Sattel

Sechs Sattel-Konzepte im Vergleich

Stefan Frey

 · 17.08.2014

Sechs Sattel-Konzepte im VergleichFoto: Robert Niedring

Die Suche nach dem passenden Sattel gerät für manchen Biker zur Lebensaufgabe. Wir haben sechs Ergonomie-Konzepte ausprobiert und im Labor untersuchen lassen. Der Test und alles zum Thema MTB-Sattel.

Immer mehr Hersteller wollen uns Bikern bei der Suche nach dem passenden Sattel unter das Sitzleder greifen. Ausgefeilte Konzepte sollen uns den Weg zum Ende des Regenbogens weisen, wo zwar nicht gerade das sprichwörtliche Kistchen Gold wartet, dafür aber der perfekte Sattel. Worüber sich der ein oder andere wohl noch mehr freuen würde.

Anhand von sechs Konzepten wollten wir herausfinden, ob der Weg zum schmerzfreien Bike-Erlebnis wirklich so einfach ist. Wir haben zwei Testfahrer mit unterschiedlichem Fahrerprofil ausgewählt und den passenden Sattel entweder per Online-Tool oder anhand der Vermessung beim Hersteller ermitteln lassen.

Zwei Fahrertypen, zwölf Sättel

Sechs Sättel wurden so auserkoren, die laut Hersteller perfekt zum jeweiligen Fahrer passen sollten. Jedes Modell wurde nach demselben Prinzip auf dem jeweiligen Testbike montiert und ausgerichtet. Zunächst in waagrechter Position, um jeweils die identische Ausgangsbasis zu haben.

  Jeder Sattel wird penibel am persönlichen Testrad ausgerichtet.Foto: gebioMized
Jeder Sattel wird penibel am persönlichen Testrad ausgerichtet.

Im Laufe der Testfahrten musste beim ein oder anderen Modell der Neigungswinkel oder der Versatz leicht optimiert werden. Da jeder Sattel unterschiedlich konstruiert ist, ist es aber normal, dass die individuell optimale Position etwas abweichen kann. Alle Fahreindrücke wurden in einem ausführlichen Testprotokoll festgehalten.

Diese MTB-Sattel-Modelle finden Sie im Test:

• Ergon SME3 Pro
• Ergon SMW M Pro
• Pro Falcon Ti
• Pro Turnix Carbon
• Prologo Scratch Pro X14
• Prologo X-Zero Nack CPC
• Selle Italia SLR XC
• Selle Italia SLR Superflow L
• Specialized Henge Exp.
• Specialized Phenom Comp Gel
• SQlab 611 Active
• SQlab 611 Race

Die beiden Testfahrer

BIKE-Testredakteur Stefan Loibl 
74 kg – 1,80 m
Sitzknochenabstand: 11,5 Zentimeter
Fahrertyp: Cross Country/Marathon
Fahrtdauer: Mittel-Langstrecke
Sitzposition: gestreckt, deutliche Sattelüberhöhung
Satteltyp: moderater Sitzbein-BelasterFoto: BIKE Magazin
BIKE-Testredakteur Stefan Loibl  74 kg – 1,80 m Sitzknochenabstand: 11,5 Zentimeter Fahrertyp: Cross Country/Marathon Fahrtdauer: Mittel-Langstrecke Sitzposition: gestreckt, deutliche Sattelüberhöhung Satteltyp: moderater Sitzbein-Belaster
BIKE-Testredakteur Stefan Frey 
83 kg – 1,88 m
Sitzknochenabstand: 11 Zentimeter
Fahrertyp: All Mountain/Enduro
Fahrtdauer: kurz bis Mittelstrecke
Sitzposition: eher aufrecht, geringe Sattelüberhöhung
Satteltyp: reinrassiger Sitzbein-BelasterFoto: BIKE Magazin
BIKE-Testredakteur Stefan Frey  83 kg – 1,88 m Sitzknochenabstand: 11 Zentimeter Fahrertyp: All Mountain/Enduro Fahrtdauer: kurz bis Mittelstrecke Sitzposition: eher aufrecht, geringe Sattelüberhöhung Satteltyp: reinrassiger Sitzbein-Belaster
BIKE-Testredakteur Stefan Loibl 
74 kg – 1,80 m
Sitzknochenabstand: 11,5 Zentimeter
Fahrertyp: Cross Country/Marathon
Fahrtdauer: Mittel-Langstrecke
Sitzposition: gestreckt, deutliche Sattelüberhöhung
Satteltyp: moderater Sitzbein-BelasterFoto: BIKE Magazin
BIKE-Testredakteur Stefan Loibl  74 kg – 1,80 m Sitzknochenabstand: 11,5 Zentimeter Fahrertyp: Cross Country/Marathon Fahrtdauer: Mittel-Langstrecke Sitzposition: gestreckt, deutliche Sattelüberhöhung Satteltyp: moderater Sitzbein-Belaster
BIKE-Testredakteur Stefan Frey 
83 kg – 1,88 m
Sitzknochenabstand: 11 Zentimeter
Fahrertyp: All Mountain/Enduro
Fahrtdauer: kurz bis Mittelstrecke
Sitzposition: eher aufrecht, geringe Sattelüberhöhung
Satteltyp: reinrassiger Sitzbein-BelasterFoto: BIKE Magazin
BIKE-Testredakteur Stefan Frey  83 kg – 1,88 m Sitzknochenabstand: 11 Zentimeter Fahrertyp: All Mountain/Enduro Fahrtdauer: kurz bis Mittelstrecke Sitzposition: eher aufrecht, geringe Sattelüberhöhung Satteltyp: reinrassiger Sitzbein-Belaster
BIKE-Testredakteur Stefan Frey 
83 kg – 1,88 m
Sitzknochenabstand: 11 Zentimeter
Fahrertyp: All Mountain/Enduro
Fahrtdauer: kurz bis Mittelstrecke
Sitzposition: eher aufrecht, geringe Sattelüberhöhung
Satteltyp: reinrassiger Sitzbein-Belaster
BIKE-Testredakteur Stefan Loibl 
74 kg – 1,80 m
Sitzknochenabstand: 11,5 Zentimeter
Fahrertyp: Cross Country/Marathon
Fahrtdauer: Mittel-Langstrecke
Sitzposition: gestreckt, deutliche Sattelüberhöhung
Satteltyp: moderater Sitzbein-Belaster

Wissenschaftliche Vermessung bei gebioMized

Um die persönlichen Eindrücke der Testfahrer zu unternmauern, wurde jeder Sattel bei gebioMized unter wissenschaftlichen Bedingungen in Bewegung untersucht. Für jedes Modell wurde – wiederum am persönlichen Testrad – eine Druckmessung durchgeführt. Gleichzeitig wurden die Messungen von zwei Kameras aufgezeichnet, eine frontal und eine 90 Grad seitlich versetzt. So konnte auch unterschiedliches Sitz- oder Trittverhalten analysiert werden. Die Testfahrer wurden ausgewählt, da bei ihnen keine anatomischen Gegebenheiten festgestellt werden konnten, die verhindern würden, einen passenden Sattel „von der Stange zu finden“.

Die Ergebnisse der Testfahrten und Druckmessung

Viel nutzbare Sitzfläche und die angenehme Polsterung machen den 611 Active zum komfortablen Begleiter – wenn er zum Fahrer passt. Die passende Sitzposition war für den Fahrer nur schwer zu finden, bei waagrechter Ausrichtung rutscht der Fahrer von der Entlastungsstufe. Bei passender Ausrichtung (Sattelnase leicht nach oben) ergeben sich ungünstige Druckspitzen im Dammbereich. Es lastet zwar viel Druck im Bereich der Sitzknochen, der Fahrer sitzt aber nicht stabil auf dem Sattel, das verdeutlicht die Video-Analyse. Zusätzlich übernehmen die Hände mehr Stützarbeit als gewöhnlich. Hier gibt es vom Labor keine Empfehlung.Foto: BIKE Magazin
Viel nutzbare Sitzfläche und die angenehme Polsterung machen den 611 Active zum komfortablen Begleiter – wenn er zum Fahrer passt. Die passende Sitzposition war für den Fahrer nur schwer zu finden, bei waagrechter Ausrichtung rutscht der Fahrer von der Entlastungsstufe. Bei passender Ausrichtung (Sattelnase leicht nach oben) ergeben sich ungünstige Druckspitzen im Dammbereich. Es lastet zwar viel Druck im Bereich der Sitzknochen, der Fahrer sitzt aber nicht stabil auf dem Sattel, das verdeutlicht die Video-Analyse. Zusätzlich übernehmen die Hände mehr Stützarbeit als gewöhnlich. Hier gibt es vom Labor keine Empfehlung.
Der Ergon SME3 in der schmalen Ausführung passt optimal zum Sitzknochenabstand des Fahrers. Die Polsterung ist komfortabel, aber auch für längere Touren gut geeignet. Der flache Sitzbereich verteilt den entstehenden Druck recht gut. Als störend empfand der Tester die etwas breite Sattelnase, die jedoch den Dammbereich sauber entlastet. Der Druck ist eigentlich gut auf den Sitzknochen verteilt, allerdings zeigt die Druckmessung eine ungleichmäßige seitliche Verteilung. Der Tester verspührt Reibung am Oberschenkel und an der dicken Naht am Sattel und weicht diesen Punkten während der Fahrt aus. Aus diesen Gründen gibt es für unseren Enduro-Piloten vom Labor keine Empfehlung für diesen Sattel.Foto: BIKE Magazin
Der Ergon SME3 in der schmalen Ausführung passt optimal zum Sitzknochenabstand des Fahrers. Die Polsterung ist komfortabel, aber auch für längere Touren gut geeignet. Der flache Sitzbereich verteilt den entstehenden Druck recht gut. Als störend empfand der Tester die etwas breite Sattelnase, die jedoch den Dammbereich sauber entlastet. Der Druck ist eigentlich gut auf den Sitzknochen verteilt, allerdings zeigt die Druckmessung eine ungleichmäßige seitliche Verteilung. Der Tester verspührt Reibung am Oberschenkel und an der dicken Naht am Sattel und weicht diesen Punkten während der Fahrt aus. Aus diesen Gründen gibt es für unseren Enduro-Piloten vom Labor keine Empfehlung für diesen Sattel.
Der Pro Falcon fällt am Heck fast etwas schmal für den Fahrer aus, könnte also in der breiteren Version gefahren werden. Das ist aber auch das einzige Manko des Sattels. Das Druckbild zeigt eine optimale Druckverteilung auf den beiden Sitzknochen. Der Dammbereich ist völlig entlastet. Die schmale Sattelnase gibt den recht dicken Oberschenkeln genügend Bewegungsspielraum beim Treten. Uneingeschränkte Empfehlung aus dem Labor und auch der Fahrer fühlte sich wohl auf dem Pro.Foto: BIKE Magazin
Der Pro Falcon fällt am Heck fast etwas schmal für den Fahrer aus, könnte also in der breiteren Version gefahren werden. Das ist aber auch das einzige Manko des Sattels. Das Druckbild zeigt eine optimale Druckverteilung auf den beiden Sitzknochen. Der Dammbereich ist völlig entlastet. Die schmale Sattelnase gibt den recht dicken Oberschenkeln genügend Bewegungsspielraum beim Treten. Uneingeschränkte Empfehlung aus dem Labor und auch der Fahrer fühlte sich wohl auf dem Pro.
Der Scratch X14 ist ein recht stark kurvierter Sattel, dadurch ergibt sich – wie auch im Druckbild ersichtlich – eine recht große Auflagefläche. Gleichzeitig fällt die Sitzfläche an den Flanken stark ab, wodurch nur noch wenig Druck auf den Sitzknochen liegt und mehr Belastung auf den Dammbereich gelenkt wird. Der Fahrer sitzt fast wie in einem Reitsattel integriert. Das führt zwar zu einer guten Kraftübertragung, gleichzeitig aber auch zu hohem Druck im Dammbereich. Das zeigt sich auch im Druckbild an der ungleichmäßigen seitlichen Druckverteilung. Auch hier weicht der Fahrer wieder der unkomfortablen Haltung aus. Das Labor empfiehlt dieses Modell nicht.Foto: BIKE Magazin
Der Scratch X14 ist ein recht stark kurvierter Sattel, dadurch ergibt sich – wie auch im Druckbild ersichtlich – eine recht große Auflagefläche. Gleichzeitig fällt die Sitzfläche an den Flanken stark ab, wodurch nur noch wenig Druck auf den Sitzknochen liegt und mehr Belastung auf den Dammbereich gelenkt wird. Der Fahrer sitzt fast wie in einem Reitsattel integriert. Das führt zwar zu einer guten Kraftübertragung, gleichzeitig aber auch zu hohem Druck im Dammbereich. Das zeigt sich auch im Druckbild an der ungleichmäßigen seitlichen Druckverteilung. Auch hier weicht der Fahrer wieder der unkomfortablen Haltung aus. Das Labor empfiehlt dieses Modell nicht.
Der SLR XC passt von der Breite sehr gut zur Anatomie des Fahrers. Die Sitzknochen können viel Druck aufnehmen. Es gibt keine unangenehmen Spitzen, der Druck verteilt sich gleichmäßig auf beide Seiten. Die Polsterung fällt recht straff aus, aber nicht unkomfortabel und eignet sich sehr gut für ausgedehnte Touren. Vom Labor erhält der SLR XC nur eine bedingte Empfehlung, da im Dammbereich leichte Druckspitzen gemessen werden. In der Praxis konnte der Sattel allerdings vollkommen überzeugen.Foto: BIKE Magazin
Der SLR XC passt von der Breite sehr gut zur Anatomie des Fahrers. Die Sitzknochen können viel Druck aufnehmen. Es gibt keine unangenehmen Spitzen, der Druck verteilt sich gleichmäßig auf beide Seiten. Die Polsterung fällt recht straff aus, aber nicht unkomfortabel und eignet sich sehr gut für ausgedehnte Touren. Vom Labor erhält der SLR XC nur eine bedingte Empfehlung, da im Dammbereich leichte Druckspitzen gemessen werden. In der Praxis konnte der Sattel allerdings vollkommen überzeugen.
Auch der Henge passt von der Breite sehr gut zum Fahrer. Die Polsterung fällt etwas weicher aus als bei Selle Italia. Der Sattel baut insgesamt relativ flach, wodurch sich der Druck gut verteilen kann. Die Vertiefung in der Mitte ist in diesem Fall aber eigentlich unnötig und schmälert den nutzbaren Sitzbereich etwas. Durch die breite Sattelnase entsteht am Oberschenkel etwas Reibung. Im Labor zeigen sich leichte Druckstellen im Dammbereich, in der Praxis sind diese aber nicht spürbar. Insgesamt ist der Henge für unseren Tester empfehlenswert.  Foto: BIKE Magazin
Auch der Henge passt von der Breite sehr gut zum Fahrer. Die Polsterung fällt etwas weicher aus als bei Selle Italia. Der Sattel baut insgesamt relativ flach, wodurch sich der Druck gut verteilen kann. Die Vertiefung in der Mitte ist in diesem Fall aber eigentlich unnötig und schmälert den nutzbaren Sitzbereich etwas. Durch die breite Sattelnase entsteht am Oberschenkel etwas Reibung. Im Labor zeigen sich leichte Druckstellen im Dammbereich, in der Praxis sind diese aber nicht spürbar. Insgesamt ist der Henge für unseren Tester empfehlenswert.  
Viel nutzbare Sitzfläche und die angenehme Polsterung machen den 611 Active zum komfortablen Begleiter – wenn er zum Fahrer passt. Die passende Sitzposition war für den Fahrer nur schwer zu finden, bei waagrechter Ausrichtung rutscht der Fahrer von der Entlastungsstufe. Bei passender Ausrichtung (Sattelnase leicht nach oben) ergeben sich ungünstige Druckspitzen im Dammbereich. Es lastet zwar viel Druck im Bereich der Sitzknochen, der Fahrer sitzt aber nicht stabil auf dem Sattel, das verdeutlicht die Video-Analyse. Zusätzlich übernehmen die Hände mehr Stützarbeit als gewöhnlich. Hier gibt es vom Labor keine Empfehlung.Foto: BIKE Magazin
Viel nutzbare Sitzfläche und die angenehme Polsterung machen den 611 Active zum komfortablen Begleiter – wenn er zum Fahrer passt. Die passende Sitzposition war für den Fahrer nur schwer zu finden, bei waagrechter Ausrichtung rutscht der Fahrer von der Entlastungsstufe. Bei passender Ausrichtung (Sattelnase leicht nach oben) ergeben sich ungünstige Druckspitzen im Dammbereich. Es lastet zwar viel Druck im Bereich der Sitzknochen, der Fahrer sitzt aber nicht stabil auf dem Sattel, das verdeutlicht die Video-Analyse. Zusätzlich übernehmen die Hände mehr Stützarbeit als gewöhnlich. Hier gibt es vom Labor keine Empfehlung.
Der Ergon SME3 in der schmalen Ausführung passt optimal zum Sitzknochenabstand des Fahrers. Die Polsterung ist komfortabel, aber auch für längere Touren gut geeignet. Der flache Sitzbereich verteilt den entstehenden Druck recht gut. Als störend empfand der Tester die etwas breite Sattelnase, die jedoch den Dammbereich sauber entlastet. Der Druck ist eigentlich gut auf den Sitzknochen verteilt, allerdings zeigt die Druckmessung eine ungleichmäßige seitliche Verteilung. Der Tester verspührt Reibung am Oberschenkel und an der dicken Naht am Sattel und weicht diesen Punkten während der Fahrt aus. Aus diesen Gründen gibt es für unseren Enduro-Piloten vom Labor keine Empfehlung für diesen Sattel.Foto: BIKE Magazin
Der Ergon SME3 in der schmalen Ausführung passt optimal zum Sitzknochenabstand des Fahrers. Die Polsterung ist komfortabel, aber auch für längere Touren gut geeignet. Der flache Sitzbereich verteilt den entstehenden Druck recht gut. Als störend empfand der Tester die etwas breite Sattelnase, die jedoch den Dammbereich sauber entlastet. Der Druck ist eigentlich gut auf den Sitzknochen verteilt, allerdings zeigt die Druckmessung eine ungleichmäßige seitliche Verteilung. Der Tester verspührt Reibung am Oberschenkel und an der dicken Naht am Sattel und weicht diesen Punkten während der Fahrt aus. Aus diesen Gründen gibt es für unseren Enduro-Piloten vom Labor keine Empfehlung für diesen Sattel.
Der Ergon SME3 in der schmalen Ausführung passt optimal zum Sitzknochenabstand des Fahrers. Die Polsterung ist komfortabel, aber auch für längere Touren gut geeignet. Der flache Sitzbereich verteilt den entstehenden Druck recht gut. Als störend empfand der Tester die etwas breite Sattelnase, die jedoch den Dammbereich sauber entlastet. Der Druck ist eigentlich gut auf den Sitzknochen verteilt, allerdings zeigt die Druckmessung eine ungleichmäßige seitliche Verteilung. Der Tester verspührt Reibung am Oberschenkel und an der dicken Naht am Sattel und weicht diesen Punkten während der Fahrt aus. Aus diesen Gründen gibt es für unseren Enduro-Piloten vom Labor keine Empfehlung für diesen Sattel.
Der Pro Falcon fällt am Heck fast etwas schmal für den Fahrer aus, könnte also in der breiteren Version gefahren werden. Das ist aber auch das einzige Manko des Sattels. Das Druckbild zeigt eine optimale Druckverteilung auf den beiden Sitzknochen. Der Dammbereich ist völlig entlastet. Die schmale Sattelnase gibt den recht dicken Oberschenkeln genügend Bewegungsspielraum beim Treten. Uneingeschränkte Empfehlung aus dem Labor und auch der Fahrer fühlte sich wohl auf dem Pro.
Der Scratch X14 ist ein recht stark kurvierter Sattel, dadurch ergibt sich – wie auch im Druckbild ersichtlich – eine recht große Auflagefläche. Gleichzeitig fällt die Sitzfläche an den Flanken stark ab, wodurch nur noch wenig Druck auf den Sitzknochen liegt und mehr Belastung auf den Dammbereich gelenkt wird. Der Fahrer sitzt fast wie in einem Reitsattel integriert. Das führt zwar zu einer guten Kraftübertragung, gleichzeitig aber auch zu hohem Druck im Dammbereich. Das zeigt sich auch im Druckbild an der ungleichmäßigen seitlichen Druckverteilung. Auch hier weicht der Fahrer wieder der unkomfortablen Haltung aus. Das Labor empfiehlt dieses Modell nicht.
Der SLR XC passt von der Breite sehr gut zur Anatomie des Fahrers. Die Sitzknochen können viel Druck aufnehmen. Es gibt keine unangenehmen Spitzen, der Druck verteilt sich gleichmäßig auf beide Seiten. Die Polsterung fällt recht straff aus, aber nicht unkomfortabel und eignet sich sehr gut für ausgedehnte Touren. Vom Labor erhält der SLR XC nur eine bedingte Empfehlung, da im Dammbereich leichte Druckspitzen gemessen werden. In der Praxis konnte der Sattel allerdings vollkommen überzeugen.
Auch der Henge passt von der Breite sehr gut zum Fahrer. Die Polsterung fällt etwas weicher aus als bei Selle Italia. Der Sattel baut insgesamt relativ flach, wodurch sich der Druck gut verteilen kann. Die Vertiefung in der Mitte ist in diesem Fall aber eigentlich unnötig und schmälert den nutzbaren Sitzbereich etwas. Durch die breite Sattelnase entsteht am Oberschenkel etwas Reibung. Im Labor zeigen sich leichte Druckstellen im Dammbereich, in der Praxis sind diese aber nicht spürbar. Insgesamt ist der Henge für unseren Tester empfehlenswert.  
Viel nutzbare Sitzfläche und die angenehme Polsterung machen den 611 Active zum komfortablen Begleiter – wenn er zum Fahrer passt. Die passende Sitzposition war für den Fahrer nur schwer zu finden, bei waagrechter Ausrichtung rutscht der Fahrer von der Entlastungsstufe. Bei passender Ausrichtung (Sattelnase leicht nach oben) ergeben sich ungünstige Druckspitzen im Dammbereich. Es lastet zwar viel Druck im Bereich der Sitzknochen, der Fahrer sitzt aber nicht stabil auf dem Sattel, das verdeutlicht die Video-Analyse. Zusätzlich übernehmen die Hände mehr Stützarbeit als gewöhnlich. Hier gibt es vom Labor keine Empfehlung.
Auch beim Marathon-Fahrer erfordert der SQlab Sattel eine sehr präzise Einstellung. Der Sattel funktioniert nur, wenn die Nase vorne etwas höher gestellt wird. Dann sitzt der Fahrer aber fast ausschließlich auf den Sitzknochen. Die Polsterung ist für den Marathon-Einsatz recht komfortabel. Druckspitzen entstehen nur an den dafür vorgesehenen Sitzknochen. Der Dammbereich wird gut entlastet, hier geht das Konzept des Stufensattels voll auf.Foto: BIKE Magazin
Auch beim Marathon-Fahrer erfordert der SQlab Sattel eine sehr präzise Einstellung. Der Sattel funktioniert nur, wenn die Nase vorne etwas höher gestellt wird. Dann sitzt der Fahrer aber fast ausschließlich auf den Sitzknochen. Die Polsterung ist für den Marathon-Einsatz recht komfortabel. Druckspitzen entstehen nur an den dafür vorgesehenen Sitzknochen. Der Dammbereich wird gut entlastet, hier geht das Konzept des Stufensattels voll auf.
Das dicke Polster macht den SM3 zwar anfangs komfortabel. Mit zunehmender Fahrtdauer sitzt es sich aber etwas durch. Die breite Sattelnase reibt an den recht dicken Oberschenkeln des Testers. Die Aussparung im Dammbereich sorgt für leichten Druck. Durch die sportliche Sitzposition verschiebt sich die Belastung bei unserem Marathonfahrer eher Richtung Schambein. Weit vorne montiert gleicht das der Sattel aber gut aus. Aufgrund schlechter Stabilität während der Fahrt und erhöhtem Druck im Schambereich erhält der SM3 keine Empfehlung aus dem Labor.Foto: BIKE Magazin
Das dicke Polster macht den SM3 zwar anfangs komfortabel. Mit zunehmender Fahrtdauer sitzt es sich aber etwas durch. Die breite Sattelnase reibt an den recht dicken Oberschenkeln des Testers. Die Aussparung im Dammbereich sorgt für leichten Druck. Durch die sportliche Sitzposition verschiebt sich die Belastung bei unserem Marathonfahrer eher Richtung Schambein. Weit vorne montiert gleicht das der Sattel aber gut aus. Aufgrund schlechter Stabilität während der Fahrt und erhöhtem Druck im Schambereich erhält der SM3 keine Empfehlung aus dem Labor.
Die breite Version des Turnix passt optimal zum Sitzknochenabstand des Testers. Die Polsterung ist eher hart und absolut langstreckentauglich. Der Druck verteilt sich großflächig über den Sattel, es treten hier keinerlei Druckspitzen auf. Die Sattelnase weist zwar eine leichte Kurvierung auf, drückt aber nicht auf den Dammbereich. Im Labor zeigt der Turnix das gleichmäßigste und beste Druckbild und kann ohne Einschränkung empfohlen werden.Foto: BIKE Magazin
Die breite Version des Turnix passt optimal zum Sitzknochenabstand des Testers. Die Polsterung ist eher hart und absolut langstreckentauglich. Der Druck verteilt sich großflächig über den Sattel, es treten hier keinerlei Druckspitzen auf. Die Sattelnase weist zwar eine leichte Kurvierung auf, drückt aber nicht auf den Dammbereich. Im Labor zeigt der Turnix das gleichmäßigste und beste Druckbild und kann ohne Einschränkung empfohlen werden.
Der Prologo fällt im Vergleich eher schmal aus, seine Polsterung ist straff und recht sportlich. Auf der kurzen Nase verhindern kleine Saugnäpfe, dass der Fahrer auf dem Sattel umherrutscht. Obwohl der Sattel auf nicht allzu langen Ausfahrten komfortabel scheint, zeigen sich im Druckbild auffällige Verteilungen. Der Fahrer sitzt etwas einseitig im Sattel, im Dammbereich bilden sich leichte Druckspitzen. Vom Labor gibt es daher nur eine bedingte Empfehlung.Foto: BIKE Magazin
Der Prologo fällt im Vergleich eher schmal aus, seine Polsterung ist straff und recht sportlich. Auf der kurzen Nase verhindern kleine Saugnäpfe, dass der Fahrer auf dem Sattel umherrutscht. Obwohl der Sattel auf nicht allzu langen Ausfahrten komfortabel scheint, zeigen sich im Druckbild auffällige Verteilungen. Der Fahrer sitzt etwas einseitig im Sattel, im Dammbereich bilden sich leichte Druckspitzen. Vom Labor gibt es daher nur eine bedingte Empfehlung.
Beim Selle Italia wurde die Breite passend zum Fahrer gewählt. Das Problem ist in diesem Fall die sehr große Aussparung. Sie schränkt die nutzbare Sitzfläche stark ein. Der Druck verlagert sich auf die Kanten neben der Aussparung, dort bilden sich Druckspitzen. Der Fahrer findet nur schwer eine passende Sitzposition, was sich in einer ungleichmäßigen Druckverteilung und schlechter Stabilität im Sattel niederschlägt. Für diesen Fahrer kann der Sattel nicht empfohlen werden.Foto: BIKE Magazin
Beim Selle Italia wurde die Breite passend zum Fahrer gewählt. Das Problem ist in diesem Fall die sehr große Aussparung. Sie schränkt die nutzbare Sitzfläche stark ein. Der Druck verlagert sich auf die Kanten neben der Aussparung, dort bilden sich Druckspitzen. Der Fahrer findet nur schwer eine passende Sitzposition, was sich in einer ungleichmäßigen Druckverteilung und schlechter Stabilität im Sattel niederschlägt. Für diesen Fahrer kann der Sattel nicht empfohlen werden.
Der Phenom ist mit einer breiten aber unauffälligen Nase ausgestattet. Hinten ist der Sattel etwas hochgezogen, dadurch kann die Kraft gut aufs Pedal übertragen werden. Die Polsterung ist auch auf langen Strecken sehr komfortabel. Leichte Druckstellen bilden sich an den Außenseiten des breiten Hecks. Auch an der Seiten der Aussparung entsteht etwas erhöhter Druck. In diesem Fall wäre die Aussparung nicht nötig und würde zu einer Erweiterung der nutzbaren Sitzfläche führen. Vom Labor bedingt empfehlenswert, im Praxistest aber überzeugend.Foto: BIKE Magazin
Der Phenom ist mit einer breiten aber unauffälligen Nase ausgestattet. Hinten ist der Sattel etwas hochgezogen, dadurch kann die Kraft gut aufs Pedal übertragen werden. Die Polsterung ist auch auf langen Strecken sehr komfortabel. Leichte Druckstellen bilden sich an den Außenseiten des breiten Hecks. Auch an der Seiten der Aussparung entsteht etwas erhöhter Druck. In diesem Fall wäre die Aussparung nicht nötig und würde zu einer Erweiterung der nutzbaren Sitzfläche führen. Vom Labor bedingt empfehlenswert, im Praxistest aber überzeugend.
Auch beim Marathon-Fahrer erfordert der SQlab Sattel eine sehr präzise Einstellung. Der Sattel funktioniert nur, wenn die Nase vorne etwas höher gestellt wird. Dann sitzt der Fahrer aber fast ausschließlich auf den Sitzknochen. Die Polsterung ist für den Marathon-Einsatz recht komfortabel. Druckspitzen entstehen nur an den dafür vorgesehenen Sitzknochen. Der Dammbereich wird gut entlastet, hier geht das Konzept des Stufensattels voll auf.Foto: BIKE Magazin
Auch beim Marathon-Fahrer erfordert der SQlab Sattel eine sehr präzise Einstellung. Der Sattel funktioniert nur, wenn die Nase vorne etwas höher gestellt wird. Dann sitzt der Fahrer aber fast ausschließlich auf den Sitzknochen. Die Polsterung ist für den Marathon-Einsatz recht komfortabel. Druckspitzen entstehen nur an den dafür vorgesehenen Sitzknochen. Der Dammbereich wird gut entlastet, hier geht das Konzept des Stufensattels voll auf.
Das dicke Polster macht den SM3 zwar anfangs komfortabel. Mit zunehmender Fahrtdauer sitzt es sich aber etwas durch. Die breite Sattelnase reibt an den recht dicken Oberschenkeln des Testers. Die Aussparung im Dammbereich sorgt für leichten Druck. Durch die sportliche Sitzposition verschiebt sich die Belastung bei unserem Marathonfahrer eher Richtung Schambein. Weit vorne montiert gleicht das der Sattel aber gut aus. Aufgrund schlechter Stabilität während der Fahrt und erhöhtem Druck im Schambereich erhält der SM3 keine Empfehlung aus dem Labor.Foto: BIKE Magazin
Das dicke Polster macht den SM3 zwar anfangs komfortabel. Mit zunehmender Fahrtdauer sitzt es sich aber etwas durch. Die breite Sattelnase reibt an den recht dicken Oberschenkeln des Testers. Die Aussparung im Dammbereich sorgt für leichten Druck. Durch die sportliche Sitzposition verschiebt sich die Belastung bei unserem Marathonfahrer eher Richtung Schambein. Weit vorne montiert gleicht das der Sattel aber gut aus. Aufgrund schlechter Stabilität während der Fahrt und erhöhtem Druck im Schambereich erhält der SM3 keine Empfehlung aus dem Labor.
Das dicke Polster macht den SM3 zwar anfangs komfortabel. Mit zunehmender Fahrtdauer sitzt es sich aber etwas durch. Die breite Sattelnase reibt an den recht dicken Oberschenkeln des Testers. Die Aussparung im Dammbereich sorgt für leichten Druck. Durch die sportliche Sitzposition verschiebt sich die Belastung bei unserem Marathonfahrer eher Richtung Schambein. Weit vorne montiert gleicht das der Sattel aber gut aus. Aufgrund schlechter Stabilität während der Fahrt und erhöhtem Druck im Schambereich erhält der SM3 keine Empfehlung aus dem Labor.
Die breite Version des Turnix passt optimal zum Sitzknochenabstand des Testers. Die Polsterung ist eher hart und absolut langstreckentauglich. Der Druck verteilt sich großflächig über den Sattel, es treten hier keinerlei Druckspitzen auf. Die Sattelnase weist zwar eine leichte Kurvierung auf, drückt aber nicht auf den Dammbereich. Im Labor zeigt der Turnix das gleichmäßigste und beste Druckbild und kann ohne Einschränkung empfohlen werden.
Der Prologo fällt im Vergleich eher schmal aus, seine Polsterung ist straff und recht sportlich. Auf der kurzen Nase verhindern kleine Saugnäpfe, dass der Fahrer auf dem Sattel umherrutscht. Obwohl der Sattel auf nicht allzu langen Ausfahrten komfortabel scheint, zeigen sich im Druckbild auffällige Verteilungen. Der Fahrer sitzt etwas einseitig im Sattel, im Dammbereich bilden sich leichte Druckspitzen. Vom Labor gibt es daher nur eine bedingte Empfehlung.
Beim Selle Italia wurde die Breite passend zum Fahrer gewählt. Das Problem ist in diesem Fall die sehr große Aussparung. Sie schränkt die nutzbare Sitzfläche stark ein. Der Druck verlagert sich auf die Kanten neben der Aussparung, dort bilden sich Druckspitzen. Der Fahrer findet nur schwer eine passende Sitzposition, was sich in einer ungleichmäßigen Druckverteilung und schlechter Stabilität im Sattel niederschlägt. Für diesen Fahrer kann der Sattel nicht empfohlen werden.
Der Phenom ist mit einer breiten aber unauffälligen Nase ausgestattet. Hinten ist der Sattel etwas hochgezogen, dadurch kann die Kraft gut aufs Pedal übertragen werden. Die Polsterung ist auch auf langen Strecken sehr komfortabel. Leichte Druckstellen bilden sich an den Außenseiten des breiten Hecks. Auch an der Seiten der Aussparung entsteht etwas erhöhter Druck. In diesem Fall wäre die Aussparung nicht nötig und würde zu einer Erweiterung der nutzbaren Sitzfläche führen. Vom Labor bedingt empfehlenswert, im Praxistest aber überzeugend.
Auch beim Marathon-Fahrer erfordert der SQlab Sattel eine sehr präzise Einstellung. Der Sattel funktioniert nur, wenn die Nase vorne etwas höher gestellt wird. Dann sitzt der Fahrer aber fast ausschließlich auf den Sitzknochen. Die Polsterung ist für den Marathon-Einsatz recht komfortabel. Druckspitzen entstehen nur an den dafür vorgesehenen Sitzknochen. Der Dammbereich wird gut entlastet, hier geht das Konzept des Stufensattels voll auf.

Um eine objektive Auswertung zu gewährleisten fanden zuerst die Testfahrten statt. Danach wurden die Sättel bei gebioMized analysiert und bewertet, allerdings ohne die Ergebnisse aus dem Praxistest zu kennen. In einem abschließenden Gespräch wurden die gesammelten Daten zusammengeführt. Hier die Bewertungen:

So funktioniert die Vermessung bei gebioMized

Um eventuellen Messfehlern vorzubeugen, wurden die Vermessungen unter standardisierten Laborbedingungen durchgeführt. Folgende Punkte wurden bei jedem Durchgang identisch ausgeführt:

  Lotte Kraus von gebioMized analysiert die korrekte Sitzhöhe anhand der Gelenkwinkel.Foto: gebioMized
Lotte Kraus von gebioMized analysiert die korrekte Sitzhöhe anhand der Gelenkwinkel.
  • Die Sitzposition wurde anhand einer Gelenkwinkelanalyse in der Dynamik eingestellt
  • Die Sattelposition wurde anhand des Kraftangriffspunktes auf dem Sattel ermittelt
  • Für gleichbleibende Tretwiderstände sorgte ein wattgesteuerter Rollentrainer (Tacx Bushido)
  • Gefahren wurde jeweils mit identischer Trittfrequenz
  • Raum, Temperatur, sowie die Kleidung der Testfahrer wurde während der Messungen nicht verändert

Ausgefeilte Messtechnik

Die Druckmessung wurde für jedes Sattelmodell über einen vorgegebenen Zeitraum in der Dynamik durchgeführt. Auf der so genannten „GP BikeMess“-Druckmessfolie sind 64 Sensoren positioniert, welche die Belastungsverteilung über eine Farbskalierung in den 64 Zonen grafisch darstellen.

In der fertigen Grafik werden folgende Daten dargestellt:

  Blaue Flächen bedeuten wenig Druck, rote Flächen hohe Druckbelastung. Auch eine ungleichmäißge Verteilung kann entlarvt werden.Foto: gebioMized
Blaue Flächen bedeuten wenig Druck, rote Flächen hohe Druckbelastung. Auch eine ungleichmäißge Verteilung kann entlarvt werden.
  • Der Maximaldruck für eine Zone
  • Der gemittelte Druck für den Messzeitraum pro Zone
  • Die Gleichmäßigkeit der Druckverteilung rechts/links
  • Der Kraftangriffspunkt, welcher den Schwerpunkt des Sitzens auf dem Sattel angibt

Was man aus der Druckmessung ablesen kann

  Typisches Druckbild unseres Marathon-Fahrers. Geringe Druckspitzen, Belastung leicht Richtung Schambeinbogen verschoben.Foto: gebioMized
Typisches Druckbild unseres Marathon-Fahrers. Geringe Druckspitzen, Belastung leicht Richtung Schambeinbogen verschoben.
  Durch aufrechte Haltung und höheres Gewicht sind auch die Druckspitzen größer. Das Gewicht lastet nur auf dem Sitzbeinknochen.Foto: gebioMized
Durch aufrechte Haltung und höheres Gewicht sind auch die Druckspitzen größer. Das Gewicht lastet nur auf dem Sitzbeinknochen.

Blaue Flächen in der Grafik weisen Bereiche mit geringer Druckbelastung auf. Je mehr die Farbskala in den roten Bereich wechselt, desto höher wird die Druckbelastung in den entsprechenden Bereichen. Ein hoher Druck muss jedoch nicht gleichzeitig ein Problem darstellen. Treten im Bereich der Sitzknochen hohe Belastungen auf, ist das völlig in Ordnung und sogar gewünscht. Die Sitzbeinhöcker sind dafür gemacht, diese Belastung aufzunehmen. Druck oder rote Bereiche im Schambeinbereich dagegen sollten vermieden werden, weil sie zu Schmerzen und Taubheitsgefühlen führen können.

Ungleichmäßige Druckverteilungen können ein Indiz dafür sein, dass der Sattel an bestimmten Stellen für den Fahrer unkomfortabel ist und er diesen Stellen über eine Positions-Verlagerung ausweicht. Dieser Effekt kann zum Beispiel in der Video-Analyse über eine unruhige Haltung während der Fahrt verdeutlicht werden. In solch einem Fall wäre ein Sattel nicht empfehlenswert.

Die Druckbilder der beiden Testfahrer unterscheiden sich ebenfalls deutlich voneinander. Das liegt an mehreren Faktoren: Zum einen wiegt der Enduro-Fahrer etwa zehn Kilogramm mehr, als der Marathon-Pilot. Daher drückt mehr Gewichtskraft auf den Sattel, das Druckbild läuft mehr ins rötliche Farbschema. Aufgrund der aufrechten Position des Enduro-Fahrers lastet ebenfalls mehr Gewicht auf dem Sattel, speziell im Sitzbeinbereich. Zudem ist der Enduro-Fahrer als reinrassiger Sitzbeinbelaster klassifiziert, was den Druck nochmals mehr auf den hinteren Teil des Sattels lenkt.

Weitere Infos zum Sattelthema


Unterschied Sitzbein- und Schambeinbelaster

  Beim Sitzbeinbelaster lastet der Druck auf den Sitzbeinhöckern. Auch das kann zu Druckschmerzen führen. Durch häufiges Training gewöhnen sich aber die Sitzhöcker an die Belastung, sie sind dafür anatomisch vorgesehen.Foto: gebioMized
Beim Sitzbeinbelaster lastet der Druck auf den Sitzbeinhöckern. Auch das kann zu Druckschmerzen führen. Durch häufiges Training gewöhnen sich aber die Sitzhöcker an die Belastung, sie sind dafür anatomisch vorgesehen.
  Bei Schambeinbelastern lastet viel Druck auf den Schambeinkufen. Das kann zu Druckschmerzen und Taubheitsgefühlen führen.Foto: gebioMized
Bei Schambeinbelastern lastet viel Druck auf den Schambeinkufen. Das kann zu Druckschmerzen und Taubheitsgefühlen führen.

Biker können grob in die beiden Kategorien Sitzbeinbelaster und Schambeinbelaster eingeteilt werden. Eine aufrechte Haltung auf dem Rad fördert häufig die Tendenz eher die Sitzknochen zu belasten. Das ist jedoch nicht garantiert. Vor allem die Beweglichkeit des Fahrers im Becken und Oberkörper spielen hier eine große Rolle und sind von Fahrer zu Fahrer individuell unterschiedlich. Viele Biker rotieren im Becken stark nach vorne, um den Lenker greifen zu können. Dadurch verlagert sich die Sitzposition mehr in Richtung Schambein. Auch bei sportlicher Haltung auf dem Rad verschiebt sich die Belastung eher in Richtung Schambeinkufen. Generell gilt: der richtige Sattel sollte den Druck immer vom Schambeinbereich weg, in Richtung der Sitzhöcker lenken. Während der Fahrt verspüren Schambeinbelaster häufig Taubheitsgefühle im Dammbereich. Sitzbeinbelaster drückt es meist im Bereich der Sitzbeinhöcker.


Sattel-Montage: Kleine Veränderung, große Wirkung

  In der Ausgangsposition lastet bei diesem Sattel noch viel Gewicht im Bereich der Schambeinkufen.Foto: gebioMized
In der Ausgangsposition lastet bei diesem Sattel noch viel Gewicht im Bereich der Schambeinkufen.
  Die Sattelnase wurde um 0,7 Grad nach unten geneigt, der Sattel 3 Millimeter nach vorne geschoben. Das Druckbild wandert deutlich Richtung Sitzbeinknochen.Foto: gebioMized
Die Sattelnase wurde um 0,7 Grad nach unten geneigt, der Sattel 3 Millimeter nach vorne geschoben. Das Druckbild wandert deutlich Richtung Sitzbeinknochen.

Die korrekte Position eines Sattels bei der ersten Montage zu finden ist schier unmöglich. Zu Beginn sollte der Sattel in der Sitzfläche immer horizontal ausgerichtet werden. Treten bei den Testfahrten Probleme auf, kann die Sattelposition durch horizontales Verschieben oder über die Sattelneigung noch optimiert werden. Minimale Veränderungen können dabei schon sehr viel bewirken. Bei Druck im Schambeinbereich kann man beispielsweise versuchen, den Sattel einige Millimeter nach vorne zu schieben und somit das Gewicht mehr auf die Sitzfläche des Sattels zu schieben. Auch eine Veränderung der Sattelneigung kann Druck im Schambereich verringern. Dabei sollte man die Neigung jedoch nicht mehr als drei Grad verändern. Hier ein Beispiel:


Wenn gar kein Sattel passt

Sie finden auch nach umfangreicher Suche nicht den passenden Sattel? Dann bleibt immer noch die Möglichkeit, einen Maßsattel anfertigen zu lassen. Die Firma gebioMized hat sich auf diesen Bereich spezialisiert. Speziell geschulte Händler nehmen die Messungen für den individuellen Sattel vor. Dafür wird im ersten Schritt das passende Grundmodell ermittelt und davon eine Druckmessung erstellt. Anhand des Druckbildes wird die Satteloberfläche an die Anatomie des Fahrers angepasst und in einer speziellen CNC-Fräse bei gebioMized als Einzelstück gefertigt. Die Polsterhärte, Bezugfarbe und Design können vom Kunden gewählt werden. Nach Fertigstellung des Sattels erfolgt eine zweite Vermessung beim Händler, um die Passform des Sattels zu überprüfen. Weitere Informationen zum Thema Maßsattel und alle autorisierten Händler finden Sie auf der gebioMized-Webseite.

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