MTB-ReifenDeanEasy Tube+ und Schwalbe Procore im Test

Christian Artmann

 · 26.08.2016

MTB-Reifen: DeanEasy Tube+ und Schwalbe Procore im TestFoto: Robert Niedring
MTB-Reifen: DeanEasy Tube+ und Schwalbe Procore im Test

DeanEasy bringt mit Tube+ das erste Konkurrenzprodukt zu Schwalbes Procore-Doppelkammersystem. Was können beide? Und wo liegen ihre Schwächen?

Als Schwalbe letztes Jahr das Doppelkammerreifensystem Procore vorstellte, wurde es gleich als eine der großen Innovationen auf der Eurobike 2014 gefeiert. Die Fachwelt war verzückt vom Konzept und von den in Aussicht gestellten Vorzügen. Unser Innovations-Check in BIKE 11/14 hatte dann auch bestätigt, dass in der Grundidee, einen Reifen mit zwei Luftkammern auszustatten, großes Potenzial steckt. Außen ein Tubeless-Reifen mit geringem Druck für optimale Traktion, Komfort und Kontrolle, und innen ein Hochdruckinnenreifen, der gleich dreierlei Funktionen übernimmt: Er bewahrt den Reifen vor Durchschlägen und die Felge vor Dellen, fixiert aber auch zusätzlich den Reifen auf der Felge, was bei geringen Drücken vor Luftverlust schützt.

Verlagssonderveröffentlichung

So weit, so gut, doch seither musste sich der interessierte Biker gedulden. Bis vor Kurzem scheiterte es schlichtweg an der Verfügbarkeit. Das hat sich geändert. Nicht nur, dass Schwalbes Wunderwaffe schon bald in den Shop-Regalen steht, jetzt gibt es sogar einen Mitbewerber. Das erstmals beim diesjährigen BIKE-Festival am Gardasee vorgestellte System Tube+ der kleinen italienischen Tüftler-Schmiede DeanEasy beruht auf dem gleichen Grundprinzip, geht aber andere Wege. Anders als Procore, bei dem der ca. 33 mm hohe Innenreifen zur Felge hin offen ist und sich so auf die Felgenbreite universell einstellen kann, handelt es sich bei dem System von Alberto Deanesi (daher der Firmenname) um einen geschlossenen Schlauchreifen mit einem Wespentaillenquerschnitt von 21 mm. Durch den geringen Durchmesser muss Tube+ deswegen mit 9–12 bar gefahren werden, während Procore bereits bei 4–6 bar sicher vor Durchschlägen schützen soll. Auch bei der zentralen Frage, wie man den Innen- und Außenreifen aufpumpt, gehen beide Systeme unterschiedliche Wege. Schwalbes Procore nutzt ein eigenentwickeltes Doppelventil, das sich äußerlich kaum von einem SV-Ventil unterscheidet. Durch Rein- oder Rausschrauben des Ventilaufsatzes lenkt man die Luft entweder in den Butyl-Schlauch des Innenreifens oder (mit Hilfe des Kunststoff-Airguides) um diesen herum in den schlauchlosen Außenreifen. Für Tube+ muss man den Ventildurchlass in der Felge aufbohren. In diese vergrößerte Bohrung wird ein spezielles Ringventil eingeklebt, durch das die Luft für die Hauptkammer seitlich an dem SV-Ventil des Innenschlauchreifens geleitet wird. Beide System konnten wir nun in der Praxis ausgiebig fahren und haben sie über die Laborprüfstände der Firma Continental geschickt. Wie es wirklich um Durchschlagschutz, Rollwiderstand und Co. bestellt ist, lesen Sie auf den folgenden Seiten.


HERSTELLERFREIGABEN – Nur eine Formalität?

Momentan ist die Herstellerfreigabe noch die größte Hürde der Doppelkammersysteme. Die Felgenhersteller berufen sich darauf, dass es kaum Erfahrungen zur Dauerhaltbarkeit von Felgen und Laufrädern mit Procore gibt. Ein offizielles O.K. gibt derzeit nur vom Entwicklungspartner Syntace. Weiterer Knackpunkt bei Tube+: Man muss das Ventilloch aufbohren – das kann kein Hersteller genehmigen. Doch die Entwicklung für eine neue Generation von Felgen und Laufrädern, die auf Procore und Tube+ abgestimmt sind, läuft bereits. Derzeit begibt sich jeder, der ein Doppelkammersystem fahren will, in eine Grauzone – egal ob Procore oder Tube+. Jetzt liegt es an den Komponentenherstellern, sich hinter die neuen Systeme zu stellen.


DeanEasy TUBE+


Infos www.deaneasy.it
Preis 220 Euro
Formate 26", 27,5" & 29er
Kompatibilität mit Felgen von 21–24 mm Innenweite.
2 x Spezial-Tubular-Innenreifen mit SV-Ventil, Ringventile, Airguides und Montagekleber im Set. Dicht-Tape/-milch sowie Werkzeuge zur Montage nicht enthalten.

  Deaneasy Tube+ Montage-AnleitungFoto: Georg Grieshaber
Deaneasy Tube+ Montage-Anleitung


Schwalbe PROCORE


Infos www.schwalbe.com
Preis 195 Euro (als Kit, Teile auch einzeln erhältlich)
Formate 26", 27,5" & 29er
Kompatibilität mit allen Felgen ab 23 mm Innenweite.
Reifensystem mit offenem Innenreifen, separatem Butyl-Innenschlauch mit Spezialventil. Alle Kleinteile zur Umrüstung eines Bikes sind im Kit enthalten.

  Schwalbe PROCOREFoto: Georg Grieshaber
Schwalbe PROCORE

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GEWICHT

Außen am Laufrad wirkt sich die rotierende Masse am meisten auf die Beschleunigung aus. Ausgerechnet dort aber sitzen Procore und DeanEasy.

Als zusätzliche Technik im Reifen bringen die Doppelkammersysteme zwangsläufig mehr Gewicht ans Bike – bei Procore sind es im Vergleich zum Schlauchlos-Setup ca. 470 g mehr pro Bike und bei Tube+ ca. 330 g. Gegenüber einem mit Schlauch gefahrenen Reifen ist die Differenz geringer. Als Gegenargument wird von den Herstellern angeführt, dass man mit dem Durchschlagschutz des Hochdruckinnenreifens durchaus auch einen leichteren Reifen fahren kann. Mehr dazu beim Thema "Pannenschutz".

Am Ende muss jeder selbst entscheiden, ob die Vorzüge das Mehrgewicht ausgleichen – eine Entscheidung, die dem Enduro- und All-Mountain-Fahrer sicher leichter fällt als dem gewichtsbewussten Marathon-Fahrer.


Systemgewichte ohne Reifengewicht


• Schwalbe Procore (29")
Spezial-Innenschlauch 109 g + Innenreifen 135 g + Airguide 4 g + Dichtmilch ca. 60 g
Gesamtgewicht 308 Gramm


• Tubeless
Dichtmilch ca. 60 g + Tubeless-Ventil 12 g
Gesamtgewicht 72 Gramm


Konventionell (mit 29"-Schlauch)
Butyl- oder Latex-Schlauch
Gesamtgewicht 125-200 Gramm


DeanEasy Tube+ (29")
Tubular-Innenreifen 175 g + Airguide 3 g + Dichtmilch ca. 60 g
Gesamtgewicht 238 Gramm

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TRAKTION UND KOMFORT

Die Paradedisziplin von Procore und Tube+. Niedrige Reifendrücke bedeuten immer mehr Grip. Mit den Doppelkammersystemen sollen diese Drücke auch ohne überbreite Reifen fahrbar gemacht werden.

Foto: Ale Di Lullo

Es ist fast schon eine Binsenweisheit, aber je geringer der Luftdruck im Reifen, desto höher sind Traktion und Komfort. Die Gründe dafür: Der Reifen passt sich besser dem Gelände an, die größere Auflagefläche kann sich besser mit dem Untergrund verzahnen, und kleine Hindernisse und Schläge werden vom Reifen besser absorbiert. Vor allem dort, wo der Trail fordernd wird, wo rutschige Wurzeln oder nasse Felsen den Reifen bei normalen Drücken von 1,6–2,0 bar an seine Traktionsgrenzen bringen, liefern die geringeren Drücke zwischen 0,9 und 1,4 bar ein spürbares Plus an Grip und Kontrolle. Der Grenzbereich des Reifens wird deutlich erweitert, und die Gutmütigkeit nimmt spürbar zu. Dabei spielt auch der "Arbeitsbereich" des Außenreifens eine wichtige Rolle. Bei der kleineren Innenkammer von Tube+ kann sich der gleiche Außenreifen um etwa 13 mm mehr deformieren als bei Procore. Procore gleicht dieses Manko teilweise wieder aus, indem der Innenreifen wegen des geringeren Innendrucks noch ein wenig flexibel bleibt. Feinfühlige Fahrer können den Unterschied im Fahrbetrieb aber sehr wohl erspüren. Im direkten Vergleich bietet Tube+ hier ein etwas höheres Grip-/Komfort-Niveau als Procore.

Die Doppelkammersysteme liefern mit ihren niedrigen Betriebsdrücken ein deutliches Plus an Grip und Komfort. Tube+ sogar noch einen Tick mehr als Procore. Wer eines dieser Systeme zum ersten Mal fährt, ist verblüfft und nicht selten begeistert. Was Grip und Komfort angeht, kommen die Systeme den Plusformaten schon sehr nahe.

  Das Reifen-DoppelkammersystemFoto: Georg Grieshaber
Das Reifen-Doppelkammersystem

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KONTROLLE UND FAHRSTABILITÄT

Niedrige Reifendrücke bedeuten nicht nur, dass der Reifen sich dem Untergrund besser anpassen kann und mehr Traktion liefert. Bei Querkräften – in Kurven und bei schrägen Landungen etwa – bietet er weniger Seitenstabilität. Gerade hier unterscheiden sich Tube+ und Procore.

Beim Blick auf die Innenkammergrößen wird deutlich, dass bei beiden Systemen der Außenreifen noch viel Spielraum hat, um sich zu bewegen. Bei der größeren Innenkammer von Procore ist der Spielraum zwar geringer, aber es ist immer noch genügend Platz zwischen Reifenkarkasse und Innenkammer, dass man bei hohen Seitenkräften das Fahrgefühl als schwammig empfindet. Normalerweise nehmen Biker die reduzierte Seitenstabilität bei normaler Fahrweise als wenig störend wahr. Erst bei sehr hohen Seitenkräften (schräge Landungen, extreme Kurven oder harte Bremsungen in der Kurve) macht sie sich negativ bemerkbar. Biker, bei denen solche Extreme Alltag sind, sollten mit dem Luftdruck experimentieren. Oft reichen schon 0,2 bar mehr. Die zweite Möglichkeit, den Reifen besser zu stabilisieren: eine breite Felge. Und genau dort liegt derzeit ein großer Vorteil des offenen Procore-Innenreifens. Er kann in seiner aktuellen Form auf Felgen von 23 bis 40 mm (!) gefahren werden und gewährt so indirekt mehr Fahrstabilität. Tube+ ist da weniger flexibel und passt aktuell nur auf Felgen mit 21–24 mm Maulweite. DeanEasy arbeitet zwar bereits mit Hochdruck an einer Version für breitere Felgen, aber solange die nicht auf dem Markt ist, geht der Punkt klar an Procore.

  Abknickender Reifen: Man muss sich schon mächtig in die Kurve legen, um solch ein Abknicken zu provozieren, aber die geringen Betriebsdrücke von 0,9 bis 1,4 bar im Außenreifen tragen zweifellos dazu bei, dass die Seitenstabilität der Reifen abnimmt. Der Innenreifen verhindert zwar ein komplettes Abknicken, nicht aber ein extremes Walken wie hier.Foto: Robert Niedring
Abknickender Reifen: Man muss sich schon mächtig in die Kurve legen, um solch ein Abknicken zu provozieren, aber die geringen Betriebsdrücke von 0,9 bis 1,4 bar im Außenreifen tragen zweifellos dazu bei, dass die Seitenstabilität der Reifen abnimmt. Der Innenreifen verhindert zwar ein komplettes Abknicken, nicht aber ein extremes Walken wie hier.

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MONTAGE UND HANDLING


Was Procore unkompliziert löst, erfordert bei Tube+ schon etwas mehr handwerkliches Geschick.


DeanEasy Tube+

Zur Montage des separaten Ringventils (rot) muss man das Ventilloch der Felge auf 9,8 mm aufbohren, das Ventil verschrauben und sorgfältig verkleben. Nichts für zwei linke Hände oder für Carbon-Felgen. Danach nur noch das SV-Ventil des Tubular-Innenreifens durchstecken. Das Autoventil befüllt die Hauptkammer, das SV-Ventil den Innenreifen. In der Praxis ist uns das Ringventil mehrfach durch Dichtmilch verklebt. Folge: Es geht keine Luft mehr raus oder rein.

  DeanEasy Tube+Foto: Georg Grieshaber
DeanEasy Tube+


Schwalbe Procore

Veränderungen an der Felge – wie bei DeanEasy – sind nicht notwendig. Jedes Tubeless-ready-Laufrad ab 23 mm Innenbreite kann umgerüstet werden. Dafür müssen Innenreifen, Innenschlauch und Airguide nacheinander montiert und zueinander ausgerichtet werden. Je nach Bauart der Felgen kann es Kombinationen geben, auf denen der Innenreifen nur sehr schwer zu montieren ist oder das Ventilgewinde zu kurz ist.

  Schwalbe ProcoreFoto: Georg Grieshaber
Schwalbe Procore

Hier finden Sie ausführliche Montageanleitung zu DeanEasy Tube+ und Schwalbe Procore ...

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TUBELESS


Für viele ist das Schlauchlos-Thema weiterhin ein Schreckgespenst. Doch gerade hier kann Procore punkten.


Wenn es um tubeless und Niederdruck geht, ist Achtsamkeit geboten. Keiner möchte, dass es den Reifen in der Kurve von der Felge zieht. Tube+ und Procore schaffen hier viel Sicherheit, indem sie den Reifen aktiv auf der Felge fixieren. Der feste Durchmesser des Tube+Schlauchreifens unterstützt dabei nur die Felgeninnenbreiten von 21 bis 24 Millimeter. Procore gibt sich universeller, braucht aber zur Montage mindestens 23 Millimeter Innenweite. Doch das Schwalbe-System Procore hat noch einen weiteren Vorteil. Wegen der offenen Bauweise drückt der Innenreifen beim Aufpumpen die Wulst des Außenreifens aktiv gegen die Felge und dichtet ihn so schon weitgehend ab. Dies erlaubt es, die meisten Reifen selbst mit einer Handpumpe schlauchlos aufzupumpen.

Während Tube+ verhindert, dass der Reifen bei niedrigem Druck Luft verliert oder sogar von der Felge rutscht, nimmt Procore zusätzlich dem Reizthema "schlauchlos" seinen Schrecken. Ein gutes Argument für Tubeless-Skeptiker, doch endlich den Sprung in die Moderne zu wagen. Jetzt muss nur noch die Industrie mitziehen und Laufräder mit den entsprechenden Freigaben liefern.

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PANNENSCHUTZ UND NOTLAUFEIGENSCHAFTEN

Der heftige Durchschlag mit nachfolgendem Snakebite ist des Bikers ärgster Feind. Die Doppelkammersys­teme sollen endlich Abhilfe schaffen. In der Tat leisten sie hier Beachtliches, doch auch sie haben ihre Grenzen.

Bisher hat keiner der Hersteller, weder Schwalbe noch DeanEasy, hierzu irgendwelche Werte veröffentlicht. So waren unsere Erwartungen hoch. Beachtlich: Bei nur 1,1 bar in der Außenkammer ist der Durchschlagschutz bereits höher als der identische Außenreifen alleine bei 1,7 bar. Der Enduro-Reifen mit verstärkter Karkasse liefert bei 1,7 bar dennoch bessere Werte. Auffällig war auch, dass bei jedem Defekt der Butyl-Innenschlauch von Procore undicht wurde, zum Teil schon vor dem Außenreifen. In dem Fall hatte der Außenreifen plötzlich 2 bar Reifendruck. Der Tube+Innenreifen bietet einen höheren Felgenschutz und war im Laborversuch nicht zu zerstören. Der Objektivität wegen haben wir die Versuche im Testlabor von Continental in Korbach durchgeführt. Dass wir im Fahrbetrieb trotz mutwillig aggressiver Manöver keine Defekte provozieren konnten, spricht ebenfalls für den hohen, effektiven Pannenschutz beider Systeme in der Praxis.

Foto: Sebastian Doerk


Durchschlagswerte
Auf dem Prüfstand von Continental haben wir ermittelt, bei welcher Fallhöhe das Fallbeil zum ersten Mal bis auf die Felge durchschlägt (unterer Balken) und ab wann es zur Reifenpanne kommt (oberer Balken). Als Referenzaußenreifen diente ein Continental Trailking 2.4 Performance. Gut zu erkennen, dass Tube+ die Felge noch etwas länger schützt, Defekte bei beiden Systemen aber gleich früh auftreten. Der Tube+Innenreifen blieb unversehrt.

  DurchschlagwerteFoto: BIKE Magazin
Durchschlagwerte

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ROLLWIDERSTAND


Ein heikles Thema für die Doppelkammersysteme: Der Rollwiderstand ist signifikant höher.

Nach den Werten unseres Rollenprüfstandtests (rechts) handelt man sich bei den für Traktion und Komfort optimalen Drücken zwangsläufig einen höheren Rollwiderstand ein. In der Praxis schluckt der Reifen als sensible Zusatzfederung aber viele Unebenheiten und verringert so die Vertikalbewegung beim Überfahren von Hindernissen. Das spart Energie und schont den Fahrer. Außerdem verringert sich der Schlupf der Reifen auf losem Untergrund, was auch bergauf zusätzlich die Effizienz erhöht. Fakt ist: Auf harten und ebenen Untergünden steigt der Rollwiderstand, deswegen kann es sinnvoll sein, hier den Druck im Reifen zu erhöhen. Im Gelände ist der negative Effekt viel geringer.

Foto: Newspower


Die Laborwerte
Die Grafik verdeutlicht, wie der Rollwiderstand auf dem üblichen Trommelprüfstand mit sinkenden Reifendrücken zunimmt. Demnach steigt er gerade unter 1,5 bar besonders stark an – ausgerechnet der Luftdruckbereich, in dem man sich mit den Doppelkammersystemen bewegt.

  LuftdruckbereicheFoto: BIKE Magazin
Luftdruckbereiche

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DAS SAGEN DIE ENDURO-PROFIS


René Wildhaber, Trek Factory Racing
"Ich setze Procore nicht bei allen Rennen ein. Nur, wenn die Bedingungen dafür geschaffen sind – auf steilen, rutschigen Strecken mit vielen Wurzeln. In Highspeed-Passagen bin ich noch nicht ganz zufrieden, da ich das Bike in Kurven öfters korrigieren muss. Mein bislang einziges EWS-Rennen habe ich übrigens mit Procore gewonnen."

  René WildhaberFoto: Hansueli Spitznagel
René Wildhaber


Nico Lau, Cube Action Team
"Der Hauptvorteil ist, dass man bei einem Platten noch gut weiterfahren kann und der Reifen nicht von der Felge springt. Außerdem wird die Felge vor Durchschlägen geschont. Wenn die Felge breit genug ist, lässt sich der Reifendruck weiter absenken, was bei rutschigen Bedingungen echte Vorteile bietet."

  Nico LauFoto: Hersteller
Nico Lau


Mein Fazit: Christian Artmann, BIKE-Testautor

Als ich im Sommer 2014 zum ersten Mal das Procore-System von Schwalbe gefahren bin, war ich vom Plus an Traktion und Komfort angetan. Und die Tatsache, dass ich seither keine Pannen damit hatte, spricht ebenfalls dafür.

Das auf einem Schlauchreifen basierende DeanEasy-Tube+System ist das Produkt einer kleinen italienischen Ideenschmiede. Es kann in der Fahr-Performance sehr wohl überzeugen, hat aber noch Defizite in der Handhabung und ist zu aufwändig in der Erstmontage. Nur Hardcore-Racer und technikbegeisterte Tüftler werden sich den Aufwand antun und ihre Felgen aufbohren. Für mich gewinnt dadurch Schwalbes Procore den Zweikampf.

Wichtigste Gegenargumente beider System sind das hohe Mehrgewicht, und auch der nicht unbedeutend höhere Rollwiderstand wird bestimmte Fahrertypen abschrecken. Vor allem aber durch bis heute ausstehende Freigaben von Seiten der Laufrad- und Felgenhersteller führen die Systeme ein Nischendasein. Sobald die Industrie aber mitzieht und entsprechende Felgen und Laufräder liefert, werden die Doppelkammersysteme eine erheblich größere Marktbedetung bekommen.

  Christian ArtmannFoto: Philipp Schieder
Christian Artmann

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