BIKE-Test: Huck Norris

Huck Norris verhindert Reifendurchschläge

  • Peter Nilges
 • Publiziert vor 3 Jahren

Die Reifeneinlage Huck Norris soll Durchschläge verhindern und niedrige Luftdrücke ermöglichen. Hält der Rettungsring aus Schaumstoff, was er verspricht? Wir haben es getestet.

Die Idee ist simpel, soll aber spürbare Vorteile bieten. Um bei einem Tubeless-Setup mit Dichtmilch den Schutz gegen Durchschläge noch weiter zu erhöhen, legten ein paar findige Finnen einen zehn Millimeter starken Schaumstoffstreifen mit in den Reifen und tauften das Ganze Huck Norris – der Beschützer von Reifen und Felgen. Wird der Reifen an einem Hindernis stark komprimiert, dient der Schaumstoff als zusätzliche Knautschzone zwischen Felgenhorn und Reifen. Das soll nicht nur den Reifen schonen und einen Defekt der Karkasse mit anschließendem Luftverlust verhindern, sondern auch die Gefahr von Beulen in Alu-Felgen reduzieren. Soweit die Theorie.

Je nach Felgenbreite gibt es den Huck Norris in drei verschiedenen Breiten, um Felgenmaulweiten von 21 bis 45 Millimetern abzudecken. In der getesteten Breite "S" für Felgen von 21 bis 28 Millimetern Breite wiegt der für jeden Laufradduchmesser zuschneidbare Schaumstoffstreifen 73,6 Gramm (27,5 Zoll) pro Reifen. Durch das geschlossenporige Material soll nur wenig Dichtmilch aufgesogen werden. Nachfüllen ist angeblich nicht nötig. Beim Wiegen nach dem Praxistest brachte der Streifen durch anhaftende Milch dennoch 30 Gramm mehr auf die Waage. Gleicht man den Verlust an gebundener Dichtmilch aus, wird das Laufrad mit Huck Norris also jeweils 100 Gramm schwerer.

Die Montage gelingt einfach und unkompliziert. Zusätzlich drückt der Streifen den Reifen auseinander, was das anschließende Aufpumpen ohne Schlauch erleichtert. In der Praxis verhält sich der Schaumstoffstreifen auffällig unauffällig. Kein Poltern, keine Zusatzgeräusche und auch kein zäheres Abrollen, wie man es eventuell vermuten könnte. Mit reduziertem Luftdruck sind gedämpfte Felgentreffer spürbar, blieben aber ohne Luftverlust.

Huck Norris: Die Einlage für MTB-Reifen, die Durschläge verhindern soll.

Und was sagt das Labor?

Der ohne Huck Norris getestete Nobby Nic rollt nur 0,3 Watt besser. Der Rettungsring hat also keinen Einfluss auf das Rollverhalten. Bei dem Durchschlagtest setzt sich der Finne jedoch messbar ab und erreicht eine um 14,2 Zentimeter größere Höhe bis zum Luftverlust. Andersherum betrachtet, kann man mit Huck Norris 0,3 bar weniger fahren bei gleicher Pannensicherheit. Die Durchschläge hinterlassen jedoch ihre Spuren und stanzen Löcher in die 79 Euro teuren Schaumstoffstreifen, weshalb diese mit der Zeit ausgetauscht werden müssen. Unsere Billig-Alternative aus dem Baumarkt für knapp fünf Euro erzielte übrigens ähnlich gute Werte.

Laborwerte Reifendurchschläge

FAKTEN:  Name: Huck Norris Preis / Gewicht: 79 Euro / 73,6 g (je Reifen, 27,5", Size S) Material: Schaumstoff Größen:  In drei Breiten erhältlich  für Felgen von 21–45 mm Maulweite. 

Billig-Alternative: Als günstige Alternative besorgten wir uns Rohrisolierung aus dem Baumarkt, die wir mit Paketklebeband zusammenklebten. Das weichere aber doppellagige Material erzielte fast die gleichen Werte, könnte die Dichtmilch aber blockieren. 

Test-Fazit von Peter Nilges, BIKE-Testleiter

Huck Norris funktioniert und verbessert den Durchschlagschutz. Beziehungsweise: Bei gleichem Pannenschutz kann man rund 0,3 bar weniger fahren. Da der Schaumstoff bei Durchschlägen allerdings Löcher bekommt und somit verschleißt, ist der Preis von 79 Euro gesalzen – auch mit Blick auf den geringen Materialwert.

Peter Nilges, BIKE-Testredakteur


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Themen: Huck NorrisInnovations CheckReifenReifendurchschlagReifeneinlage


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