Die RockShox ZEB und die Fox 38 führen das Enduro- und Freeride-Segment der Federgabeln seit Jahren gemeinsam an und ringen von Ausbaustufe zu Ausbaustufe um den Status des Klassenbesten. Beide Hersteller haben ihre Speerspitzen nachgeschärft – RockShox ging dabei jedoch weiter als der Konkurrent Fox.
Vom Vorgänger der ZEB überlebt genau ein Bauteil – die Steckachse. Alles andere ist neu: neues Casting, neue Gabelbrücke, zusätzliche Verstrebungen um die Buchsensitze, dezentere Decals und eine Gabelkrone, an der nun auch die Entlüftungsventile sitzen. Das Herzstück der Neuauflage verbirgt sich jedoch im Inneren: die LinearXL-Luftfedereinheit im Kartuschen-Design. Wie der Name schon sagt, soll sie eine lineare Federkennlinie erzeugen. Das heißt: Die Kraft zum Komprimieren der Feder steigt über den gesamten Federweg gleichmäßig an. Davon erhofft sich Rockshox ein konstantes und vorhersehbares Fahrgefühl, ähnlich einer Stahlfeder. Das hat allerdings einen Haken: Ohne straffe Endprogression wird der maximale Federweg leichter freigegeben, und die Gabel neigt eher zum Durchschlagen. Dagegen hilft der sogenannte „ABO“ – ein Anschlagspuffer, der sich von außen per Inbus justieren lässt. Je nach Einstellung fängt er Durchschläge auf den letzten 10 bis 17 Millimetern des Hubs ab.
Um die ZEB noch leichtgängiger zu machen, hält eine weitere spannende Technologie Einzug. Bei jedem Einfedern nimmt eine Matrix aus kleinen Vertiefungen auf den Standrohren Öl auf und transportiert es beim Ausfedern über die Gleitbuchsen, wo es wieder abgegeben wird. Die konstante Schmierung soll nicht nur dabei helfen, die Reibung zu reduzieren, sondern auch auf die Langlebigkeit einzahlen und längere Serviceintervalle ermöglichen. Durch die geringeren Reibungsverluste fällt der Tune der neuen Charger-3.2-Dämpfungseinheit straffer aus als beim Vorgängermodell. Das kompensiert die fehlende natürliche Dämp
Erstmal einstellen, dann fahren.
Rockshox bleibt sich treu und vertraut auf die einfache Zugstufe (Lowspeed) – das finden wir gut! Keep it simple. Mit der nummerierten High- und Lowspeed-Druckstufe (5 beziehungsweise 15 Klicks) findet man ebenfalls schnell das passende Setup. Neu ist der ABO (Adjustable Bottom Out) – ein mechanischer Durchschlagschutz mit acht Klicks. Auch hier klebt ein Aufkleber am Gabelholm und gibt Empfehlungen – im Gegensatz zu Mitbewerber Fox allerdings nur für den Luftdruck. Wie gehabt: Wir kamen mit rund 10 PSI weniger deutlich besser zurecht als mit den Herstellerangaben.
Die ZEB Ultimate fühlt sich im direkten Vergleich wie ein Sportfahrwerk an: straffer und direkter. Trotz passendem Sag vermittelt sie dem Fahrer mehr Feedback. Nach hohen Drops und harten Landungen taucht die ZEB mit ihrer linearen Kennlinie überraschend tief weg. Die fehlende Endprogression lässt sich aber kompensieren. Drei Klicks am Adjustable Bottom Out (ABO) reichten aus. Von da an gab es keine Durchschläge mehr – selbst dann nicht, wenn wir sie bewusst provozierten. Je häufiger wir die ZEB über die Teststrecken prügelten, desto besser gefiel sie uns. Mit ihrer direkten und präzisen Rückmeldung besitzt sie echten Race-Charakter. Im mittleren Federwegsbereich liefert sie mehr Feedback – eine Eigenschaft, die wir bislang eher mit dem Mitbewerber Fox verbunden hatten. Kurzum: Rockshox hat der ZEB mehr Gegenhalt verpasst. Das ist cool, kostet aber etwas Komfort, den vor allem Gelegenheits-Shredder vermissen dürften.
Die neue Rockshox ZEB Ultimate ist potent, direkt, griffig und leicht einzustellen – dafür büßt sie etwas Komfort ein. So oder so: Die ZEB Ultimate zählt weiterhin zu den besten Enduro-Gabeln auf dem Markt. BIKE-Gesamtnote 2,3.
Labor: Beide Federgabeln wurden durch unser Testlabor geschleust. Neben dem Wiegen standen auch Steifigkeitsmessungen auf dem Programm.
Praxis: Für maximale Vergleichbarkeit haben wir beide Gabeln im direkten Vergleich auf Einheitsbikes (Mondraker Foxy) getestet. Im Bikepark Geisskopf fuhren wir die Gabeln auf unterschiedlichen Strecken. Beim Setup starteten wir mit den Herstellerempfehlungen und arbeiteten uns Schritt für Schritt zum Optimum vor.

Redakteur
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