Die kleinen Gummi-Noppen an neuen MTB-Reifen sind kein Geheimfeature und kein Qualitätsmerkmal. Sie entstehen lediglich, weil beim Vulkanisieren Luft aus der Reifenform entweichen muss. Für Grip, Rollverhalten oder Haltbarkeit spielen sie keine Rolle – nach den ersten Trail-Kilometern verschwinden die Produktionsüberreste ohnehin.
Die Gummi-Fitzel – im Englischen oft als Vent Spews bezeichnet – sind kein bewusster Bestandteil des Reifens. Sie entstehen während des Vulkanisierens in der Reifenform. Was Vulkanisieren ist und wie ein MTB-Reifen im Allgemeinen entsteht, lest ihr hier. Beim Einspritzen des Gummis muss die Luft aus der Form entweichen. Dafür besitzt die Form zahlreiche winzige Entlüftungskanäle. Überschüssiges Gummi drückt sich in diese Kanäle und härtet dort aus. Öffnet sich die Form, bleiben die feinen Gummi-Fäden am fertigen Reifen zurück.
Für das Fahrverhalten: nein. Die Noppen verbessern weder den Grip noch die Dämpfung oder beeinflussen den Rollwiderstand. Sie sind schlicht ein Nebenprodukt des Fertigungsprozesses und haben auf die Performance keinen Einfluss.
Nein. Beim Fahren nutzen sich die feinen Gummi-Fäden innerhalb weniger Kilometer von selbst ab. Wer sie aus optischen Gründen entfernen möchte, kann das zwar tun – einen technischen Vorteil bringt es aber nicht.
Auch das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Die Anzahl oder Länge der Gummi-Fäden sagt nichts über die Qualität des Reifens aus. Sie hängt vielmehr von der Konstruktion der Reifenform und den Entlüftungskanälen des jeweiligen Herstellers ab.
Die Gummi-Noppen sind zwar ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Reifen noch kaum oder gar nicht gefahren wurde. Entscheidend für den Zustand sind jedoch die scharfen Kanten der Stollen, eine unbeschädigte Lauffläche und ein gleichmäßiges Profil und vor allem, ob der Reifen rund läuft. Denn auch ein unbenutzter Reifen altert mit der Zeit – etwa durch UV-Licht, Hitze oder falsche Lagerung.

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