Max Fuchs
· 08.04.2026
RockShox setzt mit dem neuen Super Deluxe seinen Kurs konsequent fort: benutzerfreundliche Bedienelemente für ein unkompliziertes Setup, optimierte Dämpfung und eine linearere Kennlinie. Dank der Neuerungen spricht der Super Deluxe spürbar sensibler auf feine Unebenheiten an als sein Vorgänger. Dennoch bietet er genug Support bei einer aktiven Fahrweise, liefert angenehm viel Feedback und sackt nicht weg – so, wie es sich für einen Dämpfer im Trail-Segment eben gehört. Im Grenzbereich zeigt sich der größte Unterschied zum Vorgängermodell: Muss das Federbein grobe und schnelle Schlagabfolgen verdauen, wirkt der neue Super Deluxe deutlich potenter und vermittelt mehr Reserven.
Während der Vivid die Enduro- und Gravity-Welt bedient, ist der Super Deluxe der ruhigere der beiden neuen RockShox-Dämpfer – entwickelt für Trail- und All-Mountain-Fahrer als direkter Partner der All-Mountain- und Trail-Gabel Lyrik. Die optischen Neuerungen: eine sichtbar größere Luftkammer, frische Decals und ein kompakterer Piggyback.
| Merkmal | Details |
| Einsatzbereich | Trail / All Mountain |
| Dämpfung | RCT2 |
| Feder | Linear XL |
| Durchschlagschutz | Anschlagpuffer |
| Druckstufenregler | Nummeriert, High- und Lowspeed getrennt |
| Zugstufenregler | Herausziehbar, kann als Inbus verwendet werden |
| UVP | 765 € |
Wie die Lyrik-Gabel bekommt auch der neue Super Deluxe eine Linear-XL-Luftfeder. Die Federkennlinie steigt dabei über den gesamten Federweg gleichmäßig an – kein abrupter Druckaufbau am Ende des Hubs, stattdessen ein konstantes, berechenbares Fahrgefühl, ähnlich einer Stahlfeder. Wer mehr Progression möchte, kann die Kennlinie aber weiterhin über das Luftvolumen anpassen.
Apropos Luftvolumen anpassen: Volumenspacer einbauen, um die Progression im Dämpfer zu erhöhen – das kennt man. Funktioniert, hat aber einen Haken: Man braucht je nach Dämpfer entsprechendes Werkzeug und die richtigen Tokens. RockShox löst das beim neuen Super Deluxe mit einem einfachen O-Ring.
Der Dichtungsring wird in der äußeren Luftkammer in einen von mehreren Platzhaltern eingesetzt – je nach Position verändert sich das Luftvolumen im Dämpfer. Weiter vorne platziert, wird Volumen abgetrennt und die Progression steigt. Ganz nach hinten gesetzt, steht das gesamte Luftvolumen für eine maximal lineare Kennlinie zur Verfügung. Einfach umstecken, fertig.
Auch neu: die RCT2-Dämpfungseinheit. Den Tune hat Rockshox gezielt für die Charger-3.2-Dämpfung der Lyrik optimiert. Die entscheidende technische Neuerung steckt im geringeren IFP-Druck (Internal Floating Piston). Der wurde laut Rockshox um 40 Prozent reduziert. Ein geringerer IFP-Druck bedeutet, dass der Dämpfer beim ersten Einfedern weniger Widerstand aufbaut und damit feinfühliger anspricht.
Anders als der Vivid verzichtet der Super Deluxe auf einen einstellbaren Durchschlagschutz. Für den Trail-Einsatz setzt RockShox hier lediglich auf einen Anschlagpuffer – eine pragmatische Lösung, die für den zahmer ausgelegten Einsatzbereich des Super Deluxe aber völlig ausreicht.
Auch beim Super Deluxe vereinfacht RockShox das Setup: Die Druckstufenregler sind ab sofort nummeriert, mit 0 als Ausgangspunkt, von dem aus die Dämpfung schrittweise erhöht (+) oder reduziert (–) werden kann. Der Zugstufenregler lässt sich einfach herausziehen – an seinem Ende sitzt ein Inbus, der zu allen anderen Stellschrauben am Dämpfer passt. So gelingt das Setup komplett ohne zusätzliches Werkzeug.

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