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Statt Federgabel: Vecnum-Vorbau mit 30 mm Federweg

Lukas Niebuhr

 · 17.11.2021

Statt Federgabel: Vecnum-Vorbau mit 30 mm FederwegFoto: Hersteller

Von Gravel- bis E-Bike: Der neue freeQENCE-Vorbau von Vecnum soll Vibrationen und Schläge in vielen Fahrradmodellen ohne Federgabel deutlich reduzieren.

Die Idee

Die Allgäuer Teile-Schmiede Vecnum bringt ihr neuestes Familienmitglied auf den Markt, den gefederten Vorbau freeQENCE. Dieser soll neue Maßstäbe in Sachen Komfort und Handling setzen und damit in anspruchsvollen Fahrsituationen für ein deutliches Plus an Fahrspaß und Sicherheit sorgen. Elastomerelemente mit 30 Millimetern Federweg sollen Vibrationen und Schläge effektiv und deutlich reduzieren.

Im Fokus der Entwicklung standen minimales Gewicht, maximale Haltbarkeit, Wartungsarmut, eine funktions- und belastungsgerechte Konstruktion – und natürlich Ästhetik, denn gerade sportliche Radfahrer gelten diesbezüglich als anspruchsvoll.

Mit dem Ergebnis sind die Allgäuer mehr als zufrieden: Der mattschwarz eloxierte Eyecatcher mit gelaserten Schriftzügen bringt allerdings bei 90 Millimetern Länge 287 Gramm auf die Waage, also etwa doppelt so viel wie ein Standardvorbau.

Was erst mal viel klingt, relativiert sich für diejenigen, die sich an ihrem starren Bike etwas Komfort und Sicherheit wünschen und bisher mit einer Federgabel geliebäugelt haben. Modelle mit ähnlich wenig Federweg federn dann zwar mit Luft, packen aber nochmals deutlich mehr Gewicht ans Bike, bei zusätzlich höheren Kosten.

  Dank des Federwegs von 30 Millimetern soll sich mit dem neuen Vecnum-Vorbau freeQENCE auch gröberes Terrain komfortabel bewältigen lassen.Foto: Hersteller
Dank des Federwegs von 30 Millimetern soll sich mit dem neuen Vecnum-Vorbau freeQENCE auch gröberes Terrain komfortabel bewältigen lassen.

Die Umsetzung

Elementares Konstruktionsprinzip beim freeQENCE-Vorbau ist das Parallelogramm. Der Mehrgelenker hat gegenüber Eingelenker-/Single-Pivot-Vorbauten den Vorteil, dass der Lenker beim Einfedern nicht abkippt.

Außerdem wird die Federkennlinie nicht durch die Hebellänge beeinflusst, also beispielsweise durch die Griffposition beim Rennlenker. Zudem erlaubt das Parallelogramm eine innenliegende Federanlenkung: die Feder sitzt vor Dreckbeschuss geschützt im Inneren.

Der Vorbau ist von außen stufenlos aufs Fahrergewicht und den Einsatzzweck einstellbar. Mittels der rechtsseitigen 3-mm-Inbusschraube lässt sich ein Gewichtsbereich von 50 bis 120 Kilogramm justieren. Im Manual gibt Vecnum Empfehlungen zum ersten Setup.

Bei Federung und Dämpfung setzt Vecnum auf leichte und wartungsarme Hochleistungselastomere. Der maximal verfügbare Hub von 30 Millimetern ist in 20 Millimeter Positiv- und 10 Millimeter Negativfederweg aufgeteilt – also ähnlich wie bei einer Federgabel.

Die Federkennlinie des freeQENCE ist homogen und linear, aber mit starker Progression an beiden Endanschlägen. Diese soll dafür sorgen, dass der gefederte Vorbau seinen Dienst auch in gröberem Terrain völlig geräuschlos verrichtet.

  Durch die 3-mm-Inbusschraube ist der Gewichtsbereich zwischen 50 und 120 Kilogramm einstellbar.Foto: Hersteller
Durch die 3-mm-Inbusschraube ist der Gewichtsbereich zwischen 50 und 120 Kilogramm einstellbar.

Der freeQENCE Vorbau kommt übrigens ohne Lockout – eine ganz bewusste Entscheidung. Die anfängliche Sorge, der Vorbau könnte bei sportlicher Gangart wie Sprint und Wiegetritt Nachteile (Energieverlust, Aufschaukeln) mit sich bringen, erwies sich als unbegründet. Nach zahlreichen Messreihen und Testfahrten des Herstellers wurde der Lockout von der Feature-Liste gestrichen.

Die Nachrüstung des Vecnum freeQENCE soll denkbar einfach sein: Die Montage erfolgt wie bei einem Standardvorbau und sei in wenigen Minuten erledigt. Dank der Open Face 4-Schraubenklemmung muss am Lenker nichts demontiert werden.

Kompatibel ist der gefederte Vorbau mit allen 1-⅛-Zoll-Gabeln unter Einhaltung einer freien Mindestschaftlänge von 42 Millimetern. Die Klemmung eignet sich für alle Lenker mit 31,8 Millimetern Durchmesser.

  Schlicht und robust: Die Technik des Vecnum freeQENCE ist wartungsfrei und auf ein langes Leben ausgelegt. Bei Bedarf lassen sich die Einzelteile tauschen.Foto: Hersteller
Schlicht und robust: Die Technik des Vecnum freeQENCE ist wartungsfrei und auf ein langes Leben ausgelegt. Bei Bedarf lassen sich die Einzelteile tauschen.

Vecnum setzt auf simple und robuste Technik, die eine lange Nutzungsdauer verspricht, und verbaut wartungsfreie Spezialelastomere, wartungsfreie Gleitlager und Titanachsen. Am Ende deren Lebensdauer können sie einfach ausgetauscht werden. Alle Teile werden bei Vecnum im Allgäu unter einem Dach entwickelt, gefertigt und getestet.

Das Ergebnis

Vecnum verspricht mit dem freeQENCE-Vorbau ein neues Fahrverhalten und Fahrgefühl in der Praxis. Das Bike ließe sich ohne Nachteile im Handling komfortabler, schneller und sicherer bewegen, anspruchsvolle Fahrsituationen einfacher meistern. Die Ermüdung nehme deutlich ab und auf die Dämpfung der Schläge auf Handgelenke und Arme dürften sich auch die Fahrer freuen, die über kribbelnde und eingeschlafene Hände klagen.

Features Vecnum freeQENCE (Herstellerangaben):

  • 30 Millimeter Federweg mit Dämpfung und Sag
  • Elastomerelement absorbiert Vibrationen und Schläge
  • Parallelogramm-Konstruktion
  • Top-Performance in allen Griffpositionen
  • Lineare Federkennlinie mit starker Endprogression
  • Extern stufenlos einstellbar auf Fahrergewichte von 50 bis 120 Kilogramm
  • Gewicht: 287 Gramm (bei 90 Millimeter Länge)
  • Erhältlich in 3 Längen: 90, 105, 120 Millimeter
  • Made in Germany

Der Vorbau ist ab sofort ab 299 Euro im Vecnum-Online-Shop erhältlich: www.vecnum.com

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