Pinion MGU im TestSorglos-Getriebe für Radreisende?

Adrian Kaether

 · 02.06.2026

Die Pinion MGU E1.12 kombiniert Motor und Getriebe in einer Einheit.
Foto: Max Fuchs
Die MGU von Pinion kombiniert einen starken Mittelmotor mit einem integrierten Getriebe in einer Einheit. Das macht die Schaltung wartungsarm und verschleißfest. Die perfekte Option für Sorglos-E-Bikes, wenn da nicht auch ein dicker Nachteil wäre.

Themen in diesem Artikel

BIKE-Fazit zur Pinion MGU für Tourenradler

Die MGU von Pinion ist nah dran am perfekten System. Kompakt, kraftvoll und breit abgestuft. Dank integriertem Getriebe und Riemen-Antrieb braucht sie viele Tausend Kilometer keine Wartung. Der hohe Preis für Räder mit Pinion MGU ist der größte Nachteil.

Mit der MGU hat Getriebe-Spezialist Pinion auf der Eurobike 2023 für einen echten Kracher gesorgt. Über die Leistung von E-Bike-Motoren wurde damals kaum gesprochen. DJI und Co. mit 100 Newtonmetern und mehr gab es lange noch nicht. Doch nerviger Verschleiß bei Kette und Kassette durch hohe E-Bike-Power war damals auch schon ein Thema.

Der Geniestreich von Pinion: Die MGU - kurz für Motor-Gear-Unit - kombiniert den Mittelmotor und ein Pinion-Getriebe in einer kompakten Einheit. So sind beide Komponenten optimal aufeinander abgestimmt. Und Wartung fällt wie bei Pinions klassischen Getrieben (hier im Test) kaum an. Das Gewicht ist für die zwölf Gänge und die hohe Bandbreite richtig gut. Ein vergleichbares System aus zum Beispiel einem Rohloff-Getriebe und einem Mittelmotor käme auf locker ein Kilo mehr.

Pinion MGU E1.12: Die Fakten

ModellPinion MGU E1.12
Preisk. A. (nicht einzeln verkäuflich)
Gewicht4,2 Kilogramm
Bandbreite600 Prozent
Kleinster Gang6,2 km/h

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Preis und Gewicht sind Herstellerangaben und beziehen sich auf das komplette System aus Motor und Getriebe. Für den kleinsten Berggang legen wir standardisierte Parameter bei Reifengröße und Trittfrequenz und die kleinste, freigegebene Übersetzung zugrunde (28 Zoll, 47 Millimeter, 60 U/min).

Zwölf Gänge, hohe Bandbreite

Die Top-Version MGU 1.12, die wir hier im Test haben, bietet zwölf fast schon zu breit abgestufte Gänge. Gerade statt den extrem dicken Tempo-Gängen könnte man sich eher noch eine feinere Abstufung in der Mitte wünschen. Der Berggang fällt für den Toureneinsatz aber schön leicht aus. Kein Wunder: Die MGU wurde auch für das Mountainbike entwickelt und bietet deswegen auch kleine Klettergänge. Alles was Mountainbiker wissen müssen, gibt’s hier zu lesen.

Die Bedienung ist über den Pinion-Shifter super knackig und die Gänge rasten zügig ein. Nachteile wie der verzögerte Doppelschaltvorgang zwischen den Gängen 4 und 5 und 8 und 9, wenn die MGU die Getriebestufen wechselt, können am MTB stören. Für den Toureneinsatz fallen sie aber kaum ins Gewicht. Das gilt auch für die etwas erhöhte Geräuschkulisse in den kleinen Klettergängen. Wer im Flachen viel auf Strecke unterwegs ist, freut sich dagegen über das geringe Geräusch in den Tempo-Gängen, das leicht im Rollen der Reifen untergeht.

Automatisches Schalten aber hohe Preise

Weil die MGU elektronisch schaltet, kann Pinion übrigens auch einige Features bieten, die klasssichen Schaltungen sonst verwehrt bleiben. Die MGU wechselt die Gänge auf Wunsch auch automatisch passend zu einer leicht anpassbaren Trittfrequenz. Zum Anfahren schaltet die MGU auf Wunsch immer in einen kleinen Anfahrgang, den man ebenso einstellen kann. Typisch Getriebe: Schalten im Stillstand ist kein Problem. Im Rollen, ohne dafür die Pedale bewegen zu müssen, geht’s natürlich auch.

Einen großen Nachteil gibt’s trotzdem: Preise für Komplettbikes mit der Pinion MGU sind hoch. Mindestens 6000 Euro muss man für ein Touren-E-Bike anlegen. E-MTBs mit Pinion kosten eher nördlich von 8000 Euro. Daran ändert auch die etwas günstigere MGU 1.9 mit neun statt zwölf Gängen nur wenig. Und das Ökosystem - Displays, Akkus, App - das mit dem Partner FIT E-Bike entsteht, kann nicht ganz mit den besten mithalten. Einige Updates seit dem Launch haben die Funktionalität aber schon wesentlich verbessert.

Pinion MGU im Überblick

Stärken

  • Maximal Wartungsarm
  • hohe Bandbreite
  • Massig Motorleistung und kompakte Bauform

Schwächen

  • Hohe Preise für Komplettbikes
  • Geräusche in kleinen Gängen

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Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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