Max Fuchs
· 24.04.2026
Dass das Sidekick-Nabensystem Pedalrückschlag reduziert, hat bereits der Vorgänger gezeigt. Der Preis war allerdings schon damals happig. Im vergangenen Jahr stellte zudem DT Swiss auch ein freilaufbasiertes System für nur 150 Euro vor, das kaum Mehrgewicht mit sich brachte. Damit verlor die E*thirteen-Nabe an Wettbewerbsfähigkeit. Mit einem günstigeren, leichteren und vielseitigeren Lineup könnte sich das künftig wieder ändern.
| Sidekick | Sidekick Pro | Sidekick GR | |
| Preis (Hinterrad) | 249,95 Euro | 349,95 Euro | 399,95 Euro |
| Einsatzbereich | Trail / All Mountain | Trail / All Mountain | Enduro / Gravity |
| Gewicht | 300 g | 275 g | 424 g |
| Eingriff | 9° / 13° / 18° | 9° / 13° / 18° | 12° / 15° / 18° |
| Freilauf | XD, MS oder HG | XD, MS oder HG | XD, MS oder HG |
| Achsmaß | 148 mm / 157 mm | 148 mm / 157 mm | 148 mm / 157 mm |
| Lochkreis | 28H oder 32H | 28H oder 32H | 28H oder 32H |
| Besonderheit | Anti-Pedalrückschlag Grundversion | Nickelbeschichtete Sperrklinken | Stahlachse, verstärkter Lagersitz |
| Garantie | 10 Jahre + Lagergarantie | 10 Jahre + Lagergarantie | 10 Jahre + Lagergarantie |
Beim Einfedern verlängert sich bei den meisten Fullys der Abstand zwischen Tretlager und Hinterradachse. Da Kettenblatt und Kassette über die Kette verbunden sind, entsteht eine Wechselwirkung, die die Kurbel beim Einfedern nach hinten zieht – der sogenannte Pedalrückschlag. Je nach Kinematik ist dieses Phänomen unterschiedlich stark ausgeprägt, verhindert bei Fullys, dass der Hinterbau frei einfedern kann, und verschlechtert dadurch die Fahrwerksperformance. Je kleiner der Eingriffwinkel, desto direkter ist das Engagement und desto stärker der Pedalrückschlag.
E*thirteen löst dieses Problem mit einem patentierten Druckstift-Ratschensystem: Beim Bergabrollen, wenn kein Tretinput anliegt, ziehen sich die Sperrklinken zurück und entkoppeln den Antriebsstrang bis zu einem gewissen Grad – je nach Einstellung – vom Fahrwerk. So kann das Hinterrad dem Untergrund besser folgen, und der Hinterbau kann sich freier bewegen. So viel zum Sidekick-System an sich. Doch was ist neu beim Sidekick 2.0?
Der größte Kritikpunkt am originalen Sidekick: Den minimalen Eingriffwinkel von 12 Grad fanden viele Trail-Fahrer zu träge. Diesen Kritikpunkt adressiert e*thirteen mit der neuen 9°-Einstellung für ein direkteres Engagement. In dieser Einstellung soll sich die Sidekick 2.0 beim Pedalieren mehr anfühlen wie ein normaler MTB-Freilauf – dabei aber trotzdem den Pedalrückschlag zu Beginn des Federwegs eliminieren. Ideal für Trail-Bikes mit mittlerem Federweg.
Die breiteren Freiheitsgrade betragen 13° und 18° – für alle, die bergab maximale Fahrwerksperformance wollen. Der Wechsel zwischen den Einstellungen gelingt nach wie vor ohne Werkzeug.
Die Sidekick- und Sidekick Pro-Naben bekommen übergroße Aluminiumachsen. Mit dem Ergebnis: Die Pro-Version wiegt in der Straight-Pull-Version nur noch 275 Gramm, das J-Bend-Modell 300 Gramm. Damit soll sie laut Hersteller je nach Ausführung bis zu 38 Prozent leichter sein als die alte Sidekick-Nabe. Die GR-Variante richtet sich an schwere Enduro-, DH- und E-Bikes. Sie wiegt 424 Gramm und kommt mit Stahlachse sowie verstärktem Lagergehäuse.
Neu konstruierte Lagerpresspassungen und überarbeitete Dichtungen sollen den Freilaufwiderstand im Vergleich zum originalen Sidekick um 30 % gesenkt haben. In herstellereigenen Vergleichstests gegen DT Swiss 350 DEG-Hubs zeigte der Sidekick 2.0 laut e*thirteen 55 % weniger Freilaufwiderstand.
Das Sidekick-Lineup ist ab sofort dreistufig. Vom Vorgänger gab es nur ein Modell. Die Basis-Sidekick-Hinterradnabe startet bei 250 Euro – genau die Hälfte des 500 Euro teuren Vorgängers. Der Sidekick Pro bringt nickelbeschichtete Sperrklinken und hochwertigere Lager für 345 Euro. Das Gravity-Modell (GR) ist mit Stahlachse, verstärktem Gehäuse und größerem Außenlager auf schwere Enduro-, DH- und E-MTBs ausgelegt und kostet 399 Euro.

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