DT Swiss 1500 2027Downhill-Freigabe bei DT - Carbon-Laufräder in Unzerstörbar?

Adrian Kaether

 · 09.04.2026

Die 1500er Serie legt DT Swiss ausschließlich in Carbon auf. Zielgruppe: Enthusiasten, die ein geringes Gewicht und eine besonders leichtfüßige Beschleunigung schätzen.
Foto: DT Swiss/Nina Ludwig
​Die Schweizer von DT Swiss schicken ihre komplett überarbeiteten 1500er Laufräder ins Rennen. Mit konsequentem Carbon-Einsatz, asymmetrischen Felgen und modellspezifischen Abstimmungen sollen die neuen Laufräder richtig leicht und haltbar sein. Die Preise für die Oberklasse in Carbon bleiben hoch.

Themen in diesem Artikel

Noch leichter, noch feiner verzahnte Freiläufe? Nein. Dafür setzt DT Swiss bei der überarbeiteten 1500er Serie wie bei den neuen 1700er Laufrädern (hier alle Infos) auf Erkenntnisse aus der Top-Serie 1200 und verspricht noch mehr Haltbarkeit und ein weiter verfeinertes Fahrgefühl. Dazu soll neben den neuen Felgen selbst auch der einstellbare DF Freilauf beitragen. Die Schweizer untermauern ihr Versprechen mit einer vollständigen Downhill-Freigabe nach ASTM5 für die Enduro-Laufräder EXC 1500.

Downhill-Freigabe für Carbon-Felgen. Das gab es bei DT Swiss noch nie!

Fazit Adrian Kaether zur neuen 1500er Serie von DT Swiss

Mehr als nur ein Update: DT Swiss krempelt die komplette 1500er Serie auf links. Die Highend Laufräder in Carbon sind jetzt zum großen Teil auch für E-Bikes zugelassen. Asymmetrische Felgen und eine verbesserte Konstruktion soll nochmal mehr Haltbarkeit bringen. Wie sich das im Langzeit-Betrieb auswirkt, muss sich zeigen. Der Mehrwert der DF Freiläufe und von ASTM5 für den Enduro-Laufradsatz liegt hingegen schon jetzt auf der Hand.

Vertrauen in Fahrgefühl und Haltbarkeit

Im Gegensatz zu den bisherigen Laufrädern setzt DT Swiss bei der 1500er Serie jetzt auf ein leicht asymmetrisches Felgenprofil. Das Laufrad bleibt natürlich zentriert. Die Asymmetrie hat aber den Vorteil, dass die Speichenspannung gleichmäßiger gewählt werden kann und damit die Haltbarkeit profitiert. Insbesondere am Hinterrad, wo die Kassette sonst zu sehr unterschiedlicher Speichenspannung zwingt.

Außerdem will DT Swiss das Fahrgefühl der Carbon-Laufräder so nah wie möglich an die Alufelge gebracht haben. Bei natürlich gleichzeitig deutlich gesteigerter Beschleunigung und leichterem Handling durch die geringere rotierende Masse der leichten Felgen. In Sachen Defektanfälligkeit von Carbon zeigen sich die Entwickler gelassen.

“Erst wenn durch den Einschlag eine vergleichbare Alufelge irreparabel zerstört wäre, gibt auch die Carbonfelge nach.”

Als Folge gewährt DT Swiss Erstbesitzern eine lebenslange Garantie auf das Carbon-Laufrad für Verarbeitungs- und Materialfehler. Wird die Felge durch einen Fahrfehler zerstört, berechnen die Schweizer 249 Euro für die Reparatur. Deutlich weniger, als was eine Ersatzfelge aus Carbon auf dem klassischen Markt kosten würde.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

Freiheit für die Federung: Das DEG DF System

Alle außer den gewichtsoptimierten XRC Laufrädern für den Cross-Country-Einsatz kommen außerdem mit dem DEG DF System von DT Swiss. Es erlaubt werkzeuglos den Leerweg des Freilaufs auf 0, 10 oder 20 Grad (0 & 10 Grad bei HXC) einzustellen, um den Pedal-Rückschlag zu umgehen. Beim Pedal-Rückschlag wirkt die Längung der Kette dem Einfedern des Hinterbaus entgegen. Das ist bei den meisten Mountainbikes der Fall. Mit dem Spezial-Freilauf wird der Leerweg im Antritt zwar etwas höher, dafür arbeitet die Federung freier und das Rad liegt prinzipiell satter auf dem Trail.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Die Laufräder im Überblick: Viele auch für E-Bikes geeignet

Alle neuen 1500er Laufräder kommen mit Carbon-Felgen, die wie die Naben auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt sind. Je nach Laufrad gibt’s 24 bis 32 Speichen. Auch die klassischen 1500er Laufräder mit Ausnahme des XRC 1500 sind für Motordrehmomente bis 100 Nm zugelassen und damit auch eine Option für E-Bikes bis hin zu Boschs CX. Die speziellen Light-Support Laufräder von DT Swiss für leichte E-Bikes dürften damit entfallen. Motoren über 100 Nm Drehmoment wie der DJI Avinox werden dann vom HXC 1500 bedient, den DT Swiss aber auch bei E-MTBs mit weniger Power schon empfiehlt.

​XRC 1500 SPLINE: Leichtgewicht für Cross Country-Racer

Das Race-Modell XRC 1500 SPLINE setzt konsequent auf Gewichtsersparnis und nutzt die 240 Straightpull-Nabe mit 54T Ratchet EXP System. Mit nur 24 T-Head-Speichen pro Laufrad in 2-Cross-Speichung erreicht das Set laut Hersteller 1.384 Gramm in 29 Zoll (Herstellerangabe). Die 30 mm breiten Carbon-Felgen sind hookless und tubeless ready. ASTM-Kategorie 3 (XC & Trail) bei maximal 120 kg Systemgewicht zeigt klar: Hier geht's um Speed, nicht um Bikepark-Einsätze. Preis: ab 1.699,80 Euro. Der ärgste Konkurrent ist damit vor allem der hauseigene XRC 1700 Laufradsatz. Nur rund 50 Gramm schwerer, dafür 500 Euro günstiger.

XMC 1500 SPLINE: Der Allrounder mit Endlos-Potenzial

Die All-Mountain-Variante XMC 1500 SPLINE kombiniert mit 1.599 Gramm (29 Zoll, Herstellerangabe) ein niedriges Gewicht mit einer ordentlichen Robustheit. Herzstück ist die 240 Straightpull-Nabe mit 90T Ratchet DEG und DF-System. Je 28 DT Complite Speichen vorne und hinten in den Carbon-Felgen versprechen die perfekte Balance für lange Anstiege und Trails. Bei gleichem Preis wie die Race-Version (ab 1.699,80 Euro) ist der XMC 1500 etwas vielseitiger aufgestellt und bis ASTM 4 (All Mountain / Enduro) und 130 Kilo zugelassen.

EXC 1500 CLASSIC: Enduro-Power mit Downhill-Freigabe

Das Enduro-Flaggschiff EXC 1500 Classic macht keine halben Sachen: 240 Classic-Nabe mit 90T Ratchet DEG DF, vorne 28 und hinten satten 32 J-Bend-Speichen dreifach überkreuzt. Das Ergebnis: ASTM-Kategorie 5 bei 130 kg maximaler Systemlast – offiziell also auch Downhill-tauglich. Dank der klassischen Einspeichung mit konventionellem Nabenflansch sollen sich Speichen bei Defekt besonders leicht wechseln lassen. Mit 1.783 Gramm (29 Zoll) bleibt das Set trotz dieser Robustheit noch relativ leicht. Die PURE Carbon-Felgen (30mm breit) sollen auch härteste Landungen wegstecken. Der Preis liegt ebenfalls bei 1.699,80 Euro.

​HXC 1500 SPLINE: E-MTB-Spezialist mit Hybrid-Power

Das E-MTB-Modell HXC 1500 SPLINE ist für maximale Belastungen durch E-Bikes mit hohem Systemgewichten ausgelegt: 240 Straightpull-Nabe mit 60T Ratchet DEG DF Freilauf mit (0 oder 10°). Je 28 Speichen vorne und hinten in 3-Cross-Speichung halten die hohen Drehmomente von E-Antrieben aus. Mit 1.939 Gramm (29 Zoll) und ASTM-Kategorie 4 bei 140 kg maximalem Systemgewicht ist das Laufrad auf die speziellen Anforderungen von E-Bikes zugeschnitten. Achtung: Bei sehr schweren Fahrern bietet sich eher das HX 1700 Laufrad aus Alu mit 150 Kilo Systemgewicht an.

Auf dem Trail mit der neuen 1500er Serie von DT Swiss

Beim Press-Launch in Molini di Triora konnten wir auch die neuen 1500er Laufräder in der All Mountain Version XMC an einem klassischen All Mountain und in der HXC 1500 Version an einem E-MTB auf einige Abfahrten ausführen. Typisch für die Carbon-Laufräder ist das im direkten Umstieg von Alu leichte aber klar spürbare Plus an Leichtfüßigkeit im Antritt und Beschleunigung. Das wird gerade am XMC Laufradsatz deutlich, den wir an einem MTB ohne Motor gefahren sind.

Gleichzeitig zeigte sich keiner der zwei Laufradsätze harsch oder unnachgiebig. Auch in rauem Gelände und auf langen Abfahrten blieben die Carbon-Laufräder unauffällig, was schon als Kompliment gewertet werden darf. Dem Anspruch, das Fahrgefühl in Sachen Nachgiebigkeit und Komfort möglichst nah an die eigenen Alu-Laufräder zu bringen, wird DT Swiss offenbar also gerecht. Die eine oder andere unsaubere Landung beim E-Bike nahmen die Laufräder ebenfalls gelassen.

Das DF System bietet einen starken Mehrwert zum Feintuning der Federung. Der Aufpreis von Carbon gegenüber guten Alu-Laufrädern bleibt aber hoch. Damit sind die 1500er Laufräder nochmal verbesserte Tuning-Teile für gut betuchte Enthusiasten, an denen man hoffentlich lange Freude haben wird. An Komplettbikes wird man sie erst in der absoluten Top-Klasse ab Werk verbaut sehen.

Bleiben teuer, aber der erste Eindruck überzeugt: Die neuen DT Swiss 1500 Laufräder beim Press Launch in Molini di Triora.Foto: DT Swiss/Nina LudwigBleiben teuer, aber der erste Eindruck überzeugt: Die neuen DT Swiss 1500 Laufräder beim Press Launch in Molini di Triora.

Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

Meistgelesen in der Rubrik Komponenten