​Vision SC 45 i30Gravel-Laufräder mit mehr Breite statt Minimalgewicht

Stefan Frey

 · 17.09.2026

Lachlan Morton hat gut Lachen. Er durfte die brandneuen Vision SC 45 i30 Laufräder schon lange vor der offiziellen Vorstellung testen.
Foto: Vision/Jesse Maniere
Kompromisslose Race-Bikes oder vielseitige Allrounder - in diese zwei Richtungen entwickelt sich Gravelbiken aktuell. Gemeinsam haben beide Segmente jedoch eines: Die Ansprüche an die Laufräder steigen kontinuierlich. Gefragt sind heute nicht nur Aerodynamik und geringes Gewicht, sondern vor allem Stabilität, Traktion und Pannensicherheit auf wechselnden Untergründen. Mit dem neuen Vision SC 45 i30 präsentieren die US-Amerikaner einen Carbon-Laufradsatz, der genau auf diese Anforderungen zugeschnitten wurde.

Themen in diesem Artikel

Breite Reifen brauchen eine solide Basis, nur dann können sie ihr Potenzial voll ausschöpfen. Auf den 30 Millimeter breiten Carbonfelgen der neuen Vision-Laufräder lassen sich 55er Reifen locker mit 1,4 Bar fahren. Maximaler Komfort. Grip wie am Rallye-Wagen. Rollen wie auf einem Luftkissen. Und trotz ihrer breiten Bauweise sollen die Laufräder aerodynamisch durch den Fahrtwind schneiden.

Vision präsentiert mit den neuen SC 45 i30 einen Laufradsatz, der sich bereits beim Gravelrace The Rift auf Island bewährt hat. Und dort fegt der Wind bekanntermaßen besonders unbarmherzig über die raue Vulkanlandschaft. Dabei hat Vision bewußt keinen reinen Gravel-Race-Laufradsatz entwickelt. Der neue SC 45 i30 soll auf allen möglichen Einsätzen punkten: Asphalt, Schotter, Waldwege, Bikepacking-Routen und gelegentlich auch anspruchsvolleres Terrain.

Fazit aus Redakteurssicht

Die Anforderungen an einen Gravel-Laufradsatz sind extrem: Ungefederte Bikes werden auf schmalen Reifen über knüppelharte Pisten getreten. Einstecken müssen das zuallererst die Laufräder. Mit dem SC 45 i30 geht Vision damit in die absolut richtige Richtung: breiter, robuster und vielseitiger. Während viele Hersteller weiterhin primär auf Gewicht oder Aerodynamik setzen, versucht Vision den Fokus stärker auf Fahrstabilität und Kontrolle zu legen. Besonders die enorme Innenweite von 30 Millimetern hebt den Laufradsatz von vielen Wettbewerbern ab und dürfte hervorragend mit modernen High-Volume-Gravelreifen harmonieren. Das Gewicht von 1.542 Gramm bewegt sich zwar nicht auf Top-Niveau, erscheint angesichts der breiten Felgen und des robusten Konzepts jedoch akzeptabel. Stefan Frey, BIKE-Redakteur

30 Millimeter Innenweite als Herzstück

Die wohl auffälligste Eigenschaft des neuen Laufradsatzes ist seine 30 Millimeter breite Innenweite. Während klassische Gravel-Laufräder oft zwischen 21 und 25 Millimetern liegen, folgt Vision dem aktuellen Trend zu deutlich breiteren Felgen. Dadurch erhalten moderne Gravel-Reifen mehr Volumen und eine flachere Kontur. Laut Vision ergeben sich daraus mehrere Vorteile: mehr Traktion auf losem Untergrund, höhere Kurvenstabilität, bessere Kontrolle bei niedrigen Luftdrücken und eine größere Aufstandsfläche für mehr Komfort.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Gerade bei den immer beliebteren Reifenbreiten von 50 bis 55 Millimetern dürfte die breite Felge ihre Stärken ausspielen.


45 Millimeter Felgenhöhe für Gravel-Racer

Neben der Breite setzt Vision auf eine Felgenhöhe von 45 Millimetern. Damit bewegt sich der SC 45 i30 in einem Bereich, der lange vor allem Rennrad-Aero-Laufrädern vorbehalten war. Im Gravel-Segment wächst jedoch die Nachfrage nach aerodynamischen Laufrädern, insbesondere bei schnellen Schotterrennen und langen Marathon-Events. Auch die Verwendung von sogenannten Direct-Pull-Aero-Speichen soll der Windschnittigkeit zugute kommen.

Auffällig ist, dass Vision bei der Entwicklung nicht nur auf Geschwindigkeit fokussiert war. Vor allem Haltbarkeit, Zuverlässigkeit, Wartungsfreundlichkeit und Schlagfestigkeit haben bei der Entwicklung eine übergeordnete Rolle gespielt.

Das passt zur Realität vieler Gravel-Fahrer. Anders als beim Rennrad sind die Belastungen deutlich höher, gleichzeitig finden Fahrten oft weit entfernt von Werkstatt oder Support statt. Ein schneller Defekt kann dadurch wesentlich schwerwiegendere Folgen haben.


Bewährte Technik im Inneren

Beim Nabenaufbau setzt Vision auf die hauseigenen V-200-Naben mit einem klassischen Dreiklinken-Freilaufsystem. Sechs gedichtete Industrielager sollen für Haltbarkeit und Servicefreundlichkeit sorgen. Beim Bremsscheiben-Standard vertraut Vision der Centerlock-Aufnahme von Shimano. Zudem ist der Laufradsatz mit den gängigsten Freiläufen Shimano HG und Microspline sowie Sram XDR kompatibel. Damit deckt Vision praktisch alle aktuellen Gravel-Antriebe ab.


Vision SC 45 i30 - Infos & Preis

  • 45 mm Felgenhöhe Carbon-Felgenkonstruktion
  • 30 mm Innenweite / 38,5 mm Außenweite
  • Tubeless-Ready
  • Vision V-200 Naben mit 3-Klinken-Freilauf
  • 2:1 Aero Direct-Pull-Speichen
  • 6 gedichtete Industrielager
  • Centerlock-Aufnahme
  • Shimano HG, Microspline und SRAM XDR kompatibel
  • Gewicht: 1.542 g pro Satz
  • Preis: 1.249 Euro

Fazit aus Redakteurssicht

Die Anforderungen an einen Gravel-Laufradsatz sind extrem: Ungefederte Bikes werden auf schmalen Reifen über knüppelharte Pisten getreten. Einstecken müssen das zuallererst die Laufräder. Mit dem SC 45 i30 geht Vision damit in die absolut richtige Richtung: breiter, robuster und vielseitiger.
Während viele Hersteller weiterhin primär auf Gewicht oder Aerodynamik setzen, versucht Vision den Fokus stärker auf Fahrstabilität und Kontrolle zu legen. Besonders die enorme Innenweite von 30 Millimetern hebt den Laufradsatz von vielen Wettbewerbern ab und dürfte hervorragend mit modernen High-Volume-Gravelreifen harmonieren. Das Gewicht von 1.542 Gramm bewegt sich zwar nicht auf Top-Niveau, erscheint angesichts der breiten Felgen und des robusten Konzepts jedoch akzeptabel. Stefan Frey, BIKE-Redakteur
Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

Meistgelesen in der Rubrik Komponenten

Shorts