahrer sind es in der Regel gewohnt, lange Stunden im Sattel zu verbringen und schätzen eine Polsterung, in die man auch nach vielen Kilometern nicht einsinkt. Genau das leistet auch der SQlab 614. Als besonders angenehm empfanden wir einmal mehr das Active-System. Die leichte seitliche Beweglichkeit scheint tatsächlich den unteren Rücken zu mobilisieren und lässt einen nicht in einer verspannten Haltung erstarren. Gerade für Biker, die eh häufig mit Schmerzen im unteren Rücken zu kämpfen haben eine starkes Argument.

Der Flankenschutz macht den 614 voll geländetauglich und schützt den Bezug, wenn man das Bike mal ablegt  Foto: Stefan Frey
Der Flankenschutz macht den 614 voll geländetauglich und schützt den Bezug, wenn man das Bike mal ablegt

Ein feines Detail ist die mit Kevlar überzogene Heckpartie. Sie schützt den Sattel im Fall eines Sturzes und verlängert die Haltbarkeit.

Fazit zum SQlab 614 Ergowave

Groß sind die Unterschiede zwischen den einzelnen SQlab Modellen nicht. Die etwas schmälere Bauweise des neuen 614er spricht vor allem sportliche und kräftige Fahrer an. Ob man den Sattel jetzt auf dem Gravel-Bike oder einem XC-Hardtail nutzt spielt aus unserer Sicht keine große Rolle. Die straffe Polsterung trifft gut den Race-orientierten Einsatzbereich. Beim Gewicht nehmen sich die drei Modelle 611, 612 und 614 auch nicht viel. Gerade mal fünf Gramm liegen zwischen den einzelnen Versionen. Eine Variante mit Carbon-Gestell würde noch einmal deutlich Gewicht einsparen und den SQlab 614 Ergowave Active 2.1 noch interessanter für Racer machen. Dann allerdings würde die wirklich überzeugende Active-Funktion wegfallen, die bisher den Sätteln mit Alu-Gestell vorbehalten ist.

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