Posedla Joyseat 3.0 TTPosedla bringt Triathlon-Sattel aus dem 3D-Drucker

Maik Schröder

 · 22.08.2026

Posedla Joyseat 3.0 TT: Posedla bringt Triathlon-Sattel aus dem 3D-Drucker
Foto: Posedla
Mit dem Joyseat 3.0 TT bringt Posedla erstmals eine Version seines individuell gefertigten 3D-Druck-Sattels speziell für Zeitfahr- und Triathlonräder. Anders als die bisherigen Modelle Plus, Pro und Ultra ist der TT nicht nur über seine Materialien und sein Gewicht definiert. Entscheidend ist seine eigenständige Form für die nach vorn rotierte Beckenposition im Auflieger. Dazu kommt eine neue Polsterstruktur namens TriMesh.

Themen in diesem Artikel

Wer im Zeitfahr- oder Triathlon-Rad tief im Auflieger sitzt, belastet den Sattel anders als auf dem Rennrad oder Gravelbike. Das Becken rotiert nach vorne, der Kontakt zur Sattelnase nimmt zu und der Druck auf den vorderen Dammbereich steigt. Genau hier setzt der Joyseat 3.0 TT an.

Posedlas neuer Triathlon-Sattel: Anpassung an spezielle Anforderungen

Posedla beschreibt den TT als flachen Sattel mit breiterer und stärker gepolsterter Nase. Für männliche Fahrer ist ein geteilter Nasenbereich mit verlängertem Entlastungskanal vorgesehen. Bei der weiblichen Ausführung setzt Posedla dagegen auf eine breitere, weichere Nase ohne mittige Teilung. Die Sattelform soll damit nicht nach einem universellen Muster entstehen, sondern aus dem individuellen Beckenmodell, der Anatomie und dem Bewegungsablauf des Fahrers abgeleitet werden.

Das ist der wesentliche Unterschied zu den bisherigen Joyseat-Varianten: Der TT ist kein gewöhnlicher Road-Sattel mit etwas mehr Polster an der Front. Seine Geometrie ist von Anfang an auf die aggressive Aero-Position ausgelegt.

Posedla Joyseat 3.0 TT: kurz & knapp

  • Disziplin: Triathlon/Zeitfahren
  • Streben: 7 × 9 mm
  • Max. Fahrergewicht: 110 kg
  • Gewicht: ab 155 g
  • Materialien:
  • UD-Carbon-Streben
  • UD-Carbon-Satteluntergestell
  • maßgefertigte TPU-Polsterung
  • Preis: 599 Euro

Was ist beim Joyseat 3.0 TT neu?

1. Eigenständige TT- und Triathlon-Form

Die bisherigen Joyseat-Modelle werden für Straße, Gravel und Mountainbike unterschiedlich geformt. Der Road-Sattel besitzt ein flacheres Profil und weniger Polster, die Gravel-Version ist etwas universeller ausgelegt, während der MTB-Sattel stärker gekrümmt und dicker gepolstert ist.

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Der TT geht in eine andere Richtung. Er kombiniert ein flaches Profil mit einer breiteren, stärker unterstützenden Sattelnase und einer bis weit nach vorne reichenden Druckentlastung. So soll der Sattel auch dann Halt geben, wenn der Fahrer über längere Zeit in der tiefen Position bleibt.

2. TriMesh als neue 3D-Druck-Polsterung

Eine weitere Neuerung ist die Polsterstruktur TriMesh. Posedla verwendet dabei dreieckige Zellen, deren Größe, Dichte und Ausrichtung innerhalb des Sattels variiert werden können. Dadurch sollen verschiedene Bereiche gezielter auf Druck und Bewegung reagieren.

Nach Angaben des Herstellers bietet TriMesh rund 28 Prozent mehr kontrollierten Federweg als die bisherige Gitterstruktur. In den internen Messungen stieg der dynamische Federweg von etwa 0,88 auf 1,13 Millimeter. Wichtig ist: Das bedeutet nicht, dass der Fahrer stärker auf dem Sattel herumrutscht. Gemeint ist eine kontrolliertere Bewegung der Polsterstruktur unter Belastung.

Das Ziel ist eine Polsterung, die unter den Sitzknochen progressiv stützt, gleichzeitig im empfindlichen vorderen Bereich nachgiebiger reagiert und die Druckverteilung gleichmäßiger gestaltet. Posedla betont, TriMesh sei nicht einfach weicher, sondern anpassungsfähiger.

3. Individuelle Anpassung bis in die Nasenpartie

Wie bei den anderen Joyseat-Sätteln fließen auch beim TT die Maße aus dem sogenannten Smiling Butt Kit sowie Angaben zu Körper, Fahrstil, Fahrrad und durchschnittlicher Fahrtdauer in die Berechnung ein. Beim TT ist diese individuelle Auslegung besonders relevant, weil sich die Anforderungen an die Sattelnase je nach Anatomie und Sitzposition stark unterscheiden.

Posedla berücksichtigt nach eigenen Angaben unter anderem das Beckenmodell, die gewünschte Sattelbreite, die Nasengeometrie und den Abstand der Oberschenkel. Auch die Druckentlastung wird nicht für alle Fahrer identisch umgesetzt.

Vergleich: Joyseat Plus, Pro, Ultra und TT

ModellSchale und StrebenGewicht abBesonderheit
Joyseat PlusNylon, Edelstahlstreben220 gRobust, keine angegebene Belastungsgrenze
Joyseat ProTwill-Carbon, UD-Carbonstreben165 gLeichte Performance-Version, bis 100 kg
Joyseat UltraUD-Carbon, UD-Carbonstreben155 gLeichteste und steifste Variante, bis 110 kg
Joyseat TTUD-Carbon, UD-Carbonstreben155 gAero-Form, breitere Nase, Triathlon-spezifische Druckentlastung

Der Unterschied zum Ultra liegt also nicht primär in Gewicht oder Material, sondern in der Sitzflächen-Geometrie und der vorgesehenen Anwendung. Der Ultra ist für Rennen und aggressive Fahrpositionen allgemein ausgelegt. Der TT ist dagegen speziell für die Belastung im Zeitfahr- und Triathlon-Einsatz konfiguriert.

Was bleibt vom bisherigen Joyseat?

Das Grundprinzip des Joyseat bleibt unverändert: Der Sattel wird auf Basis eines Abdrucks und persönlicher Fahrdaten individuell gefertigt. Im BIKE-Test des Posedla Joyseat 2.0 überzeugte das Konzept mit einer guten Passform und einer klaren Entlastung empfindlicher Bereiche. Nach rund 200 Kilometern zeigte die Druckmessung eine Konzentration der Belastung auf den Sitzknochen. Gleichzeitig fiel das Obermaterial im Test vergleichsweise hart aus.

Der neue TT soll nun vor allem den Anforderungen von Fahrern gerecht werden, die nicht aufrecht oder in einer moderaten Rennradposition sitzen, sondern über lange Zeit mit nach vorne rotiertem Becken fahren. Ob die neue Nasengeometrie und TriMesh im praktischen Triathlon-Einsatz tatsächlich einen deutlichen Vorteil bringen, muss ein ausführlicher Test zeigen. Die technischen Voraussetzungen dafür sind jedoch interessant: Posedla kombiniert die bekannte Maßanfertigung mit einer speziell auf die Aero-Position zugeschnittenen Plattform.

Kurz gesagt: Der Joyseat 3.0 TT ist weniger ein weiteres Ausstattungsmodell als eine neue Anwendungsidee innerhalb des Joyseat-Systems. Während Plus, Pro und Ultra vor allem über Material, Gewicht und Steifigkeit unterschieden werden, bringt der TT eine eigenständige Form für Zeitfahr- und Triathlonfahrer. Die neue TriMesh-Polsterung soll dabei für mehr kontrollierte Anpassung sorgen, ohne die notwendige Unterstützung unter den Sitzknochen aufzugeben.

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Maik Schröder

Redakteur

Maik Schröder ist gebürtiger Ostwestfale und fährt am liebsten auf seinem Gravelbike durch die Natur. Gerne darf die Tour auch einen kulinarischen Stopp enthalten, um sich für die nächsten Kilometer zu stärken. Auch wenn es im Flachland wenig Höhenmeter zu bewältigen gilt, hat er das ambitionierte Ziel, einmal eine Transalp zu absolvieren. Als Online-Redakteur ist er verantwortlich für die Erstellung von digitalen, redaktionellen Inhalten wie Newsmeldungen, Neuvorstellungen und Event-Berichterstattung.

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