Taubes Kribbeln in den Fingern, schmerzende Handballen oder müde Unterarme. Fast jeder Biker hatte in seiner “Karriere” schon mit diesen Problemen zu kämpfen. Anders als beim Muskelkater, der weniger wird, je besser man trainiert ist, lösen sich die Beschwerden in Folge einer falschen Griffwahl aber nicht in Luft auf. Der passende MTB-Griff kann hingegen Vibrationen reduzieren, die Handstellung verbessern und selbst lange Trail-Touren deutlich angenehmer machen.
Wer sein Mountainbike verbessern möchte, denkt meist zuerst an Reifen, Fahrwerk oder Laufräder. Aus meiner Sicht werden Griffe dabei regelmäßig unterschätzt. Kaum ein anderes Bauteil beeinflusst das unmittelbare Fahrgefühl so stark und gleichzeitig so kostengünstig.
Die perfekte Lösung gibt es nicht. Handgröße, Fahrstil, Einsatzbereich und persönliche Vorlieben spielen eine entscheidende Rolle. Genau deshalb lohnt es sich, verschiedene Modelle auszuprobieren. Wer den passenden Griff gefunden hat, profitiert von mehr Kontrolle, weniger Ermüdung und spürbar mehr Komfort auf dem Trail. Stefan Frey - BIKE-Redakteur
Doch welcher Griff ist der richtige? Welche Rolle spielen Durchmesser, Material und Form? Und warum fahren Enduro-Piloten oft andere Modelle als Marathon-Biker? Wir erklären, worauf es wirklich ankommt.
Mountainbiker stützen einen beträchtlichen Teil ihres Körpergewichts über die Hände am Lenker ab - je sportlicher die Sitzposition, desto mehr Gewicht lastet auf den Händen. Gleichzeitig müssen die Hände permanent Schläge absorbieren, Lenkimpulse übertragen und jederzeit bremsbereit sein.
Die Anforderungen an moderne Bike-Griffe sind deshalb enorm:
Der Durchmesser eines Griffes wird häufig unterschätzt. Dabei entscheidet er maßgeblich darüber, wie gut das Bike in der Hand liegt.
Grundsätzlich gilt:
Besonders auf langen Abfahrten macht sich die Wahl des richtigen Durchmessers bemerkbar. Wer ständig fest zupacken muss, leidet schneller unter müden Unterarmen - dem gefürchteten Arm Pump.
Praxistipp: Wer zwischen zwei Größen schwankt, sollte beide Varianten testen. Kaum ein Bauteil beeinflusst das Fahrgefühl so direkt wie der Griff.
Moderne MTB-Griffe bestehen aus unterschiedlich aufgebauten Gummimischungen oder Silikonverbindungen.
Vorteile:
Nachteile:
Vorteile:
Nachteile:
Vorteile:
Nachteile:
Nicht nur das Material entscheidet über den Grip. Ebenso wichtig ist die Struktur des Griffes.
Zu den gängigen Varianten gehören:
Viele Hersteller kombinieren mittlerweile mehrere Muster in einem Griff, um Komfort und Kontrolle miteinander zu verbinden.
Wer sich mit MTB-Griffen beschäftigt, stößt schnell auf diese Grundsatzfrage.
Bei Lock-On-Modellen wird der Griff über Klemmringe auf dem Lenker befestigt. Im besten Fall reicht ein Klemmring an der Innenseite des Griffs. Das gibt dem Hersteller die Möglichkeit, das Gummi bis ans Griffende nach außen zu ziehen, was Druckstellen an den Ballen verhindern kann.
Diese Modelle werden direkt auf den Lenker geschoben, was sich in der Praxis häufig als nicht ganz einfach herausstellt. Meist muss man sich mit Tricks wie Haarspray oder Seifenlauge für die Montage behelfen.
Für die meisten Trail-, Enduro- und E-MTB-Fahrer sind moderne Lock-On-Griffe heute die praktischste Lösung.
Hier stehen geringes Gewicht und direkter Lenkerkontakt im Vordergrund.
Empfehlenswert:
Die goldene Mitte.
Empfehlenswert:
Hier wird es ruppig.
Empfehlenswert:
Viele Fahrer investieren in neue Federelemente oder Reifen, obwohl die eigentliche Ursache ganz woanders liegt. Typische Symptome, die darauf hinweisen, dass man seine Griffwahl überdenken sollte sind unter anderem:
Oft helfen bereits andere Griffe oder ein passender Durchmesser. Gleichzeitig sollte auch das Cockpit überprüft werden:
Erst das Zusammenspiel aller Komponenten sorgt für eine entspannte Handhaltung auf dem Trail.
Viele Mountainbiker kaufen Griffe nach Farbe oder Optik. Das ist verständlich, aber selten die beste Strategie. Zu den häufigsten Fehlern gehören:
Wer seine Griffe bewusst auswählt, kann oft mit geringem finanziellen Aufwand einen deutlich spürbaren Komfortgewinn erzielen.
Die Preisspanne reicht von etwa 15 bis über 40 Euro, und es lässt sich nicht pauschal sagen, dass ein teurer Griff immer besser ist als ein günstiger. Als grobe Orientierung gilt:
Im Verhältnis zur Wirkung auf Fahrkomfort und Kontrolle gehören Griffe damit zu den günstigsten Upgrades am gesamten Bike.
Wer sein Mountainbike verbessern möchte, denkt meist zuerst an Reifen, Fahrwerk oder Laufräder. Aus meiner Sicht werden Griffe dabei regelmäßig unterschätzt. Kaum ein anderes Bauteil beeinflusst das unmittelbare Fahrgefühl so stark und gleichzeitig so kostengünstig.
Die perfekte Lösung gibt es nicht. Handgröße, Fahrstil, Einsatzbereich und persönliche Vorlieben spielen eine entscheidende Rolle. Genau deshalb lohnt es sich, verschiedene Modelle auszuprobieren. Wer den passenden Griff gefunden hat, profitiert von mehr Kontrolle, weniger Ermüdung und spürbar mehr Komfort auf dem Trail.

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