Stefan Frey
· 18.08.2026
Die Naben von Kult-Tüftler Chris King sind im MTB-Sport legendär. Super robust. Super edel. Und mit einem unverkennbaren Freilauf-Sound gesegnet. Auch für BMX-Biker hatte der Naben-König lange Zeit passende Produkte im Angebot. Doch der letzte Satz King-Naben für BMX-Racer liefen bereits 2018 vom Band. Seitdem wurde unter Rennfahrern und King-Fans immer wieder die Frage nach einer Neuauflage laut. Nun nutzen die Amerikaner die Bühne der MADE Custom Bike Show, um ihre komplett überarbeiteten BMX Disc Hubs vorzustellen.
Laut Chris King stand dabei nicht nur eine Wiederauflage im Fokus, sondern eine echte Weiterentwicklung. Die neuen Naben wurden gezielt für den BMX-Renneinsatz optimiert und sollen insbesondere bei Gewicht, Steifigkeit und Kraftübertragung zulegen.
Im Zentrum der Hinterradnabe arbeitet weiterhin das charakteristische RingDrive-System, das seit Jahrzehnten zu den Markenzeichen von Chris King gehört. Serienmäßig kommt die BMX-Nabe mit einem 72-Zähne-RingDrive. Die hohe Verzahnung sorgt für ein besonders schnelles Einrasten des Freilaufs und minimiert den Leerweg beim Antritt – ein wichtiger Faktor bei Starts aus dem Gate oder explosiven Zwischensprints.
Wer weniger Widerstand und maximale Endgeschwindigkeit bevorzugt, kann alternativ auf ein uneingeschränkt kompatibles 36-Zähne-RingDrive umrüsten.
Die auffälligste technische Veränderung betrifft das Gewicht. Chris King gibt an, das Gewicht der Hinterradnabe um rund 50 Gramm gegenüber dem Vorgängermodell reduziert zu haben. Gleichzeitig soll eine einteilige Achse aus gehärtetem Edelstahl für hohe Steifigkeit sorgen.
Zusätzlich wurde der Flanschdurchmesser vergrößert, die Speichenwinkel optimiert und die Konstruktion speziell auf 20-Zoll-BMX-Laufräder abgestimmt. Dadurch verspricht sich Chris King eine höhere Laufradsteifigkeit und bessere Kraftübertragung im Renneinsatz.
Die Vorderradnabe verzichtet konsequent auf eine Bremsscheibenaufnahme und ist für 20-mm-Achsen ausgelegt. Hinten kommt dagegen eine 6-Loch-Aufnahme für Bremsscheiben zum Einsatz. Fahrer können zwischen zwei Varianten wählen:
Die Bolt-On-Version wird serienmäßig mit Stahlbolzen ausgeliefert. Für besonders gewichtsorientierte Racer bietet Chris King zusätzlich Titan-Schrauben an, die sich an den bekannten Robert-Axle-Project-Komponenten orientieren. Alle BMX-Naben sind ausschließlich als 36-Loch-Versionen erhältlich.
Wie bei nahezu allen Produkten des Herstellers werden die neuen BMX-Naben in sämtlichen aktuellen Chris-King-Farben angeboten. Für viele BMX-Racer gehört genau diese Individualisierung seit jeher zum Reiz der Marke. Die Kombination aus auffälligen Eloxalfarben, hoher Fertigungsqualität und langer Lebensdauer hat Chris King über Jahrzehnte Kultstatus eingebracht.
Die Rückkehr von Chris King ins BMX-Segment ist mehr als eine nostalgische Neuauflage. Die neuen BMX Disc Hubs greifen aktuelle Anforderungen des BMX-Rennsports auf und verbinden sie mit den bekannten Stärken der Marke. Besonders interessant sind die deutliche Gewichtsreduktion, die speziell auf 20-Zoll-Laufräder abgestimmte Konstruktion und natürlich das legendäre RingDrive-System. Gerade BMX-Racer, die bei Material und Performance keine Kompromisse eingehen möchten, dürften die Rückkehr der King-Naben begrüßen.
Der Preis bewegt sich erwartungsgemäß im Premiumsegment. Chris King konkurriert hier nicht über günstige Angebote, sondern über Fertigungsqualität, Servicefähigkeit und langfristige Haltbarkeit. Stefan Frey, BIKE-Redakteur

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