Die neue Crankbrothers HighlineDiese Vario-Sattelstütze nutzt ihren Hub extrem effektiv

Max Fuchs

 · 21.08.2026

Volles Programm für 250 Euro: Mehr Hub, geringere Einstecktiefe und eine variable Hubverstellung – beim Funktionsumfang lässt die neue Crankbrothers Highline kaum Wünsche offen.
Foto: Crankbrothers
Crankbrothers bringt die neue Highline auf den Markt und verpasst seiner Vario-Sattelstützen-Plattform mehrere gezielte Updates. Weniger Einstecktiefe, eine niedrigere Bauhöhe und ein intern verstellbarer Hub sollen noch mehr Bewegungsfreiheit und eine bessere Kompatibilität ermöglichen. Dazu setzt Crankbrothers auf eine vereinfachte Kartusche und eine leichtere Bedienung. Wir zeigen alles, was du über die neue Highline-Dropper von Crankbrothers wissen musst.

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Fazit von Max Fuchs, BIKE-Testredakteur

Eine Vario-Sattelstütze muss vor allem eines können: möglichst viel Beinfreiheit schaffen, wenn es bergab geht. Genau hier setzt Crankbrothers mit der neuen Highline an. Statt einfach nur eine längere Stütze mit mehr Hub zu bauen, lässt sich der Hub der neuen Highline schrittweise reduzieren. On top verbessert Crankbrothers die Einstecktiefe und die Bauhöhe, um den Verstellbereich möglichst effektiv zu nutzen, vor allem dann, wenn Rahmen und Körpergröße nicht perfekt zur verfügbaren Stützenlänge passen. Denn selbst der längste Verstellbereich nützt nichts, wenn sich die Stütze nicht weit genug im Sitzrohr versenken lässt. Die Highline verfolgt damit keinen radikalen Neustart, sondern feilt an den Details, die eine gelungene Teleskopstütze wirklich ausmachen.

Crankbrothers Highline – Die wichtigsten Fakten

  • Preis: 249,99 Euro UVP
  • Durchmesser: 27,2 / 30,9 / 31,6 / 34,9 mm
  • Hub: je nach Variante 60 bis 230 mm
  • Hubverstellung: bis zu 20 mm in 5-mm-Schritten
  • Verstellung: direkt an der ausgefahrenen Stütze, ohne kompletten Ausbau
  • Einstecktiefe: gegenüber den Vorgängern reduziert
  • Stack Height: 45 mm von der Sattelstützenklemmung bis zur Sattelstrebenmitte
  • Kartusche: gekapselte Emulsionskartusche
  • Sattelklemmung: Zwei-Schrauben-Klemmung mit Schnelllösefunktion an der hinteren Schraube
  • Betätigung: kompakter, überarbeiteter Aktuator
  • Besonderheit: 60-, 60-L-, 80- und 80-L-mm-Versionen lassen sich nicht im Hub verstellen

Nicht nur die Länge zählt

Crankbrothers nimmt sich bei der neuen Highline vor allem der Einbausituation an, nicht nur eines möglichst großen Verstellbereichs. Bei den Varianten mit 30,9, 31,6 und 34,9 Millimetern Durchmesser lässt sich der Hub nämlich schrittweise anpassen, um die Stütze möglichst tief im Sitzrohr versenken zu können und die Vorzüge eines langen Verstellbereichs bestmöglich auszunutzen.

Dafür packt Crankbrothers ein werkzeugloses Flip-Chip-System in die Stütze, um den ursprünglichen Hub in 5-Millimeter-Schritten um bis zu 20 Millimeter zu reduzieren. Der entscheidende Punkt: Die Stütze muss dafür nicht komplett aus dem Rahmen gezogen werden.

Das klingt zunächst nach einem kleinen Detail, löst aber ein typisches Problem. Eine lange Dropper bringt nämlich nur dann viel Bewegungsfreiheit, wenn sie sich tief im Sitzrohr versenken lässt. Mit der neuen Highline lässt sich der maximale Hub an die tatsächliche Einbausituation anpassen, sodass sich die Stütze im besten Fall bis auf die Oberkante des Sitzrohrs absenken lässt. Crankbrothers reduziert daher die Einstecktiefe über die gesamte Highline-Familie. Je nach Durchmesser beträgt der Verstellbereich zwischen 60 und 230 Millimetern.

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Kompakter Kopf, weniger Kraft am Hebel

Auch an der Bedienung hat Crankbrothers getüftelt. Der neue Aktuator, also das Bauteil unten an der Stütze, an dem der Seilzug vom Remote hängt, fällt deutlich kleiner aus als bei den Modellen Highline 3 und Highline 7. Laut Hersteller schrumpft der Formfaktor nahezu um die Hälfte. Das schafft mehr Platz zwischen Rahmen und Mechanik.

An der Kartusche hat Crankbrothers ebenfalls Hand angelegt. Sie verlangt weniger Kraft beim Absenken und soll die Stütze dank geringerem Druck schnell und vor allem geschmeidiger zurückfahren lassen.

Vereinfachte Kartusche für mehr Zuverlässigkeit

Bei der neuen Highline setzt Crankbrothers auf eine gekapselte Emulsionskartusche. Der Hersteller reduziert damit die Konstruktion auf ein möglichst unkompliziertes System und verspricht eine zuverlässige Funktion über viele Saisons.

Für eine Vario-Sattelstütze klingt das nach einem sinnvollen Ansatz: weniger Komplexität, einfache Bedienung und eine möglichst konstante Funktion. Ob die Konstruktion dieses Versprechen auch nach vielen Monaten im Schlamm und bei intensiver Nutzung hält, muss sie im Praxistest zeigen.

Sattelmontage mit Schnellzugriff

Auch am Sattelkopf setzt Crankbrothers auf praktische Details. Die Klemmung besitzt eine Quick-Release-Funktion an der hinteren Schraube. Dadurch soll sich der Sattel leichter montieren und schneller einstellen lassen.

Die Bauhöhe des Sattelkopfs beträgt 45 Millimeter, gemessen von der Basis der Sattelstützenklemmung bis zur Sattelstrebenmitte.

Redaktionelle Einordnung

Crankbrothers erfindet mit der neuen Highline die Vario-Sattelstütze nicht neu. Zum Glück! Stattdessen konzentriert sich der Hersteller auf drei Punkte, die bei der Auswahl einer Dropper tatsächlich entscheidend sind: maximaler Hub, Einstecktiefe und Bedienbarkeit.

Vor allem die Kombination aus reduziertem Einbaumaß und intern anpassbarem Hub wirkt durchdacht und verspricht einen starken effektiven Verstellbereich.

Ob die neue Kartusche tatsächlich dauerhaft zuverlässiger arbeitet und wie geschmeidig die Stütze unter realen Bedingungen läuft, lässt sich dagegen erst im Test beurteilen. Auf dem Papier wirkt die neue Highline jedoch vielversprechend, und auch der Preispunkt klingt attraktiv.

Vor- und Nachteile

Plus

  • Hub um bis zu 20 mm reduzierbar
  • Verstellung in feinen 5-mm-Schritten
  • Keine Demontage der kompletten Stütze nötig
  • Reduzierte Einstecktiefe
  • Niedrige Bauhöhe für mehr Bewegungsfreiheit
  • Neuer, kompakterer Aktuator
  • Weniger Bedienkraft laut Hersteller
  • Große Auswahl bei Durchmessern und Hublängen

Minus

  • Tatsächliche Langzeitzuverlässigkeit muss der Praxistest zeigen
  • Noch keine Gewichtsangabe (wichtiges Kriterium, um die Preis-Leistung zu beurteilen)
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Max Fuchs

Max Fuchs

Redakteur

Max Fuchs hat seine ersten Mountainbike-Kilometer bereits mit drei Jahren gesammelt. Zunächst Hobby-Rennfahrer und Worldcup-Fotograf im Cross-Country-Zirkus, jetzt Testredakteur und Fotograf bei BIKE. Sein Herz schlägt für Enduros und abfahrtsstarke Trailbikes – gern auch mit Motor. Bei der Streckenwahl gilt: je steiler und technischer, desto besser.

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