MTB-Griffe kaufenMehr Kontrolle, mehr Komfort, mehr Trail-Spaß

Stefan Frey

 · 27.07.2026

Die Griffe am Fahrrad werden häufig unterschätzt. Dabei sind sie die wichtigste Kontaktstelle zum Bike. Was einen guten Griff ausmacht und worauf es bei der Wahl ankommt, erklären wir in unserer Kaufberatung.
Foto: Stefan Frey
Griffe am Mountainbike finden noch immer zu wenig Beachtung. Solange die Farbe passt und das Gummi hält ist alles gut. Falsch gedacht: Mountainbike-Griffe sind die wichtigste Kontaktstelle zwischen Fahrer und Fahrrad. Sie beeinflussen Kontrolle, Komfort, Fahrsicherheit und nicht zuletzt den Spaß auf dem Trail. Unser Ratgeber hilft dabei, die ideale Schnittstelle zum Fahrrad zu finden.

Themen in diesem Artikel

Taubes Kribbeln in den Fingern, schmerzende Handballen oder müde Unterarme. Fast jeder Biker hatte in seiner “Karriere” schon mit diesen Problemen zu kämpfen. Anders als beim Muskelkater, der weniger wird, je besser man trainiert ist, lösen sich die Beschwerden in Folge einer falschen Griffwahl aber nicht in Luft auf. Der passende MTB-Griff kann hingegen Vibrationen reduzieren, die Handstellung verbessern und selbst lange Trail-Touren deutlich angenehmer machen.

​Fazit: Kleine Investition, große Wirkung

Wer sein Mountainbike verbessern möchte, denkt meist zuerst an Reifen, Fahrwerk oder Laufräder. Aus meiner Sicht werden Griffe dabei regelmäßig unterschätzt. Kaum ein anderes Bauteil beeinflusst das unmittelbare Fahrgefühl so stark und gleichzeitig so kostengünstig.
Die perfekte Lösung gibt es nicht. Handgröße, Fahrstil, Einsatzbereich und persönliche Vorlieben spielen eine entscheidende Rolle. Genau deshalb lohnt es sich, verschiedene Modelle auszuprobieren. Wer den passenden Griff gefunden hat, profitiert von mehr Kontrolle, weniger Ermüdung und spürbar mehr Komfort auf dem Trail. Stefan Frey - BIKE-Redakteur

Doch welcher Griff ist der richtige? Welche Rolle spielen Durchmesser, Material und Form? Und warum fahren Enduro-Piloten oft andere Modelle als Marathon-Biker? Wir erklären, worauf es wirklich ankommt.


Warum MTB-Griffe so wichtig sind

Mountainbiker stützen einen beträchtlichen Teil ihres Körpergewichts über die Hände am Lenker ab - je sportlicher die Sitzposition, desto mehr Gewicht lastet auf den Händen. Gleichzeitig müssen die Hände permanent Schläge absorbieren, Lenkimpulse übertragen und jederzeit bremsbereit sein.

Die Anforderungen an moderne Bike-Griffe sind deshalb enorm:

  • Hoher Grip bei Trockenheit und Nässe
  • Gute Dämpfung gegen Vibrationen
  • Sichere Kontrolle auf ruppigen Trails
  • Komfort auf langen Touren
  • Geringe Ermüdung der Hände und Unterarme
  • Langlebigkeit und Wetterbeständigkeit

Die drei wichtigsten Kriterien beim Griffkauf

1. Die richtige Griffdicke

Der Durchmesser eines Griffes wird häufig unterschätzt. Dabei entscheidet er maßgeblich darüber, wie gut das Bike in der Hand liegt.

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Grundsätzlich gilt:

  • Fahrer mit kleinen Händen profitieren meist von dünneren Griffen.
  • Fahrer mit großen Händen fühlen sich oft mit dickeren Modellen wohler.
  • Zu dünne Griffe erhöhen den Druck auf die Handinnenfläche.
  • Zu dicke Griffe können die Handmuskulatur stärker ermüden.

Besonders auf langen Abfahrten macht sich die Wahl des richtigen Durchmessers bemerkbar. Wer ständig fest zupacken muss, leidet schneller unter müden Unterarmen - dem gefürchteten Arm Pump.

Praxistipp: Wer zwischen zwei Größen schwankt, sollte beide Varianten testen. Kaum ein Bauteil beeinflusst das Fahrgefühl so direkt wie der Griff.


2. Das passende Material

Moderne MTB-Griffe bestehen aus unterschiedlich aufgebauten Gummimischungen oder Silikonverbindungen.

Weiche Gummimischungen

Vorteile:

  • Sehr komfortabel
  • Gute Dämpfung
  • Hoher Grip

Nachteile:

  • Nutzen sich schneller ab

Harte Gummimischungen

Vorteile:

  • Hohe Haltbarkeit
  • Weniger Abrieb

Nachteile:

  • Weniger Komfort
  • Geringere Vibrationsdämpfung

Silikon-Griffe

Vorteile:

  • Exzellente Dämpfung
  • Sehr geringes Gewicht
  • Hoher Komfort

Nachteile:

  • Teilweise empfindlicher gegenüber Beschädigungen
  • Nicht jedermanns Sache beim Griffgefühl

3. Die richtige Oberflächenstruktur

Nicht nur das Material entscheidet über den Grip. Ebenso wichtig ist die Struktur des Griffes.

Zu den gängigen Varianten gehören:

  • Lamellenprofile an Daumen oder Ballen sorgen für maximale Dämpfung
  • Rautenstrukturen verbessern die Kontrolle
  • Rippenstrukturen erhöhen den Komfort
  • Gemischte Designs mit unterschiedlichen Zonen

Viele Hersteller kombinieren mittlerweile mehrere Muster in einem Griff, um Komfort und Kontrolle miteinander zu verbinden.


Lock-On- oder Push-On-Griffe?

Wer sich mit MTB-Griffen beschäftigt, stößt schnell auf diese Grundsatzfrage.

Lock-On-Griffe

Bei Lock-On-Modellen wird der Griff über Klemmringe auf dem Lenker befestigt. Im besten Fall reicht ein Klemmring an der Innenseite des Griffs. Das gibt dem Hersteller die Möglichkeit, das Gummi bis ans Griffende nach außen zu ziehen, was Druckstellen an den Ballen verhindern kann.

Vorteile:

  • Einfache Montage
  • Kein Verdrehen am Lenker
  • Schneller Wechsel

Nachteile:

  • Etwas höheres Gewicht
  • Weniger Dämpfung im Bereich der Klemmung
  • Weniger Dämpfung wegen durchgehender Kunststoffhülse

Schiebegriffe (Push-On)

Diese Modelle werden direkt auf den Lenker geschoben, was sich in der Praxis häufig als nicht ganz einfach herausstellt. Meist muss man sich mit Tricks wie Haarspray oder Seifenlauge für die Montage behelfen.

Vorteile:

  • Sehr geringes Gewicht
  • Oft besseres Dämpfungsverhalten
  • Gleichmäßige Materialstärke

Nachteile:

  • Neigen teilweise zum Verdrehen auf dem Lenker
  • Montage aufwendiger
  • Wechsel schwieriger

Für die meisten Trail-, Enduro- und E-MTB-Fahrer sind moderne Lock-On-Griffe heute die praktischste Lösung.


Welche Griffe passen zu welchem Fahrstil?

Cross Country und Marathon

Hier stehen geringes Gewicht und direkter Lenkerkontakt im Vordergrund.

Empfehlenswert:

  • Eher dünnere Griffe
  • Feste Gummimischungen
  • Leichte Lock-On- oder Schiebegriffe

Trail und All Mountain

Die goldene Mitte.

Empfehlenswert:

  • Mittlere Griffstärke
  • Gute Dämpfung
  • Ausgewogene Mischung aus Komfort und Kontrolle

Enduro und Bikepark

Hier wird es ruppig.

Empfehlenswert:

  • Dickere Griffe
  • Weiche Gummimischungen
  • Hohe Vibrationsdämpfung

Wenn die Hände schmerzen

Viele Fahrer investieren in neue Federelemente oder Reifen, obwohl die eigentliche Ursache ganz woanders liegt. Typische Symptome, die darauf hinweisen, dass man seine Griffwahl überdenken sollte sind unter anderem:

  • Taube Finger
  • Einschlafende Hände
  • Druckstellen an den Handballen
  • Schnelle Ermüdung der Unterarme
  • Schmerzen im Handgelenk

Oft helfen bereits andere Griffe oder ein passender Durchmesser. Gleichzeitig sollte auch das Cockpit überprüft werden:

  • Lenkerbreite
  • Vorbaulänge
  • Bremshebelposition
  • Lenkerhöhe

Erst das Zusammenspiel aller Komponenten sorgt für eine entspannte Handhaltung auf dem Trail.


Häufige Fehler beim Griffkauf

Viele Mountainbiker kaufen Griffe nach Farbe oder Optik. Das ist verständlich, aber selten die beste Strategie. Zu den häufigsten Fehlern gehören:

  • Zu dünne Griffe für große Hände wählen
  • Zu harte Gummimischungen fahren
  • Verschlissene Griffe zu lange nutzen
  • Den eigenen Einsatzbereich ignorieren
  • Schmerzhafte Cockpit-Probleme ausschließlich auf die Griffe schieben

Wer seine Griffe bewusst auswählt, kann oft mit geringem finanziellen Aufwand einen deutlich spürbaren Komfortgewinn erzielen.


Was kostet ein guter MTB-Griff?

Die Preisspanne reicht von etwa 15 bis über 40 Euro, und es lässt sich nicht pauschal sagen, dass ein teurer Griff immer besser ist als ein günstiger. Als grobe Orientierung gilt:

  • Einsteigergriffe: 15–20 Euro
  • Gute Allround-Modelle: 20–30 Euro
  • Premium-Griffe und ergonomische Modelle: 30–45 Euro

Im Verhältnis zur Wirkung auf Fahrkomfort und Kontrolle gehören Griffe damit zu den günstigsten Upgrades am gesamten Bike.


Fazit: Kleine Investition, große Wirkung

Wer sein Mountainbike verbessern möchte, denkt meist zuerst an Reifen, Fahrwerk oder Laufräder. Aus meiner Sicht werden Griffe dabei regelmäßig unterschätzt. Kaum ein anderes Bauteil beeinflusst das unmittelbare Fahrgefühl so stark und gleichzeitig so kostengünstig.

Die perfekte Lösung gibt es nicht. Handgröße, Fahrstil, Einsatzbereich und persönliche Vorlieben spielen eine entscheidende Rolle. Genau deshalb lohnt es sich, verschiedene Modelle auszuprobieren. Wer den passenden Griff gefunden hat, profitiert von mehr Kontrolle, weniger Ermüdung und spürbar mehr Komfort auf dem Trail.

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Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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