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Schwalbe geht mit dem radialen Johnny Watts einen konsequenten Schritt: Mehr Komfort und besserer Grip sind echte Argumente. Ob Tourenfahrer dafür einen möglicherweise höheren Rollwiderstand in Kauf nehmen müssen, muss aber erst die Praxis zeigen. Eine Variante mit klassischer Diagonal-Karkasse gibt’s nicht mehr. Wir haben schon Reifen zum Testen bestellt und werden in Kürze berichten.
Die Radialkarkasse kennt man bislang vor allem aus dem sportlichen MTB-Bereich – dort sorgt sie für bessere Traktion und Kontrolle im anspruchsvollen Gelände. Schwalbe überträgt diese Technologie nun auf den Johnny Watts und zielt damit auf das boomende Segment von SUV E-Bikes. Sie werden sowohl im Alltag als auch mal in leichtem Gelände bewegt und sollen deswegen von den Vorteilen von Radial besonders profitieren. Der Clou: Die Radialkonstruktion ermöglicht eine bis zu 30 Prozent größere Auflagefläche und passt sich deutlich besser an den Untergrund an.
Mehr Auflagefläche bedeutet auch: bessere Eigendämpfung. Unebenheiten, Kanten und grober Untergrund werden sanfter absorbiert, bevor sie beim Fahrer ankommen. Gerade bei E-Bikes mit höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten soll das ein Sicherheits- und Komfortgewinn sein. Der Reifen liegt ruhiger am Boden, vermittelt mehr Kontrolle und reduziert die Ermüdung – besonders auf langen Touren oder schlechten Wegen könnte das spürbar sein.
Allerdings bringt die vergrößerte Auflagefläche auch Nachteile mit sich. Beim Rollwiderstand schneiden Radial-Reifen für gewöhnlich etwas schlechter ab als klassische Fahrrad-Reifen mit Diagonal-Karkasse. Möglich ist es aber, dass Schwalbe diese Nachteile mithilfe der Gummimischung im Zaum halten kann. Die Entwickler rechnen jedenfalls nicht mit einem deutlichen Nachteil beim Rollen. In Sachen Gummimischung kommt beim Johnny Watts übrigens vor allem Schwalbes Green Compound mit Ruß aus Schwalbes Reifen-Recycling-Programm zum Einsatz.
Am bewährten Profilkonzept ändert sich nichts (hier der bisherige Johnny Watts im Test). Eng anliegende Mittelstollen bilden eine nahezu geschlossene Lauffläche für leises, widerstandsarmes Rollen auf Asphalt. An den Schultern öffnet sich das Profil mit großzügigen Seitenstollen im MTB-Stil – für sicheren Kurvengrip auch im Gelände.
Neu ist die Tubeless-Fähigkeit (TLR): Der Johnny Watts lässt sich jetzt auch schlauchlos fahren, was Komfort, Grip und Pannensicherheit nochmal steigert und sogar den Rollwiderstand senkt. Praktischer Nebeneffekt: Der Reifen ist nun kompatibel mit modernen hakenlosen Felgen.
Schwalbe bietet den HYBRID Johnny Watts in drei Varianten für verschiedene Einsatzzwecke an. Neben dem Johnny Watts TLR gibt es auch noch den Johnny Watts Plus mit extra viel Pannenschutz und den Johnny Watts 365 für eine besonders hohe Haltbarkeit und guten Grip auch bei Kälte und Nässe.
Verfügbar ist der Reifen in 27,5 und 28/29 Zoll, jeweils in den Breiten 2,35, 2,60 und beim Plus-Modell auch 2,80 Zoll. Alle Varianten sind auch für schnelle E-Bikes zugelassen (E-50), die 2,80er-Version für E-25.

Redakteur
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