Während die Konkurrenz noch an Kugellagern festhält, geht Sixpack Racing einen anderen Weg. Das Millenium 4.0 setzt auf Gleitlager-Technologie – eine Ansage an etablierte Konstruktionsprinzipien im Pedalbau. Zwei Igus J3 Gleitlager pro Pedal ersetzen die klassischen Kugellager. Der Hersteller verspricht sich dadurch geschmeidigen Lauf bei minimalem Wartungsaufwand - vor allem aber ein sehr geringes Gewicht und eine ultraflache Bauweise für mehr Bodenfreiheit.
Die Plattform aus Aluminium misst 115 mm in der Länge und 105 mm in der Breite womit die Standfläche angenehm groß ausfällt. Mit 12 mm Höhe in der Mitte und 14 mm am Rand unterbietet das Millenium 4.0 viele Konkurrenzprodukte allerdings deutlich. Shimano Saint Pedale messen beispielsweise 16 mm, Hope F20 liegt bei 15 mm. Die flache Bauweise soll maximale Bodenfreiheit in technischen Passagen garantieren – ein entscheidender Vorteil, wenn Felsen und Wurzeln die Linie diktieren.
Die Entscheidung gegen Kugellager ist radikal. Sixpack Racing setzt auf Igus J3 Gleitlager, die nach Herstellerangaben 45 Prozent mehr Lagerkontaktfläche bieten als beim hauseigenen Konkurrenten, dem Kamikaze PA-Pedal. Mehr Kontaktfläche bedeutet bessere Lastverteilung. Die gehärtete CrMo-Achse lässt sich mit einem 3 mm Inbusschlüssel öffnen. Spezialwerkzeug wie bei vielen Shimano- oder Crankbrothers-Pedalen wird nicht benötigt. Die Wartung auf dem Trail oder in der Werkstatt wird damit einfacher gestaltet.
Während Kugellager bei Dreck und Feuchtigkeit schnell leiden, sollen die Igus-Lager robuster reagieren. Gleitlager gelten als wartungsarm und unempfindlich gegen Schmutz - ein Vorteil für Gravity-Fahrer, die ihre Pedale extremen Bedingungen aussetzen.
Insgesamt 9 Pins pro Seite verteilen sich über die konkave Plattform. Die Pin-Anordnung folgt einem anatomischen Layout, das den Fuß natürlich positionieren soll. Die konkave Form drückt den Fuß in eine definierte Position und soll zudem höheren Grip erzeugen. Der schmalere Q-Faktor soll ein direkteres Trittgefühl ermöglichen.
Das Millenium 4.0 erscheint in zwei Ausführungen. Die Pro-Version erhält ein gefrästes Finish, das Gewicht spart. Damit landet das neue Sixpack-Pedal bei einem Gewicht von gerade mal 375 Gramm. Zum Vergleich: Das Crankbrothers Stamp 11 für 300 Euro wiegt mit Titanachse 331 Gramm (hier geht’s zum Test von 7 High-End-Flatpedalen). Die meisten anderen Gravity-tauglichen Pedale landen bei einem Gewicht von deutlich über 400 Gramm.
Die Standardversion des Millenium verzichtet auf die Fräsbearbeitung und wiegt entsprechend mehr - 405 Gramm laut Hersteller. Beide Varianten nutzen identische Materialien und Lager. Der Preisunterschied bleibt mit 149,95 zu 119,95 Euro überschaubar.
Der Verzicht auf Kugellager ist ein cleverer Zug und spart am Ende nicht nur Gewicht. Vor allem die Höhe des Pedals lässt sich durch die Verwendung von Gleitlagern noch mal deutlich reduzieren - und das zahlt sich am Ende wiederum in mehr Bodenfreiheit aus. Ein großes Plattform-Pedal, das im Gelände nicht an jeder Wurzel hängenbleibt, das wünschen wir uns doch alle. Zudem rücken die Füße angenehm nah an die Kurbel heran, was in Verbindung mit der flachen Bauweise zu einem angenehm direkten Fahrgefühl führen dürfte. Mit einem Gewicht von gerade mal 375 Gramm für das Paar sind die neuen Millenium 4.0 zum aufgerufenen Preis auch noch sehr leicht. Ob die Lagerung auf Dauer dem Gravity-Einsatz standhält, werden wir im Praxistest herausfinden.

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