Die Griffe haben eine der wichtigsten Aufgaben am Bike: Sie stellen die sicherste Verbindung zwischen Fahrer und Bike her. Mit ihnen steht und fällt das Fahrerlebnis. Peaty’s ist sich dessen bewusst und geht mit seinen neuen Monarch-Griffen keine Kompromisse ein. Die Monarchs kombinieren eine weiche 20A-Gummimischung mit einem aufwendig gestalteten Profil, unterschiedlichen Durchmessern und einem bombenfesten Lockring. Dazu kommen Details wie ein versetzter Kern, eine dickere Gummischicht auf der Oberseite und unterschiedlich stark strukturierte Bereiche für Handfläche und Finger.
Wir haben die Mushroom-Variante in beiden verfügbaren Durchmessern getestet: Thin misst 30 bis 32 Millimeter, Thick 32 bis 34 Millimeter. Die härtere Knurl-Version gehört ebenfalls zur Monarch-Familie, kommt bei uns aber erst zu einem späteren Zeitpunkt in den Test.
Schon nach den ersten Ausfahrten zeigt sich: Peaty’s hat beim Mushroom nicht einfach möglichst weiches Gummi um den Kern geschmiert. Die Kombination aus Material, Form und Profil funktioniert extrem gut. Vor allem der dicke Monarch entwickelt sich zum echten Komfortspezialisten, ohne beim Grip Federn zu lassen.
Peaty's bietet den Monarch mit zwei unterschiedlichen Profilen an. Die weichere Mushroom-Ausführung setzt auf weiche, quer verlaufende Lamellen. Das Prinzip kennt man vor allem von BMX-Griffen: Die einzelnen Stege geben unter Belastung nach und können dadurch Vibrationen und Schläge abfangen. Peaty’s positioniert den Mushroom entsprechend als komfortorientierte Variante.
Die Knurl-Version verfolgt dagegen einen anderen Ansatz. Das rautenförmige Profil fällt härter und aggressiver aus und soll mehr direktes Feedback und Kontrolle liefern. Damit zielt Peaty’s eher auf Racer und Fahrer, die einen möglichst direkten Kontakt zum Lenker bevorzugen.
Für unseren Test bleibt es zunächst beim Mushroom. Spannend wird der Vergleich mit dem Knurl trotzdem – allerdings erst, wenn wir die härtere Variante selbst gefahren sind.
Auch beim Durchmesser lässt Peaty’s die Wahl. Thin misst innen 30 und außen 32 Millimeter. Thick legt jeweils zwei Millimeter drauf und kommt auf 32 bis 34 Millimeter. Der größere Durchmesser bietet nicht nur mehr Auflagefläche, sondern auch zwei Millimeter zusätzliches Dämpfungsmaterial.
In der Praxis fällt der Unterschied deutlicher aus, als die zwei Millimeter vermuten lassen. Der Thick liegt deutlich bequemer in der Hand und bietet mehr Auflagefläche. Der Thin fühlt sich dagegen direkter an und lässt sich etwas präziser umschließen.
Platzangst muss man bei den Peaty’s Monarch nicht haben. Die großzügige Grifffläche bietet sowohl großen Pranken als auch kleinen Händen genügend Platz. Damit decken die Monarch in der Breite ein erstaunlich großes Spektrum ab.
Auf den Lenker geschoben, sitzen die Griffe bombenfest. Ein Lockring auf der Außenseite fixiert sie per 3-Millimeter-Inbus. Zusätzlich gummiert Peaty’s die Innenseite des Griffs leicht. Selbst mit gelöster Klemmschraube dreht sich der Griff dadurch nur widerwillig auf dem Lenker. Ist der Lockring festgezogen, bewegt sich gar nichts mehr.
Der acht Millimeter schmale Lockring schafft zudem möglichst viel nutzbare Grifffläche. Peaty’s verjüngt dafür auch den inneren Kern und lässt ihn am Lenkerende etwas enger zulaufen. Dadurch beißt sich der Griff zusätzlich am Lenker fest und unterstützt den Lockring beim Verdrehsichern.
Das weiche Mushroom-Profil entpuppt sich als wahrer Handschmeichler. Es filtert Vibrationen spürbar und schont die Handflächen an langen Tagen im Sattel. Der dicke Monarch legt dabei noch eine Schippe Komfort drauf.
In Kombination mit der größeren Auflagefläche der Thick-Ausführung würde ich den Peaty’s Monarch Mushroom sogar als echtes Komfortwunder bezeichnen. Ich bin zwar noch nie echte Ergogriffe gefahren, sondern bislang ausschließlich sportliche, trailorientierte Modelle. Doch unter den klassischen Trailgriffen gehört der dicke Monarch mit seiner weichen Gummimischung zu den bequemsten, die ich kenne.
Wer viel Strecke macht, lange Tage im Sattel verbringt und überwiegend in moderatem Gelände unterwegs ist, findet mit dem dicken Monarch Mushroom einen ausgesprochen komfortablen Begleiter. Wer sich etwas mehr Kontrolle wünscht, greift zur schmaleren Thin-Ausführung. Durch den geringeren Umfang lässt sich der Griff besser umschließen und vermittelt mehr Kontrolle. Der Komfort bleibt dabei trotzdem auf einem hohen Niveau, durch das dünnere Gummi ist der Unterschied zur Thick-Variante aber sofort spürbar.
Apropos „im Griff haben“: Grip erzeugen die Monarch mit ihrem durchdachten Profil jede Menge. Die Lamellen im Daumenbereich und unter der Handfläche zahlen nicht nur auf den Komfort ein, sondern erzeugen gleichzeitig ordentlich Halt.
Die Daumenauflage fällt dabei breiter aus und besitzt ein sogenanntes Zigzag-Profil. Die geknickten Lamellen stützen den Daumen besser ab als gerade Mushroom-Stege unter den Handflächen und sollen gleichzeitig Druckstellen und Blasen reduzieren.
An der Unterseite wird das Profil deutlich aggressiver. Die stark strukturierte Fingerpartie setzt mit ihrem kantigen, geriffelten Blockdesign und einer feinen Diamantstruktur klar auf maximalen Grip. Das gelingt: Die Finger können sich zwischen den Rillen und Blöcken regelrecht festkrallen. Der Halt ist top, ohne dass das Profil unangenehm in die Finger drückt.
Damit verfolgt der Monarch einen cleveren Ansatz: oben weich und komfortabel, unten strukturiert und direkt. Auch der Kern sitzt nicht mittig im Gummi. Peaty’s verschiebt ihn nach unten und schafft dadurch auf der Oberseite mehr Material für zusätzliche Dämpfung.
Mit 108 Gramm in der Thin-Ausführung und 127 Gramm in der Thick-Variante (BIKE-Messwerte) gehören die Peaty’s zur schwereren Sorte im MTB-Schraubgriff-Segment. Wer jedes Gramm zählt, findet leichtere Alternativen.
Angesichts des gelungenen Spagats zwischen Komfort und Grip nehme ich die zusätzlichen Gramm allerdings gerne in Kauf. Gerade der dicke Mushroom richtet sich ohnehin nicht an Grammjäger, sondern an Fahrer, die lange im Sattel sitzen und ihren Händen möglichst viel Ruhe gönnen wollen.
Peaty’s beschränkt sich beim Monarch nicht auf Gummi und Lockring. Ein halber Flansch auf der Innenseite dient als Anschlag für die Hand und deckt gleichzeitig den Klemm-Bereich ab. Am äußeren Ende sitzt eine kleine „Pinky Ramp“. Sie vermittelt den Fingern, wo der Lenker aufhört, ohne einen klassischen großen Flansch zu benötigen.
Auch beim Material zeigt Peaty’s Detailverliebtheit. Der Griffkern besteht zu 80 Prozent aus recyceltem Meeresplastik.
Der Peaty’s Monarch Mushroom gehört zu den komfortabelsten Trailgriffen, die ich bislang gefahren bin. Besonders die Thick-Version spielt ihre Stärken auf langen Touren und im moderaten Gelände aus. Sie liegt satt in der Hand, dämpft spürbar und liefert trotzdem reichlich Grip. Die Thin-Version vermittelt dagegen mehr direktes Lenkergefühl und eignet sich für Fahrer, die Kontrolle höher gewichten als maximale Dämpfung.
Das Konzept überzeugt vor allem deshalb, weil Peaty’s Komfort nicht einfach mit möglichst viel weichem Gummi erkauft. Die unterschiedlichen Profilbereiche, der versetzte Kern und die konische Form arbeiten zusammen und schaffen einen gelungenen Mix aus Dämpfung und Kontrolle. Der Preis von 29,99 Euro geht angesichts der gelungenen Umsetzung ebenfalls in Ordnung.
Abstriche verlangen die Monarch beim Gewicht: Mit 108 beziehungsweise 127 Gramm gehören sie nicht zu den Leichtgewichten. Wer auf jedes Gramm schielt, findet bessere Alternativen. Wer dagegen Komfort und Grip sucht, dürfte den zusätzlichen Ballast schnell verschmerzen.
Unsere Empfehlung: Für lange Touren und Fahrer mit Komfortfokus greifen wir zur Thick-Version. Wer mehr Lenkergefühl und Kontrolle möchte, fährt mit Thin besser.
Die Knurl-Variante haben wir bislang nicht getestet. Ob ihr härteres, aggressiveres Profil tatsächlich mehr Kontrolle liefert und wie groß der Unterschied zum Mushroom auf dem Trail ausfällt, klären wir in einem separaten Test.

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