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Dank zwei Kettenblättern reichen zehn Gänge hinten bei der GRX für eine schöne Übersetzungsbandbreite mit einer feinen Gangabstufung. Das sportlich-knackige Schaltgefühl kann mit teureren Rennrad- und Gravel-Schaltungen noch gut mithalten. Gerade für Gelegenheits- und Alltags-Graveler ist die GRX 400 daher eine sinnvolle Option, bei der man sorgenfrei zuschlagen kann.
| Modell | Shimano GRX 400 2x10 |
| Preis | 314 Euro |
| Gewicht | 1060 Gramm |
| Bandbreite | 475 Prozent |
| Kleinster Gang | 8,3 km/h |
Preis und Gewicht sind Herstellerangaben und beziehen sich auf das komplette Schaltsystem mit Trigger und Schaltwerk. Für den kleinsten Berggang legen wir standardisierte Parameter bei Reifengröße und Trittfrequenz und ein 40er Trekking-Kettenblatt zugrunde (28 Zoll, 47 Millimeter, 60 U/min).
Elektronisches Schalten, bis zu 13 Ritzel am Heck oder Kassetten groß wie Pizzateller: Das Innovationsfeuerwerk bei den Fahrrad-Schaltungen hat längst auch trendige Gravel-Bikes voll im Griff. Die gute alte GRX 400 mit klassischen zwei Blättern vorne und zehn Gängen hinten wirkt da fast schon anachronistisch.
Allerdings: Auch wenn die neue Spitzentechnik ihre Berechtigung hat, heißt das ja noch nicht, dass nicht auch etabliertes weiter gut funktionieren kann. Und genau das ist die Geschichte der GRX 400. Als günstigste Gravel-Schaltung in Shimanos Hyperglide Portfolio wird die GRX 400 nach oben hin von der 600 und der 800 und den jeweiligen Di2 Varianten mit elektronischem Schalten ergänzt. Anders als die teuren Gruppen gibt es die GRX 400 nur als 2x10-Schaltung und die Technik ist auch schon etwas älter als die aktuellen Varianten der GRX 600 und 800 - beim letzten Modellwechsel wurde die GRX 400 nicht geupdatet. Trendige Varianten mit nur einem Kettenblatt vorne sind den teureren GRX-Modellen vorbehalten.
Dafür bedient sich die GRX 400 für eine mechanische Gravel-Schaltung nach wie vor gut. Die Hoods sind eher massig, liegen aber gut in der Hand. Dank kleinem 30er Blatt vorne bietet auch die GRX 400 mit der üblichen Kassette mit 11 bis 34 Zähnen eine leichte Untersetzung. Echte Bergtouren sind jedoch nicht ihr Metier, dafür sind die Gänge zu stramm. Leider gibt’s auch keine Ersatzteile von Shimano, um hier mit anderer Übersetzung etwas nachzuhelfen. Gerade für Einsteiger dürfte bei den kleinen Gängen also mehr gehen. Der Sprung vom kleinen aufs große Kettenblatt braucht wie immer etwas Feingefühl beim Schalten.
Mit dem großen 46er Blatt vorne Tempo machen, liegt der GRX 400 dafür deutlich mehr. Für raue Untergründe bietet die günstige GRX schon einen Shadow-Plus-Hebel für zusätzliche Schaltwerksdämpfung gegen Kettenschlagen. Die teurere GRX 600 würden wir vor allem durch das etwas geringere Gewicht im Vorteil sehen und die leichten ergonomischen Updates nach dem Modellwechsel im Vorteil sehen. Funktional gibt’s einen echten Sprung erst mit knackiger Elektro-Schalttechnik bei den Di2-Varianten der GRX (hier im Test).
Neben der GRX 400 gibt es übrigens mittlerweile auch noch eine Variante der Allround-Schaltung Cues für günstige Rennräder und Gravelbikes. Sie ist explizit auf Haltbarkeit getrimmt aber schwerer. Unser Eindruck: Die GRX 400 ist der bessere Kompromiss, wenn es im Schaltgefühl sportlich-knackig sein darf. Die Cues macht wegen der Haltbarkeit vielleicht als reine Alltags-Schaltung die noch bessere Figur, fühlt sich aber träger und nicht so knackig an. Ein Argument für die Cues: Die günstige GRX 400 ist schon ziemlich alt. Langfristig dürfte die Cues dieses Segment also ohnehin übernehmen. Schade drum, denn wer Freude am Radfahren haben will, dem dürfte die sportivere GRX sicher besser gefallen.

Redakteur