Welche Vorteile bringen neue MTB Felgenkonzepte?

Christian Artmann

 · 19.03.2017

Welche Vorteile bringen neue MTB Felgenkonzepte?Foto: Wolfgang Watzke
Welche Vorteile bringen neue MTB Felgenkonzepte?

Seit Jahrzehnten ist die Hohlkammer das Maß der Dinge bei der Felgenkonstruktion. Mit Carbon eröffnen sich neue Möglichkeiten. Wir zeigen zukunftsweisende Konzepte und sagen, was sie wirklich bringen.

Ein bisschen fühle ich mich wie Batman inkognito, als ich das Bike mit der futuristischen X-Sense-Carbon-Felge aus dem Auto hebe. Ein paar umherstehende Biker werfen mir verstohlene Blicke zu. Einer druckst herum. "Sind das Prototypen?", fragt er schließlich. "Nein", antworte ich, "die sind schon zu haben."


Diese vier Felgenkonzepte finden Sie im Test:

  • Notubes ZTR Bravo Team
  • Alchemist X-Sense 7.33
  • Kuroshiro Enso 747 / Tune Skyline
  • AX-Lightness Enduro 27.5C


Willkommen in der Zukunft!

Als die Bike-Hersteller Kohlefaserverbundstoffe, kurz Carbon, als Rahmenmaterial entdeckten, waren die Rahmen in ihrem Design quasi identisch mit den Alu-Pendants. Heute weiß man die speziellen Materialeigenschaften von Carbon besser zu nutzen und beherrscht Fertigungsprozesse, die scheinbar keine Grenzen mehr kennen. Wer sich die komplexen Formen moderner Fully-Rahmen ansieht, weiß, wovon die Rede ist. Bei den Felgen könnte dieselbe Entwicklung anstehen. Hier scheint man bisher auch lediglich die Werkstoffe ausgetauscht zu haben – was vorher in silbrig glänzendem Leichtmetall gefertigt wurde, ist halt jetzt in Carbon umgesetzt. Wer heute eine Highend-Carbon-Felge kauft, kann diese äußerlich kaum von ihren Alu-Gegenstücken unterscheiden. Leichter, steifer und teurer zwar, aber sonst fast identisch. Und das trotz zweier Herstellungsprozesse, die unterschiedlicher kaum sein könnten (siehe unten).

Verlagssonderveröffentlichung

Aber langsam kommt Bewegung in die Sache. Erste findige Entwickler beginnen zu fragen, ob man mit den Möglichkeiten von Carbon – losgelöst von den bisherigen Konventionen – nicht noch bessere Felgen bauen kann. Wir haben uns vier neuartige Felgenkonstruktionen angesehen. Das Spektrum reicht von einer Notubes ZTR Bravo, die in ihre Hohlkammerkonstruktion vertikalen Flex integriert, bis hin zu skurril anmutenden Konstruktionen wie der Alchemist X-Sense, die fast schon einem Science Fiction entliehen scheint. Mit allen vier Testkandidaten und ihren futuristischen Hightech-Konstruktionen betreten die Hersteller Neuland. Alle nutzen die konstruktiven Möglichkeiten von Carbon auf einem bisher nie dagewesenen Niveau. Innovativ anders, aber leider auch sündhaft teuer. Um zu klären, ob diese, neben einem erleichterten Konto, auch erfahrbare Vorteile bringen, und ob auch Batman sie für gut befinden würde, haben wir sie sowohl im Labor, als auch auf dem Trail gründlich durchgecheckt.


FELGENFORMEN UND HERSTELLER

Die klassische Alu-Hohlkammerfelge markiert die über Jahrzehnte vorherrschende Grundform, die auch heute noch Carbon-Felgen klar dominiert. Es geht aber auch anders. Die Kuroshiro Enso 747 zum Beispiel ist eine breite Einwandfelge, die sich über den kleinen, zickzackförmig verlaufenden Kanal ihre hohe Steifigkeit holt. Die Hohlkammer ist hier auf ein absolutes Minimum reduziert. Bei der AX-Lightness Enduro wird der große Zentralkanal durch eine 0,2 mm (!) starke Carbon-Lage gedeckelt. Die breiten Schultern sind dabei flexibel konstruiert. Die Alchemist X-Sense nutzt das Design-Potenzial des Werkstoffs noch extremer. Ihre Trapez-Hohlkammer ist asymmetrisch, und die Speichenlöcher sind für ein luftdichtes Felgenbett auf kleine seitliche Simse ausgelagert. Auffallend: die extrem großen Wandstärkenunterschiede der letzten beiden Modelle, die den Felgen die Möglichkeit geben sollen, auf harte Schläge leicht elastisch zu reagieren.

  Klassische Hohlkammerfelge (hier in Alu)Foto: Wolfgang Watzke
Klassische Hohlkammerfelge (hier in Alu)
  Kuroshiro Enso 747 (Plus-Felge)Foto: Wolfgang Watzke
Kuroshiro Enso 747 (Plus-Felge)
  AX-Lightness Enduro 275CFoto: Wolfgang Watzke
AX-Lightness Enduro 275C
  Alchemist X-Sense 7.33 Foto: Wolfgang Watzke
Alchemist X-Sense 7.33 
  Alu-Felgen: Ein großer Teil des Herstellungsprozesses ist automatisiert. Am Anfang wird aus der erhitzten, plastischen Alu-Legierung ein Endlosprofil in großen Extrudern gepresst.Foto: Alu Menziken Extrusions AG
Alu-Felgen: Ein großer Teil des Herstellungsprozesses ist automatisiert. Am Anfang wird aus der erhitzten, plastischen Alu-Legierung ein Endlosprofil in großen Extrudern gepresst.
  Die zuerst noch geraden Profilstränge werden dann vorsichtig gebogen, geschnitten und in Ringen zur Felge verschweißt bzw. gesteckt. Erst dann werden die Speichenlöcher gebohrt.Foto: Hersteller
Die zuerst noch geraden Profilstränge werden dann vorsichtig gebogen, geschnitten und in Ringen zur Felge verschweißt bzw. gesteckt. Erst dann werden die Speichenlöcher gebohrt.
  Carbon-Felgen: Eine fast komplette Handarbeit! Sie werden wie Carbon-Rahmen aus kleineren Carbon-Zuschnitten händisch in Formen gelegt, ausgehärtet und nachbearbeitet. Das dauert und geht nur stückweise.Foto: Henri Lesewitz
Carbon-Felgen: Eine fast komplette Handarbeit! Sie werden wie Carbon-Rahmen aus kleineren Carbon-Zuschnitten händisch in Formen gelegt, ausgehärtet und nachbearbeitet. Das dauert und geht nur stückweise.

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INNOVATIVE FELGENKONZEPTE IM TEST

Wir haben die vier spannendsten Felgenkonstruktionen in Form von Komplett-Laufradsätzen im Labor und auf dem Trail getestet. Das Ergebnis hat uns selbst überrascht.

Foto: Wolfgang Watzke


Notubes ZTR Bravo Team (Trail bis Enduro, 29")

Obwohl sie noch eine Hohlkammerfelge ist, will die Bravo mit ihrem abgerundeten Rechtecksquerschnitt und dem angepassten Carbon-Layup mehr als nur torsionssteif sein. Die RiACT genannte Technologie soll Lastspitzen abfedern können. Mit einer vertikalen Deformierbarkeit um bis zu zehn Millimeter soll die Felge so höhere Belastungen wegstecken, den Reifen vor Durchschlägen schützen und sich gleichzeitig komfortabler fahren. In der Praxis merkt man der ZTR Bravo an, dass hier Tubeless-Experten am Werk waren – Reifenmontage und Aufpumpen gelingen easy. Die große Maulweite der hakenlosen Felge führt auch breite Reifen sauber. Auf dem Trail gibt sich der klassisch aufgebaute Laufradsatz ordentlich steif und richtig "smooth". Ob das an RiACT oder der Carbon-typischen Eigendämpfung liegt, lässt sich nicht sagen. Nicht billig, aber mit Abstand das günstigste Set in der Gruppe.

• Vorbildlich bei Reifenmontage und Aufpumpen
• Ordentlich steif und präzise im Handling
• Bei harter Gangart subjektiv recht komfortabel
• Sauber aufgebauter Trail- bis Enduro-Laufradsatz für einen breiten Einsatzbereich.

  Notubes ZTR Bravo TeamFoto: Wolfgang Watzke
Notubes ZTR Bravo Team


Preis / Infos 1699 Euro / www.notubes.com
Gewicht ges. (VR / HR) 1708 g (790 g / 918 g)
Breite (außen / innen) 32 mm / 26 mm
Material UD Carbon
Empfehlung Reifenbreiten 2,0 bis 2,5"
Einsatzbereich Trail bis Enduro


Komponenten / Konstruktion
Naben Notubes Neo
Speichen / Nippel Sapim Race / Sapim Alu
Konstruktion 28 Speichen / 3fach gekreuzt
Fahrergewicht / Luftdruck (max) 113 kg / 2,6 bar


Messungen
Steifigkeit (VR / HR) 63 / 50 N/mm
Trägheit (VR / HR) 479 / 512 kg/cm²


Bemerkungen Carbon-Hohlkamerkonstruktion mit flexoptimiertem Profil (RiAct), hakenlos, auch 27,5 und 26"

  Notubes ZTR Bravo TeamFoto: Wolfgang Watzke
Notubes ZTR Bravo Team
  Notubes ZTR Bravo TeamFoto: Wolfgang Watzke
Notubes ZTR Bravo Team

Torsionssteif und präzise auf dem Trail, dennoch belastbar und komfortabel – der rechteckige Querschnitt und die spezielle Carbon-Konstruktion sollen es möglich machen. Die 3 mm breiten, hakenlosen Felgenhörner erhöhen die Stabilität und verhindern Defekte an der Karkasse, etwa durch harte Durchschläge.


Alchemist X-Sense 7.33 (Enduro, 27,5")

Wichtigstes Merkmal des futuristischen Designs sind die beiden seitlichen Simse, in denen die Speichennippel sitzen. Dank dieser Bauweise kommt das breite Felgenbett ohne Speichenlöcher aus, weswegen die X-Sense als echte Tubeless-Felge verwendet werden kann. Zudem kann der Reifen beim Austausch einer Speiche einfach montiert bleiben. Der hohen Zugbelastungen wegen wird jedes Nippelloch zusätzlich durch angepasste Hohlkammerquerschnitte stabilisiert. Der Laufradsatz ist leicht, aber nicht der allerleichteste. Dennoch ist er wegen seines niedrigen Felgengewichts super zu beschleunigen. Die X-Sense-Felge an sich ist steif. Die Laufradsteifigkeit ist aufgrund der speziellen Einspeichung aber nicht optimal.

• Futuristische Optik und sehr innovatives Konstruktionskonzept
• Top Beschleunigung dank leichter Felgen
• Sauber und mit gleichmäßiger Speichenspannung aufgebaut, aber nur 24 Speichen
• Nur mäßige Seitensteifigkeit (vor allem vorne)

  Alchemist X-Sense 7.33Foto: Wolfgang Watzke
Alchemist X-Sense 7.33


Preis / Infos 2400 Euro / www.shock-therapy.de
Gewicht ges. (VR / HR / Felge) 1550 g ( 698 g / 852 g / 450 g)
Breite (außen / innen) 38 mm / 32,8 mm
Material UD Carbon
Empfehlung Reifenbreiten 2,0 bis 2,8"
Einsatzbereich Trail bis Enduro


Komponenten / Konstruktion
Naben Alchemist Stealth
Speichen / Nippel Sapim Race / Sapim Alu mit Unterlegscheiben
Konstruktion 24 Speichen / 2fach gekreuzt
Fahrergewicht / Luftdruck (max) 113 kg / 2,6 bar


Messungen
Steifigkeit (VR / HR) 45 /40 N/mm
Trägheit (VR /HR) 389 / 412 kg/cm²


Bemerkungen Komplexes Hohlkammer-T-Profil mit außen liegenden Speichenlöchern, tubeless

  Alchemist X-Sense 7.33Foto: Wolfgang Watzke
Alchemist X-Sense 7.33

Durch die komplexe Kons­truktion der X-Sense liegen die Speichen und Nippel außen frei zugänglich. Das Felgenbett ohne Speichenbohrungen ist luftdicht.


Kuroshiro Enso 747 / Tune Skyline (CC bis Trail, 27,5" Plus)

Manchmal muss es einfach leicht sein. Die Kuroshiro Enso 747 ist mit 36 mm Maulweite die schmalste Version der Enso-Felgenfamilie. Sie ist wie ihre Fatbike-Geschwister einwandig konstruiert. Um dennoch die notwendige Steifigkeit zu erreichen, wird die im Zickzack verlaufende Rinne im Felgenbett zusätzlich mit einer dünnen Carbon-Lage abgedeckt, sozusagen als Mini-Hohlkammer. Dank eines besonderen Kniffs kann man sich auch noch das Gewicht fürs Dicht-Tape sparen: Weil die speziellen Sapim-Alu-Nippel passgenau in den Speichenlöchern sitzen, ist die Felge schon alleine mit Dichtmilch luftdicht. Mit nur 350 Gramm (Vorderradversion) und 400 Gramm hinten ist die Enso für ihre Breite extrem leicht und ordentlich seitensteif. Sie hat aber sehr konservative Gewichts- und Luftdruck-Limits. Maximaler Leichtbau für Plus-Bikes.

• Sehr leicht, schnell zu beschleunigen, ordentlich steif
• Abdichtung an Speichenlöchern unproblematisch (Notubes-Dichtmilch empfohlen), aber schwieriges Tubeless-Aufpumpen, weil die Zickzack-Rinne seitlich Luft entweichen lässt.
• Selbst für Plus niedrige Gewichts- und Druck-Limits

  Kuroshiro Enso 747 / Tune SkylineFoto: Wolfgang Watzke
Kuroshiro Enso 747 / Tune Skyline


Preis / Infos 2590 Euro / www.tune.de
Gewicht ges. (VR / HR / Felge) 1418 g ( 650 / 768 g / 350 g / 400 g)
Breite (außen / innen) 45 mm / 38,6 mm
Material 18 k UD Carbon
Empfehlung Reifenbreiten 2,6 bis 3,25"
Einsatzbereich Plus-Bikes – CC bis Trail


Komponenten / Konstruktion
Naben Tune King & Kong Boost
Speichen / Nippel Sapim D-Light / Sapim Polyax Alu
Konstruktion 32 Speichen / 3fach gekreuzt
Fahrergewicht / Luftdruck (max) 91 kg / 1,2 bar


Messungen
Steifigkeit (VR / HR) 56 / 48 N/mm
Trägheit (VR / HR) 362 / 378 kg/cm²


Bemerkungen Einwandkonstruktion mit Mini-Hohlkammer, auch in 29" und Fatbike, tubeless-ready

  Kuroshiro Enso 747 / Tune SkylineFoto: Wolfgang Watzke
Kuroshiro Enso 747 / Tune Skyline

In ihrem Grundprinzip eine einwandige Felge, bedient sich die Enso 747 einer im Zickzack laufenden Rinne zur Versteifung. In ihr sind auch gleichzeitig die Nippellöcher eingebettet. Mit speziellen Alu-Nippeln ist die Felge auch ohne Dichttape nur mit Dichtmilch luftdicht.


AX-Lightness Enduro 27.5C (Enduro, 27,5")

Eine Enduro-Felge der Leichtbau-Freaks? Ja, und was für eine! Wichtigstes Merkmal der Konstruktion ist, dass die weit über die zentrale Hohlkammer ausladenden Felgenschultern bei Schlagbelastungen flexen können. Dadurch verhindert man eine Überlast und baut die Schlagenergie bereits in der Felge ab. Um Reifenschäden zu verhindern, sind die hakenlosen Felgenhörner auch noch extrem breit (6 mm) und oben fast rund. Auf dem Trail funktioniert das Prinzip. Es sorgt für eine satte Bodenlage und nimmt Schlägen spürbar die Spitzen. Während das Vorderrad recht steif ist, hinkt das Hinterrad trotz Boost deutlich hinterher. Die mangelnde Seitensteifigkeit auf dem Prüfstand ist auf dem Trail aber kaum zu spüren. Für einen bombensicheren Reifensitz sind die Felgenschultern extrem hoch. Dadurch setzen sich die Reifen auch mit Montagepaste erst nahe am Maximaldruck (siehe Kasten Problemfälle).

• Direktes Fahrgefühl bei satter Bodenlage und hohem subjektiven Komfort
• Für Einsatzbereich (Enduro) sehr leicht
• Die sehr breiten und runden Flanken verhindern Snakebites und bieten hohen Schlagschutz
• Kritisch straffer Reifensitz

  AX-Lightness Enduro 27.5CFoto: Wolfgang Watzke
AX-Lightness Enduro 27.5C


Preis / Infos 2790 Euro / www.ax-lightness.de
Gewicht ges. (VR / HR / Felge) 1486 g ( 687 g / 799 g / ca. 430 g)
Breite (außen / innen) 46 mm / 36 mm
Material 3 k Carbon-Geflecht
Empfehlung Reifenbreiten 2,35 bis 2,5"
Einsatzbereich Enduro


Komponenten / Konstruktion
Naben Extralite Hyper Boost
Speichen / Nippel Sapim D-Light / Sapim Alu
Konstruktion 32 Sp. / 3fach gekr. (v. r. radial)
Fahrergewicht / Luftdruck (max) 100 kg / 2,5 bar


Messungen
Steifigkeit (VR / HR) 56 / 38 N/mm
Trägheit (VR / HR) 441 /457 kg/cm²


Bemerkungen Hybrid-Einwand/Hohlkammer mit vorlaminierten Speichenlöchern, hakenlos, nur 27,5", flexende Felge

  AX-Lightness Enduro 27.5CFoto: Wolfgang Watzke
AX-Lightness Enduro 27.5C

Die AX-Lightness Enduro ist so gebaut, dass die Felgenschultern unabhängig von der steifen Zentralrinne bei Schlägen ausweichen können und so Belastungsspitzen dämpfen. Das bringt Komfort und Stabilitätsreserven.

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PROBLEMFÄLLE

Alle Konstruktionen sind richtungsweisend, in mancher Hinsicht aber auch extrem. Da ist es nicht verwunderlich, wenn im Bike-Alltag nicht nur positive Effekte auftreten.


Kuroshiro Enso 747
Die Abdichtung ohne Tape funktioniert ausgezeichnet. Leider entweicht an den Ecken der Rinne viel Luft zwischen Reifenwulst und Felge. Ohne Kompressor ist das Tubeless-Aufpumpen sehr schwierig.

  Kuroshiro Enso 747 / Tune SkylineFoto: Wolfgang Watzke
Kuroshiro Enso 747 / Tune Skyline


Alchemist X-Sense 7.33
Schwachpunkt Einspeichung: Mit nur 24 Speichen ist das X-Sense-Laufrad schon hart am Limit. Weil sich die Speichen aber zusätzlich ungünstig überkreuzen, leidet die Steifigkeit.

  Alchemist X-Sense 7.33Foto: Wolfgang Watzke
Alchemist X-Sense 7.33


AX-Lightness
Sehr hohe Felgenschultern erzeugen schon bei der Reifenmontage extreme Spannungen. Uns ist eine durch einen Herstellungsfehler geschwächte Felge bereits bei der Reifenmontage gerissen! Die Ersatzfelge hielt aber problemlos.

  AX-Lightness Enduro 27.5CFoto: Wolfgang Watzke
AX-Lightness Enduro 27.5C


FAZIT Christian Artmann, BIKE-Tester

Ein Blick auf Produkte am Limit des derzeit Machbaren ist immer spannend. Gerade weil sich bei den Felgen bisher alles nur ums Gewicht und die maximale Steifigkeit gedreht hat. Der Ideenreichtum und die Innovationsbereitschaft der Hersteller sind beachtlich. Sehr erfreulich ist der anhaltende Trend zu breiten Felgen. Auch das Konzept einer bedingten Flexibilität als Stabilitätsreserve oder für den Komfort und luftdichte Felgen ohne Tape finde ich top.

Allerdings wird auch deutlich, dass die Innovationen oft mit Kompromissen einhergehen – sei es bei den Gewichts-Limits, der Handhabung oder der Laufradsteifigkeit. Dass ausgerechnet die Notubes ZTR Bravo, als konservativstes Laufradkonzept der Gruppe, die geringsten Kompromisse mit sich bringt, zeigt, dass die Hohlkammerkonstruktion noch lange nicht zum alten Eisen gehört – Carbon hin oder her. Wegen der exklusiven Preise werden die gezeigten Innovationsträger für die meisten von uns bis auf Weiteres ohnehin reine Tuning-Träume bleiben.

Außerdem: Bei aller Freude über Innovationen darf man nicht vergessen, dass die Wahl der Reifen und des optimalen Reifendrucks einen deutlich größeren Einfluss auf Fahrverhalten, Komfort und Beschleunigung haben als die Felgen.

  Chris Artmann, BIKE-TesterFoto: Philipp Schieder
Chris Artmann, BIKE-Tester

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