DT Swiss erweitert die DF-TechnologieMehr Kompatibilität und Freiheitsgrade für den Fahrwerks-Boost

Max Fuchs

 · 26.09.2026

DT Swiss erweitert die DF-Technologie: Mehr Kompatibilität und Freiheitsgrade für den Fahrwerks-BoostFoto: DT Swiss
Der Freilauf kann sich mit dem DF-System im Nabengehäuse je nach Einstellung um einen definierten Freiheitsgrad, unabhängig von den Sperrklinken drehen. Dadurch erhält die Kurbel mehr Bewegungsfreiheit, die den Antrieb bis zu einem gewissen Gard von der Federung entkoppelt.
DT Swiss erweitert seine DF-Technologie gegen Pedalrückschlag. Neu ist vor allem das Ratchet-DF-Upgrade-Kit für klassische Ratchet- und Ratchet-LN-Naben. Außerdem bekommen Fahrerinnen und Fahrer mit Ratchet-DEG-DF-Naben zwei Race-Kits mit größeren Einstellbereichen. Damit wird aus dem bislang exklusiven Fahrwerkstuning für DEG-Naben ein Nachrüstthema für deutlich mehr Laufräder.

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Als wir das erste DT Swiss DF-System gegen Pedalrückschlag im September 2025 gefahren sind, war der Ansatz ebenso einfach wie spannend: Ein definierter zusätzlicher Drehweg oder Freiheitsgrad im Freilauf soll den Kettenzug beim Einfedern verringern. So kann der Hinterbau freier arbeiten. Bislang setzte das aber eine Ratchet-DEG-Nabe voraus. Mit dem Ratchet-DF-Upgrade-Kit weitet DT Swiss die Technik jetzt auf die deutlich weiter verbreiteten klassischen Ratchet-Systeme aus.

Was macht die DF-Technologie?

Bei vielen Fullys verändert sich beim Einfedern der Abstand zwischen Tretlager und Hinterradachse. Dabei gerät die Kette unter Spannung und zieht die Kurbel beim Einfedern zurück. Dieser sogenannte Pedalrückschlag allein ist aber noch kein großes Problem. Problematischer ist, dass diese Wechselwirkung zwischen Fahrwerk und Antriebsstrang die Hinterbauperformance beeinflusst. Denn steht die Kette unter Spannung, sobald das Heck arbeitet, kann sich der Hinterbau nicht frei bewegen. Dadurch leidet die Traktion und das Ansprechverhalten.

Um diese Probleme zu beheben, setzt DT Swiss direkt im Freilauf an. Bevor die Zahnscheiben greifen, darf sich der Freilaufkörper abhängig vom gewählten Setup um einen definierten Winkel frei bewegen. Das entkoppelt den Antrieb bis zu einem gewissen Grad vom Fahrwerk. Die sogenannten DF-Naben für Degrees of Freedom funktionieren ohne Mehrgewicht, und der Freiheitsgrad lässt sich von Hand verstellen. Unser erster Praxiseindruck mit dem bisherigen DEG-DF-Kit war eindeutig: Bergab reagiert der Hinterbau tatsächlich sensibler.

Ratchet-DF-Upgrade-Kit: 0 oder 14 Grad für klassische Naben

Die wichtigste Neuheit ist das Ratchet-DF-Upgrade-Kit. Es passt laut DT Swiss in klassische Ratchet- und Ratchet-LN-Freilaufsysteme. Damit können Besitzer vieler älterer und aktueller nicht-DEG-DT-Swiss-Naben erstmals mit den zusätzlichen Freiheitsgraden experimentieren, ohne direkt einen neuen Laufradsatz kaufen zu müssen.

EinstellungWirkung laut DT SwissSinnvoll für
0 Gradklassisches Freilaufgefühl ohne zusätzlichen DrehwegFahrer, die unmittelbaren Kraftschluss bevorzugen
14 Gradmehr Bewegungsfreiheit vor dem Eingriff, weniger Einfluss der Kette auf den HinterbauTrail- und Enduro-Fahrer, die ihr Fahrwerk optimieren wollen

DEG-DF-Race-Kits: 30 oder 40 Grad für den Renneinsatz

Für Fahrerinnen und Fahrer, die bereits eine Ratchet-DEG-DF-Nabe besitzen, bringt DT Swiss zwei zusätzliche Race-Kits. Sie erweitern nicht die Kompatibilität, sondern die möglichen Setups.

Race-KitEinstelloptionenGedachter Einsatz laut DT Swiss
10/3010 oder 30 FreiheitsgradeEnduro
0/400 oder 40 FreiheitsgradeDownhill

Das neue Ratchet-DF-Upgrade-Kit öffnet die DF-Technologie für viele klassische DT-Swiss-Naben und ist damit eine relevante Erweiterung des Systems. Die E-Bike-Freigabe eröffnet den Kundenkreis noch weiter. Die Race-Kits für DEG DF sind dagegen ein Spezialangebot für Fahrer, die ihr Setup sehr gezielt für verschiedene Streckenprofile – bergab wohlgemerkt – anpassen wollen.

Wer sein Fully bereits ohne spürbaren Pedalrückschlag fährt oder vor allem auf direkte Kraftübertragung Wert legt, für den bleibt das System nach wie vor uninteressant. Für Fahrerinnen und Fahrer, die am sensibleren Ansprechen des Hinterbaus arbeiten möchten, ist das Upgrade aber eine unkomplizierte und kostengünstige Möglichkeit zu experimentieren.

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Max Fuchs

Max Fuchs

Redakteur

Max Fuchs hat seine ersten Mountainbike-Kilometer bereits mit drei Jahren gesammelt. Zunächst Hobby-Rennfahrer und Worldcup-Fotograf im Cross-Country-Zirkus, jetzt Testredakteur und Fotograf bei BIKE. Sein Herz schlägt für Enduros und abfahrtsstarke Trailbikes – gern auch mit Motor. Bei der Streckenwahl gilt: je steiler und technischer, desto besser.

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