Stefan Frey
· 23.08.2026
Das neue Crossmax Ultimate markiert einen der ambitioniertesten Schritte, die Mavic in den vergangenen Jahren im MTB-Segment gegangen ist. Mit einem Gewicht von nur 1.080 Gramm setzen die Franzosen eine rekordverdächtige Marke und landen ganz weit vorne auf die Liste der leichtesten XC-Laufräder. Besonders interessant: Die Gewichtsreduktion wird nicht durch kompromisslosen Leichtbau erreicht, sondern verspricht gleichzeitig hohe Steifigkeit, moderne Felgenbreiten und Renntauglichkeit. Die Mavic Crossmax Ultimate richten sich klar an ambitionierte XC-Racer und Marathonfahrer, die beim Material keine Kompromisse eingehen möchten. Mit nur 1.080 Gramm gehören sie zu den leichtesten und exklusivsten Serien-Laufrädern, die derzeit für das Mountainbike erhältlich sind. Stefan Frey, BIKE-Redakteur
Ziemlich genau 30 Jahre ist es her, dass der französische Laufrad-Spezialist Mavic die ersten Crossmax-Laufräder vorgestellt hat. Die Einführung 1996 gilt heute als einer der wichtigsten Meilensteine in der Geschichte der MTB-Laufräder. Mitte der 90er-Jahre wurden hochwertige Laufräder meist noch individuell aufgebaut. Komplette, industriell entwickelte Hochleistungslaufräder waren praktisch unbekannt. Mavic verfolgte erstmals konsequent die Idee eines integrierten Laufradsystems, bei dem Felge, Nabe und Speichen als eine Einheit entwickelt wurden.
Die ersten Crossmax Laufräder, ihr könnt es euch denken, basierten damals noch auf 26-Zoll-Felgen. Ihre keramikbeschichteten Bremsflanken waren noch für Cantilever-, beziehungsweise V-Brakes ausgelegt. Mit einem Gewicht von 1.550 Gramm pro Satz waren die Crossmax für damalige Verhältnisse außerordentlich leicht. Verantwortlich dafür: Alu-Speichen aus einer speziellen Zicral-Legierung, 26 Speichen vorne, 28 hinten, Keramikbeschichtung und spezielle Naben.
Heute, 30 Jahre später, präsentieren die Franzosen einen weiteren Meilenstein der Firmengeschichte: Die brandneuen Crossmax Ultimate Laufräder. Mavic macht keinen Hehl daraus, worum es bei der Entwicklung der ultraleichten Räder ging: maximale Performance im XC-Rennsport.
Im Vergleich zur Vorgängergeneration wurde praktisch jede Komponente neu entwickelt. Laut Mavic konnten allein durch die neue Felge, die Carbon-Speichen samt Titanmuttern und die überarbeiteten Naben jeweils rund 100 Gramm eingespart werden.
Das Ergebnis ist ein Gewicht von lediglich 1.080 Gramm inklusive Tubeless-Felgenbett - und das in Laufradgröße 29 Zoll. Damit erreicht Mavic nahezu den Wert der aktuell leichtesten XC-Laufräder der Welt, der Roval Control Worldcup. Selbst in unserem letzten Vergleichstest von fünf krassleichten XC-Laufrädern hat kein Modell ein derart niedriges Gewicht erzielt.
Herzstück des neuen Laufradsatzes ist die neu entwickelte Adaptive-Layup-Technologie. Dabei optimiert Mavic den Aufbau der Carbonfasern gezielt für unterschiedliche Belastungszonen innerhalb der Felge. Ziel war es, Material nur dort einzusetzen, wo es tatsächlich benötigt wird. Der Vorteil:
Die neue Felge spart laut Hersteller rund 50 Gramm gegenüber der Vorgängergeneration ein, ohne Abstriche bei Stabilität oder Zuverlässigkeit zu machen.
Besonders auffällig ist der Einsatz von Carbon-Speichen. Während viele Top-Laufräder weiterhin auf hochwertige Stahlspeichen setzen, kombiniert Mavic hochfeste Carbon-Speichen mit Titanmuttern. Dadurch wird die rotierende Masse deutlich reduziert. Nach Angaben von Mavic soll das zu einer besseren Beschleunigung, direkteren Kraftübertragung, höherer Lenkpräzision sowie gesteigerter Reaktionsfreude beitragen. Verbaut werden jeweils 20 Speichen pro Laufrad in zweifach gekreuzter Einspeichung.
Auch im Zentrum der Laufräder wurde kräftig abgespeckt. Die neuen Naben wiegen 105 Gramm vorne und 180 Gramm hinten. Damit gehören sie zu den leichtesten Seriennaben im MTB-Segment. Zusätzlich setzt Mavic auf hochwertige Keramiklager, die Reibungsverluste minimieren und die Rolleigenschaften verbessern sollen. Ein weiteres Detail betrifft den Freilaufkörper, der laut Mavic gegenüber bisherigen Ausführungen um 25 Prozent leichter geworden ist.
Für die Kraftübertragung nutzt Mavic die neueste Version seines bewährten ID360-Freilaufsystems. Die neue Light-Variante arbeitet mit einem 40-Zahn-Ratschensystem und soll einen besonders schnellen Kraftschluss ermöglichen. Vor allem beim Antritt aus engen Kurven oder auf technischen Uphills soll sich daraus für den Piloten ein Vorteil ergeben. Auch bei explosiven Rennsituationen oder während Zwischensprints sollen die Laufräder damit extrem direkt reagieren. Zusätzlich wurde die Federkonstruktion optimiert, um interne Reibungsverluste weiter zu reduzieren.
Einer der wenigen Punkte, bei denen sich Mavic am aktuellen Standard orientiert ist die Breite der Carbonfelge. Sie bietet eine 30 Millimeter Innenweite, die vor allem für moderne XC-Reifen im Bereich von 2,3 bis 2,4 Zoll ausgelegt ist. Die breite Felgenplattform soll die Reifen besser abstützen, die Traktion erhöhen und niedrigere Luftdrücke ermöglichen. Die Felgenhöhe beträgt flache 25 Millimeter.
Das Crossmax Ultimate entstand nicht im Labor allein. Fahrer der Teams Mondraker XC Factory Racing sowie KTM XC Factory Racing waren von Beginn an in die Entwicklung eingebunden. Bereits während der Weltcupsaison 2026 konnten erste Erfolge verbucht werden, darunter mehrere Top-10-Platzierungen sowie der U23-Weltcupsieg von Katrin Embacher in Nové Město. Laut Mavic wurden die finalen Laufräder insgesamt neun Monate lang unter Wettkampfbedingungen getestet.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Fertigung. Jedes Crossmax Ultimate wird von Hand montiert und anschließend im Mavic-Testlabor in Chavanod in den französischen Alpen geprüft. Laut Hersteller kommen dabei bis zu 57 verschiedene Prüfverfahren zum Einsatz. Jede Laufradgeneration durchläuft sowohl Einzelkomponenten- als auch Komplettsystemtests. Diese Qualitätskontrolle soll eine Zuverlässigkeit gewährleisten, die weit über die üblichen Branchenstandards hinausgeht.
Das neue Crossmax Ultimate markiert einen der ambitioniertesten Schritte, die Mavic in den vergangenen Jahren im MTB-Segment gegangen ist. Mit einem Gewicht von nur 1.080 Gramm setzen die Franzosen eine rekordverdächtige Marke und landen ganz weit vorne auf die Liste der leichtesten XC-Laufräder. Besonders interessant: Die Gewichtsreduktion wird nicht kompromisslosen Leichtbau erreicht, sondern verspricht gleichzeitig hohe Steifigkeit, moderne Felgenbreiten und Renntauglichkeit.
Das Mavic Crossmax Ultimate richtet sich klar an ambitionierte XC-Racer und Marathonfahrer, die beim Material keine Kompromisse eingehen möchten. Mit nur 1.080 Gramm gehört es zu den leichtesten und exklusivsten Serien-Laufradsätzen, die derzeit für das Mountainbike erhältlich sind. Stefan Frey, BIKE-Redakteur

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