In 4 Schritten zur idealen Abstimmung der Federgabel für Downhiller

FREERIDE Magazin

 · 11.09.2014

In 4 Schritten zur idealen Abstimmung der Federgabel für DownhillerFoto: Daniel Simon
In 4 Schritten zur idealen Abstimmung der Federgabel für Downhiller
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Euer Hersteller hat keine Einstelltipps mitgeliefert, unsere Tuningstipps helfen euch aber auch nicht weiter, weil ihr viel schwerer oder leichter seid? Kein Problem. Mit ein paar einfachen Schritten findet ihr schnell ein solides Grund-Set-up, von dem aus ihr euch Stück für Stück zur idealen Abstimmung vorarbeiten könnt.

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1) Federrate anpassen: In Zeiten von geschwindigkeitsabhängig arbeitenden Druck- und hubabhängig arbeitenden Zugstufen ist die altbekannte, im Stand ausgeführte Parkplatz-Drückmethode allein nicht ausreichend. Den passenden Sag findet man aber schon: Dazu alle Druckstufen komplett öffnen, aufs Bike steigen und mit einem Ellenbogen an einer Wand abstützen. Aufstehen und im Stand zwei bis drei mal die Gabel "pumpen". Dann das SAG-Gummi am Standrohr bis zur Dichtung runterschieben und vorsichtig absteigen. Der Negativfederweg (Sag) sollte 15 bis max. 30 Prozent des Gesamtfederwegs ausmachen. Merke: je "raciger", desto straffer. Werte notieren!

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2) Für die Dämpfung sensibilisieren: Will man die Dämpfung justieren, sollte man erst einmal den Verstellbereich überprüfen. Tut sich überhaupt was beim Rädchen-Drehen? Folgendes Verfahren hat sich bewährt: Wir prüfen den Gesamtverstellbereich der Dämpfungskartusche (Zug- und Druckstufe). Wie schnell, bzw. wie langsam funktionieren die extremsten Einstellungen im Stand? Anschließend rollen wir in den Extremeinstellungen ein kurzes Stück, pumpen ein bisschen und fahren ein paar Bordsteinkanten hoch und runter. So entwickelt man schnell ein Gefühl dafür, wie sich ein über- bzw. unterdämpftes Set-up anfühlt und auswirkt.

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3) Zugstufe einstellen: Dann geht’s ans Einstellen – zuerst die Zugstufen. Die erstmal komplett öffnen, dann mit vollem Körpergewicht auf den Lenker stemmen und blitzschnell die Hände wegnehmen. Wenn das Vorderrad beim Ausfedern vom Boden abhebt, die Zugstufe schrittweise (max. 2 Klicks pro Versuch) erhöhen. Ist es eine getrennte Zugstufe (RockShox), dann verstellt bei maximalem Druck auf den Lenker nur den Ending-Stroke-Knopf. Für den Beginning-Stroke-Bereich die Gabel nur max. 3–4 Zentimeter zusammendrücken. Achtung! Bei der ganzen Aktion sollte der Reifendruck nicht zu niedrig sein. Mit schwabbeligen Pneus hüpft das Vorderrad nämlich auch noch, wenn die Zugstufe schon zu lahm ist. 1,8 bar sollten es schon sein.

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4) …dann die Druckstufe: Die Druckstufen justiert ihr auf der Abfahrt. Hier gibt’s zwei Möglichkeiten: Entweder die Versteller ganz öffnen, oder halb zudrehen. Wir bevorzugen Variante zwei, weil man dann in beide Richtungen anpassen kann. Taucht die Gabel an Stufen und beim Anbremsen noch (zu) tief ein, erhöhen wir die Lowspeed-Druckstufe. Ist die Gabel im Gegenteil unsensibel und gibt viele kleine Schläge an die Hände durch, verringern wir sie. Die Highspeed-Druckstufe verringern oder erhöhen wir so lange, bis sie am übelsten Punkt einer Strecke, zum Beispiel einem hohen Drop mit stumpfer Landung, gerade nicht mehr durchschlägt.


Diese Tipps und Tricks finden Sie in der FREERIDE-Ausgabe 1/2014.

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