Test: Plattformpedale an Mountainbikes Test: Plattformpedale an Mountainbikes

Test: Flat Pedals für Mountainbikes

Mehr Sicherheit: 6 Flat Pedals im Test

Stefan Frey am 02.06.2016

Auf technischen Trails und in steilem Gelände vermitteln Plattform-Pedale mehr Sicherheit. Wir haben sechs Flat Pedals in der Praxis getestet.

Die große Standfläche von Plattform-Pedalen stützt den Fuß, bissige Pins verkeilen sich in der Sohle. Und trotzdem kann man sich in heiklen Fahrsituationen blitzschnell erden. Wir haben sechs aktuelle Flat-Pedals im Bikepark und ausgiebigen MTB-Touren getestet. 

Fotostrecke: Test: Plattform-Pedale für Mountainbikes

Test Crank Brothers 5050 2 Pedal

Crank Brothers 5050 2

www.crankbrothers.com

Preis: 69,99 Euro – Gewicht*: 482 Gramm – Maße: 97x96x19 mm

5050, halb Kunststoff, halb Alu. Der Klassiker aus dem Crank-Brothers-Programm setzt sich aus zwei verschraubten Teilen zusammen und bietet eine große, ebene Standfläche. Zehn Pins pro Seite lassen sich mit einem Innensechskant in der Höhe verstellen. Das verbessert den Grip nochmals leicht. Allerdings setzt sich der Innensechskant schnell zu, und die Pins machen sich ohne zusätzliche Schraubensicherung schon mal selbstständig. Praktisch: An der Pedalaußenseite verstecken sich jeweils zwei Ersatz-Pins – nur für den Fall der Fälle.

Fazit: schweres Pedal mit fetter Standfläche. Nur mäßiger Grip.

Grip 3 von 6 Punkten

Standfläche 5 von 6 Punkten

Test HT ME03t Evo Mag Pedal

HT ME03t Evo Mag

www.shocker-distribution.com

Preis: 129 Euro – Gewicht*: 273 Gramm –

Maße: 96x102x11 mm

Wow, nur elf Millimeter! Damit sind die HT-Pedale dünner als der Belag auf meinem Pausenbrot und mit 273 Gramm auch noch extrem leicht. Der Magnesiumkörper macht’s möglich. Zehn Alu-Pins pro Seite verkeilen sich in der Schuhsohle wie die Beißerchen im Brötchen. Bei Bodenkontakt können sie aber schon mal ausfallen. Das passiert aber nur selten, da die flache Bauweise viel Bodenfreiheit garantiert. Der Lauf des großen Pedalkörpers lässt sich über die Sicherungsmutter an der Achse einstellen. Mit Titan-Achse käme das HT auf 220 Gramm.

Fazit: flach, leicht, griffig – viel mehr kann man von einem Pedal kaum erwarten.

Grip 5 von 6 Punkten

Standfläche 6 von 6 Punkten

Test NC17 Sudpin IV S-Pro Pedal

NC-17 Sudpin IV S-Pro

www.nc-17.de

Preis: 98,95 Euro – Gewicht*: 362 Gramm – Maße: 88x90x18 mm

Gleich zwölf etxra-lange, oben abgeflachte Pins bohren sich beim NC-17 in die Schuhsohle wie der Finger in die Nase. An Grip mangelt es dem Sudpin wahrlich nicht. Allerdings lässt sich so die Fußposition nur schwer korrigieren. Problematisch wird das vor allem dann, wenn man die eher kleine Plattform nicht richtig getroffen hat. Dann fehlt es dem Fuß an Rückhalt. Die Pins sitzen dank Schraubenkleber bombenfest, müssen aber mit einem Kreuzschlitz gewechselt werden, das nervt. Schick gefräst und eloxiert macht das Sudpin auch optisch was her.

Fazit: viel Grip, jedoch erschwerter Positionswechsel auf dem Pedal. Eher kleine Standfläche.

Grip 4 von 6 Punkten

Standfläche 4 von 6 Punkten

Test Reverse Black One Pedal

Reverse Black One

www.reverse-components.com

Preis: 119,90 Euro – Gewicht*: 312 Gramm – Maße: 92x100x18 mm

Schrille Typen, die sich vor der Eisdiele auf die Brust trommeln, werden selten für voll genommen. Das Black One übt sich deshalb lieber in Zurückhaltung. Das schick gefräste Alu-Pedal in schlichtem Schwarz lässt kaum erahnen, wie sicher man auf der leicht konkaven Plattform steht. Lediglich die 20 knalligen Pins warnen: Vorsicht, bissig! Der Pedalkörper wirkt flacher, als er tatsächlich ist, dennoch ist das Black One ziemlich leicht. Große Füße finden auf der kleinen Plattform aber nur schwer richtig Platz.

Fazit: unauffällig gutes Pedal mit passablem Grip, aber kleiner Standfläche.

Grip 5 von 6 Punkten

Standfläche 3 von 6 Punkten

Test Shimano Saint Pedal PD-MX80

Shimano Saint PD-MX80

www.paul-lange.de

Preis: 69,95 Euro – Gewicht*: 490 Gramm – Maße: 89x100x18 mm

Die Saint-Pedale scheint Thor mit seinem Hammer eigenhändig aus einem Alu-Klotz geschlagen zu haben: massiv, robust und unzerstörbar – mit 490 Gramm von "leicht" aber so weit entfernt wie Butter von Diät-Margarine. Auf dem großen, konkaven Pedalkörper steht man sicher, sobald man die kleinen Beilagscheiben unter den Pins entfernt hat. Dennoch bieten die sieben Stifte keinen ultimativen Halt. Die Konuslager von Shimano gelten als Inbegriff der Haltbarkeit und sind sehr leicht zu warten. Da verzeiht man schon mal das Gewicht.

Fazit: robustes und wartungsarmes Pedal mit akzeptablem Grip.

Grip 4 von 6 Punkten

Standfläche 5 von 6 Punkten

Test Sixpack Millenium Mag Pedal

Sixpack Millenium MG

www.sixpack-shop.com

Preis: 149,95 Euro – Gewicht*: 302 Gramm – Maße: 102x105x15 mm

Ein Sixpack sieht klasse aus, ist aber nur schwer zu bekommen. Die Sixpack-Pedale im Glossy-Look sehen super aus und sind im Shop für jeden zu haben. Und sie können mehr als gut aussehen: Auf der riesigen Magnesium-Plattform steht man enorm sicher, leicht ist sie obendrein. Sieben lange Pins beißen so kräftig zu, dass es oft schon schwerfällt, die Position zu wechseln. Das weiche Alu macht bei Bodenkontakt aber schnell die Biege. Dank Torx lassen sich die Pins jedoch jederzeit leicht wechseln. Vier Lager pro Seite versprechen lange Haltbarkeit.

Fazit: XXL-Standfläche, grandioser Grip, ein Pedal für Biker mit großen Füßen.

Grip 6 von 6 Punkten

Standfläche 5 von 6 Punkten

Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe BIKE 9/2015 können Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Ausgabe im DK-Shop nachbestellen:

iTunes StoreGoogle Play Store

Stefan Frey am 02.06.2016