
Der neue Schwalbe Marathon Almotion Pro wird der Legende absolut gerecht. Aus unserer Sicht, und auch mit Blick auf den letzten Tourenreifen-Test von Anfang 2026: Der beste aber leider auch teuerste Allround Reifen am Markt. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik
Kein Name steht so sehr für Zuverlässigkeit auf Trekking- und Tour wie der Schwalbe Marathon. Seit Jahrzehnten vertrauen Radreisende, Alltagspendler und Langstreckenfahrer weltweit auf die robusten Schwalbe Decken - sei es als schneller neuer Marathon Efficiency oder als Marathon Plus mit “Unplattbar”-Versprechen. Jetzt schraubt der Traditionshersteller an seinem Flaggschiff und präsentiert eine Neuauflage: Der neue Schwalbe Marathon Almotion soll die Referenz im Trekking- und Tourensegment setzen. Und mit der PRO-Variante wagt Schwalbe erstmals den Schritt in Richtung Tubeless-Technologie für Tourenreifen. Wir konnten den Marathon Almotion Pro bereits ausgiebig testen.
Das auffälligste Merkmal des neuen Marathon Almotion ist sein neues Profil. Im Zentrum steht ein geschlossener Mittelsteg mit pfeilförmigem Muster, der auf befestigten Straßen und befestigten Wegen für einen leisen, ruhigen Lauf und eine hohe Abriebfestigkeit sorgt. Das Prinzip ist bewährt: Ein durchgehender Mittelsteg reduziert den Rollwiderstand, minimiert Vibrationen und erhöht die Laufleistung des Reifens spürbar.
Doch Schwalbe belässt es nicht dabei. Griffige, diamantierte Außenblöcke an den Flanken wie beim neueren Efficiency sollen bei Nässe und auf lockerem Untergrund für Sicherheit sorgen. Das macht den Almotion interessant für all jene, die nicht nur auf Asphalt unterwegs sind, sondern auch mal einen Feldweg oder leichten Schotter nicht scheuen. Das neue Profil verbindet damit zwei Welten: den komfortablen Langstreckenreifen und den vielseitigen Allrounder für gemischtes Gelände.
Technisch besonders spannend ist die Pro-Version des Marathon Almotion. Als erster klassischer Tourenreifen überhaupt ist der Pro tubelessfähig. Das erhöht den Pannenschutz, weil die enthaltene Dichtmilch kleine Stiche wie etwa von Dornen selbstständig abdichten kann und ohne Schlauch keine Schlangenbisse mehr bei Durchschlägen drohen. Außerdem rollt der Reifen tubeless spürbar schneller und ist auch etwas leichter. Der Nachteil ist der etwas erhöhte Wartungsaufwand, weil regelmäßig Dichtmilch nachgefüllt werden muss. Trotzdem: Die Tubelessfähigkeit allein macht den Almotion Pro schon zu einem echten Meilenstein. Bisher gab’s das nur bei Performance-orientierten Mountainbike, Gravel- und Rennradreifen.
Wer noch mehr Pannenschutz will, kann natürlich weiterhin zu einer ebenfalls verfügbaren Plus-Version mit der üblichen 3 Millimeter starken Pannenschutzeinlage auf der gesamten Lauffläche greifen. Dann steigt allerdings das Gewicht deutlich an. Aus unseren Tests wissen wir auch, dass bei den ultra pannensicheren Plus-Reifen oft der Abrollkomfort deutlich leidet. Dieses Nachteils muss man sich bewusst sein.
Außerdem gibt’s den Marathon Almotion auch ohne Pro. Dann ist die Gummimischung etwas einfacher und der Reifen hat einen noch höheren Recycling-Anteil. Wie beim Pro dürfte auch beim Almotion der Pannenschutz für die meisten Anwendungen gut ausreichen. Beide Reifen, Plus und Almotion, sind nicht tubelessfähig, kosten dafür aber nur rund die Hälfte vom Almotion Pro.
| Modell | Preis | Tubelessfähig | Pannenschutz | Besonderheiten |
| Marathon Almotion Pro | ca. 80 € | ✅ Ja | V-Guard | Leicht, schnell rollend |
| Marathon Almotion | ca. 40 € | ❌ Nein | V-Guard | Hoher Recycling-Anteil |
| Marathon Plus | ab ca. 45 € | ❌ Nein | Marathon Plus | Maximaler Pannenschutz |
Der Marathon Almotion Pro ist zum Testzeitpunkt im gut sortierten Fahrradfachhandel sowie online erhältlich. Der UVP von knapp 80 Euro ist für einen Premium-Tourenreifen zwar ambitioniert – aber angesichts der gebotenen Technologie nachvollziehbar
Wir haben den Schwalbe Marathon Almotion Pro in 40 mm tubeless über mehrere Wochen auf verschiedenen Untergründen getestet – von asphaltierten Radwegen über feuchte Forstwege bis hin zu leichtem Schotter.
Das erste, was auffällt: Der Almotion Pro rollt für einen Tourenreifen außergewöhnlich schnell - eher wie ein schneller Gravel-Reifen. Der Unterschied zu herkömmlichen Marathon-Reifen ist spürbar, was vor allem am besseren Walkverhalten und der geringeren rotierenden Masse dank tubeless liegen dürfte. Auf flachen Abschnitten und längeren Ausfahrten macht sich der geringe Rollwiderstand besonders positiv bemerkbar. Gerade wer bisher mit einem schwereren Touring-Reifen wie dem Marathon Plus unterwegs war, wird den Unterschied deutlich merken.
Der Reifen rollt wegen des fast durchgängigen Mittelstegs fast so leise wie ein Slick. In Schräglage und auf losem Untergrund zeigt der neue Almotion Pro seine Stärke: Die Außenblöcke greifen auch bei leichtem Asphalt und auf Schotter zuverlässig.
Der Reifen vermittelt beim Einlenken außerdem richtig viel Vertrauen. Man traut sich auch mit viel Schwung und hoher Schräglage in Kurven zu gehen. Das hatten wir bei einem Touren-Reifen so nicht erwartet. Möglich, dass dafür auch die Form des Reifens eine Rolle spielt. Der Querschnitt des Marathon Almotion Pro ist vergleichsweise eckig mit flacherer Mitte. So greifen die griffigen Schulterstollen schon früh ein. Trotz des Profilunterschieds von Mitte zu Flanke fühlt sich der Reifen beim Lenken nie undefiniert oder unrund an.
Auch bei regnerischen Ausfahrten gab es keine unangenehmen Überraschungen. Auf nassen Steinen oder kleinen Wurzeln kommt der Marathon Almotion Pro aber spürbar ans Limit. Hier können grobere Profile mehr Punkten. Wer tubeless fährt, kann aber über einen niedrigen Luftdruck aber viel Traktion und Komfort auch im Gelände herausholen, ohne Plattfüße bei Durchschlägen zu riskieren.
Trotz mehrerer Testfahrten auf schottrigen und teilweise steinigen Abschnitten: Keine einzige Panne. Alles andere wäre für einen Tourenreifen auch ein Faux-Pas. Der V-Guard erweist sich aber als zuverlässige Schutzschicht. Im Tubeless-Betrieb mit Dichtmilch dürften kleine Einschnitte und Stiche ohnehin unbemerkt bleiben. Regelmäßig nachpumpen muss man bei Tubeless natürlich. Nach einer Woche Standzeit sank der Druck aber nur von drei auf zwei Bar. Das ist für einen noch recht neuen Tubelessreifen durchaus gelungen.
530 Gramm in 40 mm – dieser Wert macht den Marathon Almotion Pro nicht nur für Trekkingräder interessant. Das Gewicht und die Dimension machen ihn faktisch auch als Tourenreifen am Gravel- oder Allroadbike attraktiv, wo Robustheit und Alltagstauglichkeit gefragt sind, ohne auf Fahrfreude zu verzichten.
Getestet: Schwalbe Marathon Almotion Pro, 40 mm | Getestet am: Trekkingrad / Gravelbike

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