Vorgestellt wurde die neue Sattelplattform bei den UCI-Mountainbike-Weltmeisterschaften im italienischen Val di Sole, die vom 26. bis 30. August 2026 stattfinden. Der Verkaufsstart ist laut Selle Italia für Oktober angekündigt.
Mit der neuen XC-Serie überträgt Selle Italia die jüngste SLR-Generation konsequent in den Race-MTB-Bereich. Im Fokus stehen nicht nur niedriges Gewicht und effiziente Kraftübertragung, sondern auch die Anforderungen moderner XCO-Strecken: steile Anstiege, häufige Positionswechsel, technische Abfahrten und der Einsatz von Vario-Stützen.
Im Vergleich zu bisherigen Offroad-SLR-Modellen fällt der neue SLR XC länger aus: Alle Varianten messen 250 Millimeter. Die abgesenkte und etwas breitere Sattelspitze soll besonders auf steilen Uphills mehr Auflagefläche bieten, wenn Fahrer weit nach vorn rutschen und Druck aufs Pedal bringen.
Das Heck ist dagegen deutlich schlanker geformt. Selle Italia will damit den Wiedereinstieg in den Sattel nach technischen Passagen im Stehen erleichtern. Verstärkte Seitenkanten sollen den Sattel zudem bei Bodenkontakt und Abrieb schützen, ohne die Bewegungen des Fahrers auf dem Sattel zu bremsen.
Für vollgefederte Race-Bikes relevant: Die Schale wurde so geformt, dass sie auch bei abgesenkter Sattelstütze genügend Freiraum zum Hinterrad bieten soll. Gerade bei modernen XC-Fullys mit kurzen Sitzrohren und viel Hub an der Dropper Post ist das ein praxisnahes Detail.
Die SLR-XC-Familie besteht aus vier Modellen. Neu ist vor allem die Carbon-Option: Neben Versionen mit Stahlstreben bietet Selle Italia den SLR XC nun auch mit Carbonstreben in 7 x 9 Millimeter an.
Bei den Versionen mit Metallstreben setzt die Marke auf ihre bekannten Shock Absorbers. Dabei sollen Dämpfungselemente zwischen Streben und Sattelschale Vibrationen sowie kleinere Schläge vom Untergrund reduzieren. Dieses Prinzip kam bereits beim bisherigen SLR Boost X-Cross zum Einsatz, den BIKE im großen MTB-Sattelvergleich getestet hat. Dort überzeugte die sportliche, bewegungsfreundliche Form, während die große Aussparung je nach Anatomie auch Druck an den Kanten erzeugen kann.
Die größte technische Neuheit trägt der SLR XC 3D Carbon im Namen: Seine Polsterung entsteht im Carbon-DLS-3D-Druck. Eine netzartige Struktur mit unterschiedlich abgestimmten Dämpfungszonen soll den Druck gezielter verteilen und Vibrationen auf rauem Untergrund abfedern. 3D-gedruckte Sattelauflagen sind im Rennradbereich bereits etabliert, jetzt bringt Selle Italia das Konzept erstmals in seine Offroad-Serie.
Selle Italia bietet die neue Plattform in unterschiedlichen Breiten und Formen an:
| Größe | Breite | Ausführung |
| S3 | 130 mm | Superflow-Aussparung |
| L3 | 145 mm | Superflow-Aussparung |
| S1 | 130 mm | geschlossene Schale |
| L1 | 145 mm | geschlossene Schale |
Entscheidend bleibt aber die individuelle Passform. Sattelform, Sitzknochenabstand, Beweglichkeit des Beckens und bevorzugte Sitzposition sind wichtiger als das Material der Streben oder die Zahl auf der Waage.
| Modell | Streben | Größen | UVP |
| SLR XC 3D Carbon | Carbon, Ø 7 x 9 mm | S3, L3 | 399,90 Euro |
| SLR XC Carbon | Carbon, Ø 7 x 9 mm | S3, L3, S1, L1 | 289,90 Euro |
| SLR XC Elite | leichter Rohrstahl, Ø 7 mm | S3, L3 | 199,90 Euro |
| SLR XC Advan | Rohrstahl, Ø 7 mm | S3, L3, S1, L1 | 124,90 Euro |
Der SLR XC 3D Carbon ist das Topmodell der Reihe. Carbonstreben, 3D-gedruckte Polsterung und die auf Wettkampf ausgelegte SLR-XC-Form richten sich klar an Racer, die beim Material keine Kompromisse machen wollen. Mit 399,90 Euro ist er zugleich der teuerste Sattel der Baureihe.
Interessant ist vor allem die Kombination aus hoher Steifigkeit und gezielt abgestimmter Dämpfung. Das 3D-Cover soll dort nachgeben, wo der Druck besonders hoch ist, und in anderen Bereichen stabilen Halt liefern. Ob dieser Effekt auf langen Marathon-Etappen und ruppigen XC-Runden spürbar ist, muss der Praxistest zeigen.
Der SLR XC Carbon übernimmt die Carbonstreben und die grundsätzliche Geometrie des Topmodells, setzt aber auf einen klassisch aufgebauten Bezug statt auf die 3D-gedruckte Auflage. Damit ist er mit 289,90 Euro deutlich günstiger.
Er ist die passende Wahl für Fahrer, die geringes Gewicht und die maximale Steifigkeit von Carbonstreben wollen, aber nicht zwingend auf die neue 3D-Technologie setzen. Als Carbon-Variante ist er außerdem sowohl mit Superflow-Aussparung als auch mit geschlossener Schale erhältlich.
Der SLR XC Elite kombiniert die Race-Form mit leichten Stahlstreben und den Shock Absorbers. Mit 199,90 Euro positioniert ihn Selle Italia als sportliche Mittelklasse für ambitionierte XC- und Marathon-Biker.
Wer einen hochwertigen Rennsattel mit mehr Dämpfungskomfort auf technischen Strecken sucht, aber den Aufpreis für Carbon nicht zahlen möchte, dürfte hier fündig werden. Angeboten wird der Elite ausschließlich in den Superflow-Größen S3 und L3.
Mit 124,90 Euro markiert der SLR XC Advan den Einstieg in die neue Baureihe. Auch er nutzt Stahlstreben, die verlängerte 250-Millimeter-Form und die verstärkten Seitenbereiche. Im Unterschied zum Elite bietet der Advan zusätzlich die geschlossenen S1- und L1-Versionen.
Damit könnte der Advan für viele Fahrer der interessanteste Sattel der Familie sein: Die zentrale XC-Geometrie und die Auswahl zwischen Superflow und geschlossener Schale gibt es hier zum deutlich niedrigeren Preis.
Mit dem SLR XC erweitert Selle Italia seine SLR-Familie in Richtung modernes Race-MTB. Der neue Sattel soll nicht nur leicht sein, sondern vor allem die vielen Bewegungen eines aktuellen Cross-Country-Rennens unterstützen: weit vorn sitzen am steilen Anstieg, schnell aufstehen in technischen Sektionen und kontrolliert zurück in den Sattel finden.
Die Modellpalette ist breit genug, um unterschiedliche Budgets und Vorlieben abzudecken. Während der SLR XC 3D Carbon als Technologie-Flaggschiff für kompromisslose Racer gedacht ist, dürfte der SLR XC Carbon die spannende Leichtbau-Alternative sein. Der Elite bringt die Shock Absorbers in die sportliche Mittelklasse, der Advan macht die neue Form und die geschlossene Schalenoption vergleichsweise erschwinglich.

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