​Manitou Dorado Pro Silver EditionExklusive Worldcup-Gabel in limitierter Auflage am Nicolai R20 MGU AON

Stefan Frey

 · 22.08.2026

Die Manitou Dorado in Upside-down-Bauweise gilt bereits als eine der exklusivsten Federgabeln im Downhill. Mit der Silver Edition macht Manitou nun exklusive Technik aus dem Worldcup einem streng limitierten Nutzerkreis verfügbar.
Foto: Manitou
Manche Komponenten schaffen es vom Rennsport direkt auf Serienbikes. Andere bleiben selbst im Profisport eine absolute Rarität. In diese Kategorie fällt die Manitou Dorado Pro Silver Edition. Die Upside-down-Gabel mit silbernen Standrohren war bislang ausschließlich den Fahrern des AON Racing Teams vorbehalten. Nun wird sie erstmals außerhalb des World-Cup-Paddocks erhältlich – allerdings nur als Teil des streng limitierten Nicolai R20 MGU AON Edition.

Themen in diesem Artikel

Von der World-Cup-Strecke auf ein Serienbike

Die silberne Dorado hat sich in den vergangenen Saisons zu einem echten Erkennungsmerkmal der AON-Racing-Bikes entwickelt. Spätestens seit den erfolgreichen Weltcup-Einsätzen rund um Reece Wilson besitzt die Gabel innerhalb der Gravity-Szene beinahe Kultstatus.

Doch bei der Silver Edition handelt es sich um mehr als eine Sonderlackierung. Unter der exklusiven Optik steckt die aktuelle Dorado-Pro-Plattform inklusive jener Technologien, die gemeinsam mit den Fahrern von AON Racing entwickelt und auf höchstem World-Cup-Niveau erprobt wurden.

Die Zusammenarbeit zwischen Manitou, Nicolai , Gamux und AON Racing verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz. Statt einzelne Komponenten isoliert zu entwickeln, wird das Bike als komplettes Performance-System betrachtet.

Fazit aus Redakteurssicht

Mich persönlich faszinieren solche exklusiven Team-Editionen, denn ich finde nichts langweiliger, als ein Bike von der Stange. Das Thema Tuning ist in der heutigen E-MTB-Welt nahezu tot. Schade. Spannend für mich ist, dass die Dorado Pro Silver Edition nicht einfach eine Sonderfarbe ist, sondern ein sichtbares Symbol eines mehrjährigen Entwicklungsprogramms zwischen Manitou, Gamux, Nicolai und AON Racing. Technisch bleibt die Dorado eine der interessantesten Downhill-Gabeln am Markt. Die Kombination aus Upside-down-Architektur, IRT-System und TPC+-Dämpfer verfolgt bewusst einen anderen Ansatz als viele Wettbewerber. Dass man als Besitzer der neuen Silver Edition entweder für AON Racing fahren muss, oder eines der streng limitierten Nicolai R20 MGU AON Edition Bikes ergattern muss, macht die Manitou zwar umso exklusiver - für die allermeisten Biker da draußen jedoch gleichzeitig uninteressant. Stefan Frey, BIKE-Redakteur

Das Herzstück: Die Dorado 37

Basis der Silver Edition ist die aktuelle Dorado 37. Charakteristisch bleibt die bekannte Upside-down-Konstruktion mit 37-Millimeter-Standrohren. Während viele Hersteller im Gravity-Segment auf klassische Federgabeln setzen, hält Manitou seit Jahrzehnten am invertierten Konzept fest. Damit wollen die Entwickler maximale Sensibilität bei gleichzeitig hoher Laufruhe und konstantem Ansprechverhalten erzielen.

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Dorado Air Spring mit variabler Federwegsanpassung

Für die Federung setzt Manitou auf das aktuelle Dorado Air Spring System. Es besitzt ein integriertes Ausgleichsventil zwischen positiver und negativer Luftkammer, wodurch die Gabel während des gesamten Federwegs besonders gleichmäßig arbeiten und “tote” Bereiche innerhalb des Hubs vermieden werden sollen. Der Federweg kann ohne zusätzliche Tuning-Kits auf 180, 190 oder 200 Millimeter angepasst werden. Damit deckt die Gabel praktisch das gesamte moderne Downhill- und Bikepark-Spektrum ab.


IRT-Technologie für mehr Abstimmungsmöglichkeiten

Zusätzlich verfügt die Silver Edition über das bekannte Infinite Rate Tune (IRT)-System. Dabei handelt es sich um eine zweite, separat einstellbare Luftkammer, die insbesondere den mittleren und letzten Teil des Federwegs beeinflusst. Der Vorteil:

  • geringerer Hauptkammerdruck möglich
  • sensibles Ansprechverhalten auf kleine Schläge
  • mehr Unterstützung im mittleren Federwegsbereich
  • bessere Durchschlagsreserven am Federwegsende

Dieses System gehört seit Jahren zu den Alleinstellungsmerkmalen der Dorado-Plattform.


TPC+ Dämpfer und Hydraulic Bottom Out

Für die Dämpfung nutzt Manitou die aktuelle TPC+ Kartusche. Das System arbeitet abhängig von Geschwindigkeit und Federwegsposition. Kleine Schläge werden mit geringer Dämpfung absorbiert, während bei zunehmender Belastung zusätzliche Unterstützung aufgebaut wird. Besonders interessant für anspruchsvolle Strecken: das integrierte Hydraulic Bottom Out System.

In den letzten 30 Millimetern des Federwegs wird die Dämpfung deutlich erhöht, um harte Einschläge, große Sprünge und grobe Steinfelder besser zu kontrollieren. Zusätzlich soll ein federunterstützter IFP-Kolben Kavitation, also Druckschwankungen innerhalb des Systems, verhindern und die Dämpfungsperformance selbst auf langen Downhill-Strecken konstant halten.


Upside-down-Gabeln: Vorteile und Nachteile

Die Dorado unterscheidet sich von klassischen Downhill-Gabeln vor allem durch ihre Upside-down-Bauweise.

Vorteile

Verbessertes Ansprechverhalten

Da die schwereren Bauteile näher am Rahmen sitzen und die ungefederten Massen reduziert werden, reagieren Upside-down-Gabeln häufig sensibler auf kleine Schläge.

Konstantere Schmierung

Durch die invertierte Bauweise befinden sich Schmierung und Öl dauerhaft im Bereich der Gleitlager und Dichtungen. Das kann die Sensibilität insbesondere auf langen Abfahrten verbessern.

Kontrollierte Flex-Eigenschaften

Im Vergleich zu extrem steifen Doppelbrückengabeln bieten Upside-down-Modelle häufig etwas mehr kontrollierte Torsionsflexibilität. Dadurch kann das Vorderrad auf ruppigem Untergrund mehr Traktion entwickeln.

Nachteile

Höhere konstruktive Anforderungen

Die gewünschte Balance zwischen Steifigkeit und Flexibilität ist schwieriger zu erreichen als bei klassischen Bauformen.

Aufwendigere Fertigung

Upside-down-Gabeln sind technisch komplexer und dadurch meist teurer in Entwicklung und Produktion.

Ungewohntes Fahrgefühl

Manche Fahrer bevorzugen das direktere Lenkgefühl konventioneller Konstruktionen. Die etwas höhere Eigendynamik von Upside-down-Systemen ist nicht jedermanns Sache.


Ein Bike als Eintrittskarte

Die eigentliche Besonderheit bleibt jedoch die Verfügbarkeit. Die Dorado Pro Silver Edition wird vorerst ausschließlich am Nicolai R20 MGU AON Edition erhältlich sein. Die Stückzahlen sollen äußerst gering ausfallen. Damit bleibt die Gabel weiterhin eines der exklusivsten Produkte im aktuellen Gravity-Markt.


Manitou Dorado Pro Silver Edition - Facts

  • Exklusive Silver Edition der Dorado 37
  • Bisher nur bei AON Racing im Einsatz
  • Upside-down-Doppelbrückengabel
  • 37-mm-Chassis
  • Dorado Air Spring
  • Federweg: 180 / 190 / 200 mm
  • IRT-Zusatzluftkammer
  • Sealed TPC+ Kartusche
  • Hydraulic Bottom Out
  • Federunterstützter IFP
  • Entwickelt mit AON Racing und GAMUX
  • Exklusiv am Nicolai R20 MGU AON Edition erhältlich

Fazit aus Redakteurssicht

Mich persönlich faszinieren solche exklusiven Team-Editionen, denn ich finde nichts langweiliger, als ein Bike von der Stange. Das Thema Tuning ist in der heutigen E-MTB-Welt nahezu tot. Schade. Spannend für mich ist, dass die Dorado Pro Silver Edition nicht einfach eine Sonderfarbe ist, sondern ein sichtbares Symbol eines mehrjährigen Entwicklungsprogramms zwischen Manitou, Gamux, Nicolai und AON Racing.
Technisch bleibt die Dorado eine der interessantesten Downhill-Gabeln am Markt. Die Kombination aus Upside-down-Architektur, IRT-System und TPC+-Dämpfer verfolgt bewusst einen anderen Ansatz als viele Wettbewerber. Dass man als Besitzer der neuen Silver Edition entweder für AON Racing fahren muss, oder eines der streng limitierten Nicolai R20 MGU AON Edition Bikes ergattern muss, macht die Manitou zwar umso exklusiver - für die allermeisten Biker da draußen jedoch gleichzeitig uninteressant. Stefan Frey, BIKE-Redakteur

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Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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