Cane Creek Invert EnduroNeuer Player im Upside-Down-Gabel-Game!

Max Fuchs

 · 16.04.2026

Der Funktionsumfang der Dämpfungskartusche umfasst eine einfach verstellbare Zugstufendämpfung sowie eine getrennte High- und Lowspeed-Druckstufe.
Foto: Cane Creek
Mit 160 bis 180 mm Federweg, dualem Achssystem und einem Einstiegspreis von vergleichsweise günstigen 1.599 US-Dollar will Cane Creek die Upside-Down-Federgabel aus dem exklusiven Exotenstatus in den Mountainbike-Alltag holen.

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Upside-Down-Gabeln galten bisher als teurer Exoten-Kram für Tech-Nerds, gut Betuchte und E-MTB-Dickschiffe. Cane Creek ändert das jetzt: Mit der Invert Enduro bringen die Amerikaner aus Asheville, North Carolina, eine USD-Gabel mit 38-mm-Standrohren an den Start, die rund 30 Prozent günstiger als die Konkurrenz und sowohl mit 15- als auch mit 20-mm-Steckachsen kompatibel ist. Ab Sommer 2026 soll das Stück für 1.599,99 US-Dollar erhältlich sein.

Fazit zur Cane Creek Invert Enduro

USD-Gabeln sind im Motorradbereich seit Jahrzehnten gesetzt – mehr Traktion dank der geringeren Verdrehsteifigkeit, mehr Bremssteifigkeit und eine bessere Schmierung bieten klare Vorteile gegenüber klassischen Gabel-Konstruktionen. Dass das Prinzip auch am Mountainbike funktioniert, zeigen Nischen-Hersteller wie Intend oder Bright schon seit Jahren. Doch spätestens seitdem auch Fox mit seiner Podium-Gabel auf den USD-Trend aufgesprungen ist, ist die Überkopf-Konstruktion an Mountainbikes vollends salonfähig. Einziger Haken: Die Gabeln sind allesamt teurer als klassische Modelle. Mit der mutigen Kalkulation der neuen Cane Creek Invert Enduro könnte sich das endlich ändern. – Max Fuchs, BIKE Testredakteur

Warum auf dem Kopf?

Das Grundprinzip ist simpel: Bei einer Upside-down-Gabel sitzen die dickeren, steiferen Tauchrohre oben und die Buchsen nahe der Achse. Das verbessert die Bremssteifigkeit. Darunter versteht man das Vor- und Zurückbiegen der Tauchrohre, das bei konventionellen Gabeln unter Last für Reibungsverluste und Flattern in Bremsrichtung sorgt.

Gleichzeitig erzielt die Konstruktion eine signifikant niedrigere Verdrehsteifigkeit, wodurch aber kein Nachteil entsteht - im Gegenteil: Die Gabel kann dem Untergrund besser folgen, verspringt weniger und erzeugt dadurch mehr Traktion und Komfort.

​SquareLoc-Achssystem: 15 oder 20 mm – du hast die Wahl

Wenig Verdrehsteifigkeit ergibt allerdings nur in Maßen Sinn. Ohne die zusätzliche Gabelbrücke schießen nämlich viele Modelle über das Ziel hinaus, sodass die geringere Verdrehsteifigkeit anfängt, sich schwammig anzufühlen.

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Um das zu verhindern, führt Cane Creek das SquareLoc-Achssystem ein: Die Achse greift formschlüssig in die Ausfallenden, vier Klemmschrauben verriegeln das Paket. Das verhindert, dass sich die Holme um die Achse drehen, und sorgt für die nötige Torsionssteifigkeit.

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15-mm-Achse (Serie): Aus 17-4-vorgehärtetem Edelstahl, soll die 15er-Achse laut Cane Creek rund 17 Prozent mehr Torsionssteifigkeit liefern als andere Single-Crown-USD-Gabeln. Wichtig: Die 15-mm-Achse bedeutet, dass die Gabel mit gängigen Naben kompatibel ist.

20-mm-Achse (optional, Aufpreis: 89,99 USD): Ebenfalls aus 17-4-Edelstahl gefertigt, soll die 20er-Achse laut internem Test bis zu 42 Prozent mehr Torsionssteifigkeit bringen als die Konkurrenz. Diese Option empfiehlt Cane Creek für schwerere Fahrer, E-Bike-Piloten und alle, die maximale Präzision am Vorderrad wollen. Der Umbau ist dank Adapter ohne Werkzeug möglich.

SideSwipe Guards: Schutz da, wo's wirklich passiert

Klassische Motorradgabeln tragen ihre Schutzbleche vorne – zum Schutz vor aufgewirbeltem Schmutz des Vordermannes. Beim MTB ist das Problem ein anderes: Äste, Steine und Schläge kommen von der Seite. Cane Creek hat deshalb die SideSwipe Guards entwickelt, die seitlich an den Tauchrohren sitzen – genau dort, wo Beschädigungen in der Praxis entstehen.

Dämpfer & Luftfeder: Bewährtes trifft Neues

Auf der Dämpferseite setzt Cane Creek auf das bewährte geschlossene Monotube-Kartuschendesign mit unabhängiger High- und Lowspeed-Druckstufe (HSC/LSC) sowie einem einzelnen Zugstufenregler (LSR).

Anders sieht es bei der Luftfeder aus: Sie ist komplett neu. Statt des bisherigen manuellen Positiv-/Negativ-Ausgleichs der Helm-Modelle erfolgt der Druckausgleich bei der Invert Enduro automatisch. Das vereinfacht das Setup und soll gleichzeitig ein sensibleres Ansprechverhalten ermöglichen.

Cane Creeks Onboard-Volumenverstellsystem bleibt erhalten und ermöglicht Feintuning an der Endprogression ohne zusätzliche Volumenspacer. Auch gut: Zur Orientierung beim Setup befinden sich Sag-Markierungen an den Standrohrschützern.

ForkTuner App: Setup per Klick

Passend zur Gabel launcht Cane Creek im Sommer 2026 die kostenlose ForkTuner Web-App. Sie führt Fahrer durch den kompletten Setup-Prozess – denselben, den auch OEM-Partner und Profi-Fahrer nutzen.

Preis & Verfügbarkeit

Die Invert Enduro kostet 1.599,99 US-Dollar – inklusive SideSwipe Guards und 15-mm-Achse. Den attraktiven Preispunkt erzielt der Hersteller nach eigenen Angaben unter anderem durch die Fertigung im eigenen Werk in Western North Carolina. Im Sommer 2026 soll die neue Gabel mit 160, 170 oder 180 Millimeter Federweg erhältlich sein.


Max Fuchs

Max Fuchs

Redakteur

Max Fuchs hat seine ersten Mountainbike-Kilometer bereits mit drei Jahren gesammelt. Zunächst Hobby-Rennfahrer und Worldcup-Fotograf im Cross-Country-Zirkus, jetzt Testredakteur und Fotograf bei BIKE. Sein Herz schlägt für Enduros und abfahrtsstarke Trailbikes – gern auch mit Motor. Bei der Streckenwahl gilt: je steiler und technischer, desto besser.

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