Höher, schneller, weiter - der MTB-Sport kennt nur eine Richtung. Egal ob stärkere Motoren, potentere Fahrwerke, krassere Strecken. Besonders drastisch zeigt sich das im Downhill-Sport. Die Geschwindigkeiten, mit denen sich die Worldcup-Profis durchs Gelände katapultieren, scheinen nicht von dieser Welt. Klar, dass da auch das Material irgendwann an seine Grenzen stößt.
Nicht selten trifft es als erstes die Kontaktstelle zwischen Bike und Boden: Reifen, die an Felskanten zerplatzen wie Knallfrösche. Karkassen, die in Kurven wegknicken wie George Foreman nach Muhammad Alis Links-Rechts-Kombination beim “Rumble in the Jungle”.
Maxxis will nicht länger nur einstecken. Der taiwanesische Reifengigant holt zum Gegenschlag aus. Doch er taucht seine Stollen-Fäuste nicht etwa in Gummibärchen oder Liebesperlen wie Topper Harley in Hot Shots 2, sondern hüllt seine robustesten Reifen in eine brandneue DH-Karkasse - ready, um auch den am härtesten austeilenden Strecken zu trotzen.
Herzstück der Neuentwicklung soll eine sogenannte progressive Karkassensteifigkeit sein. Was soll das nun bitte wieder heißen? Dahinter verbirgt sich ein Ansatz, der zwei scheinbar gegensätzliche Eigenschaften vereinen soll. Bei kleinen Schlägen und rauem Untergrund soll der Reifen vergleichsweise geschmeidig arbeiten und dadurch Grip sowie Komfort erzeugen. Steigen die Belastungen durch hohe Kurvengeschwindigkeiten, harte Kompressionen oder Einschläge, erhöht sich die Unterstützung der Seitenwände deutlich - nach einem ähnlichen Prinzip wie auch bei Federgabeln. Maxxis verspricht dadurch eine Kombination aus Traktion und Stabilität, ohne einen Kompromiss eingehen müssen.
Ein wichtiger Effekt der neuen Konstruktion liegt in der höheren Seitenwandstabilität. Laut Maxxis können Fahrer den Luftdruck im Vergleich zur bisherigen Downhill-Karkasse um etwa 0,2 Bar reduzieren, ohne Stabilitätsnachteile in Kauf nehmen zu müssen.
Niedrigere Reifendrücke gelten als effektiver Weg, um mehr Grip und Kontrolle zu generieren. Der Reifen kann sich besser an Unebenheiten anpassen und erzeugt mehr Aufstandsfläche. Gleichzeitig verbessert sich die Traktion auf Wurzeln, Steinfeldern und in losem Terrain. Das Ergebnis soll ein ruhigeres Fahrverhalten, mehr Dämpfung und eine bessere Kontrolle in technisch anspruchsvollen Passagen sein.
Ein Blick auf den Querschnitt der neuen DH-Karkasse zeigt, wie Maxxis die hochgesteckten Ziele erreich will. Neben einer härteren Butyl-Einlage erhält das neue DH-Casing einen zusätzlichen Seitenwandschutz. Die einzelnen Schichten überlappen sich bis in den Schulterberiech und sollen so die Stabilität entsprechend verbessern. Maxxis nennt einen verbesserten Durchschlagschutz, der die Zuverlässigkeit auf harten Strecken erhöhen soll. Gleichzeitig soll das Gewicht auf einem ähnlichen Niveau wie bei der bisherigen DH-Karkasse bleiben.
Wenn Maxxis seine Versprechen einlöst, nämlich höhere Stabilität bei gleichzeitig niedrigeren Luftdrücken, dann könnte die weiterentwickelte DH-Karkasse zum neuen Star im Downhill-Ring werden. Mehr Traktion, mehr Stabilität, besserer Durchschlagschutz und höherer Fahrkomfort bei gleichbleibendem Gewicht? Das klingt fast schon zu gut, um wahr zu sein.
Auch Fahrer schwerer E-Bikes könnten von dieser Entwicklung enorm profitieren. Damit ist die neue DH-Karkasse eine klare Ansage gegen die Radialreifen-Konkurrenz von Schwalbe. Ist der Gegner damit schon angezählt, bevor die erste Runde überhaupt begonnen hat? Das müssen wohl die ersten Tests zeigen. Wetten werden auf jeden Fall noch angenommen.

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