Sattel20 MTB-Sättel im Labor- und Praxistest

Stefan Frey

 · 13.07.2020

20 MTB-Sättel im Labor- und PraxistestFoto: Georg Grieshaber

Der größte Teil des Körpergewichts drückt beim Biken auf den Sattel. Doch gerade hier laufen sensible Nervenbahnen wie durch ein Nadelöhr. Ohne den passenden Sattel sind Sitzprobleme vorprogrammiert.

Um den Fahrradsattel ranken sich die Mythen wie um griechische Gottheiten: Ein weicher Sattel fährt sich komfortabler. Das Loch in der Mitte entlastet den Dammbereich. Oder: Frauen sitzen bequemer auf einem speziellen Damensattel. Legenden, die inzwischen allesamt widerlegt sind oder zumindest nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Fakt ist: Je länger ein Fahrer im Sattel sitzt, desto härter darf der Sattel gepolstert sein. Schon nach 30 Minuten sinkt der Körper so tief in ein zu weiches Polster, dass sich der Druck auf die empfindlichen Weichteile und tiefer liegende Muskelschichten unangenehm erhöhen kann. Ein Loch in der Satteldecke kann die sensiblen Nervenbahnen entlasten, klar. Unsere Druckmessungen und eine Studie der Deutschen Sporthochschule Köln zeigen aber, dass an den Rändern der Aussparungen dafür hohe Lastspitzen auftreten können. Im Gelände kann das zu schmerzhaften Tritten in den Genitalbereich führen. Die Wahrheit ist: Der passende Fahrradsattel ist so individuell wie der persönliche Fingerabdruck. Je sportlicher Sie auf dem Mountainbike sitzen, desto schmaler darf übrigens der Sattel sein.

Syncros Belcarra R 1.0Foto: Georg Grieshaber
Syncros Belcarra R 1.0
Ergon SM Pro Men

  Foto: Georg Grieshaber
Ergon SM Pro Men  
Fabric Scoop Race Shallow

  Foto: Georg Grieshaber
Fabric Scoop Race Shallow  
Fizik Gravita Alpaca X5

  Foto: Georg Grieshaber
Fizik Gravita Alpaca X5  
Natural Fit Venec+

  Foto: Georg Grieshaber
Natural Fit Venec+  
Procraft Tour S

  Foto: Georg Grieshaber
Procraft Tour S  
Pro Turnix Gel

  Foto: Georg Grieshaber
Pro Turnix Gel  
Selle Italia SLR Boost X-Cross Superflow

  Foto: Georg Grieshaber
Selle Italia SLR Boost X-Cross Superflow  
Selle San Marco GND Supercomfort Racing

  Foto: Georg Grieshaber
Selle San Marco GND Supercomfort Racing  
SQlab 60X Ergowave Active

  Foto: Georg Grieshaber
SQlab 60X Ergowave Active  
Syncros Tofino R 1.0 Foto: Georg Grieshaber
Syncros Tofino R 1.0 
Fabric ALM Ultimate Shallow

  Foto: Georg Grieshaber
Fabric ALM Ultimate Shallow  
Fizik Tundra M5 VS

  Foto: Georg Grieshaber
Fizik Tundra M5 VS  
Merida Expert CC

  Foto: Georg Grieshaber
Merida Expert CC  
Pro Stealth Offroad

  Foto: Georg Grieshaber
Pro Stealth Offroad  
Selle Italia X-LR Kit Carbonio SuperFlow

  Foto: Georg Grieshaber
Selle Italia X-LR Kit Carbonio SuperFlow  
Selle San Marco GND Supercomfort Racing

  Foto: Georg Grieshaber
Selle San Marco GND Supercomfort Racing  
Selle SMP Drakon

  Foto: Georg Grieshaber
Selle SMP Drakon  
Specialized Power S-Works

  Foto: Georg Grieshaber
Specialized Power S-Works  
SQlab 612 Ergowave R

  Foto: Georg Grieshaber
SQlab 612 Ergowave R  
Syncros Belcarra R 1.0Foto: Georg Grieshaber
Syncros Belcarra R 1.0
Ergon SM Pro Men

  Foto: Georg Grieshaber
Ergon SM Pro Men  
Ergon SM Pro Men

  
Fabric Scoop Race Shallow

  
Fizik Gravita Alpaca X5

  
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Syncros Tofino R 1.0 
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Selle San Marco GND Supercomfort Racing

  
Selle SMP Drakon

  
Specialized Power S-Works

  
SQlab 612 Ergowave R

  
Syncros Belcarra R 1.0

Bei gestreckter Sitzposition verlagert sich der Druck zunehmend auf die schmaler zulaufenden Schambeinäste. Ist der Sattel dagegen zu breit, rutscht der Fahrer automatisch nach vorne und muss sich aktiv wieder zurück auf die Sitzfläche schieben. Doch auch wenn die Sattelbreite zum Körperbau passt, sind Druckschmerzen und Taubheitsgefühle nicht auszuschließen. Auf einer stark gewölbten Satteldecke liegen die Sitzhöcker eventuell tiefer als der Dammbereich, und die Nerven werden irritiert. Eine Vertiefung in der Mitte des Sattels entlastet die Nervenbahnen und lässt das Blut besser zirkulieren. Unsere Testbriefe zeigen zwar die nutzbare Breite, die Härte der Polsterung und wie gut der Dammbereich beim jeweiligen Modell entlastet wird. Den perfekten Sattel finden Biker aber nach wie vor nur durch eine ausgiebige Probefahrt. Auf einen Test spezieller Damenmodelle haben wir übrigens bewusst verzichtet. Solange der Sattel zur Anatomie und der individuellen Sitzposition der Fahrerin passt, kommen Frauen auch bestens mit Unisex-Sätteln zurecht.

Den kompletten Vergleichstest von 20 MTB-Sätteln aus BIKE 7/20 können Sie bequem unter dem Artikel als PDF herunterladen. Der Test kostet 1,99 Euro.

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MTB-Sättel für Touren-Biker im Test:

MTB-Sättel für Race- und Marathon-Biker im Test:

Diesen Artikel finden Sie in BIKE 7/2020. Die gesamte Digital-Ausgabe können Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Print-Ausgabe im DK-Shop nachbestellen – solange der Vorrat reicht:

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