Fox 38 2026 im TestDie neue Enduro-Gabel Fox 38

Adrian Kaether

 · 26.03.2026

Die Fox 38 ist das Enduro-Flaggschiff aus Kalifornien. Wie gemacht für E-Bikes und lange Federwege.
Foto: Adrian Kaether
Fox Factory legt die Enduro Federgabel 38 komplett neu auf. Von der Luftkammer über die Dämpfungskartusche GripX2 bis hin zum Casting wurde alles überarbeitet. In zwei Tagen intensivem Testen in Finale konnten wir an allen Knöpfen drehen und verraten euch, was das große Update bei Fox auf dem Trail wert ist.

​Fazit von Adrian Kaether, BIKE Redakteur

Nach wie vor spricht die Fox 38 schnelle Fahrer an, die es definiert mögen und viel Feedback vom Untergrund schätzen. Bei schnellen, harten Schlägen ist die Gabel in ihrem Element und nimmt hier spürbar raus. Die Traktion ist auffallend stark, der Preis bleibt saftig. Das größte Problem: Die bisherige 38 war auch schon eine exzellente Gabel. Ein Upgrade dürfte sich nur für aktive Racer mit dickem Portemonnaie wirklich lohnen.

Zuverlässig in jedem Test

Seit dem Debut der dicken 38er Standrohre ist die Enduro Gabel 38 von Fox die Messlatte für große Stunts und schnelle Action. Bei anhaltendem Enduro- und E-Bike Hype verfängt das Argument von damals heute nur noch umso mehr: Gerade E-Biker und schwere Fahrer profitieren vom langen Federweg in Kombination mit hoher Steifigkeit. Die dicke Forke sieht an E-Bikes auch erstmals richtig passend aus. Haben-Wollen-Faktor insbesondere bei der sündteuren Factory-Variante: Garantiert!

Aber es ist mehr als nur die Optik: In den Tests der letzten Jahre hat wohl keine Gabel so zuverlässig hohe Leistungen abgeliefert wie die Fox 38. Von Der günstigen Rhythm über Performance und Performance Elite bis hin zur Factory hatten wir bei kaum einer Gabel so wenig Serienstreuung und so wenig Probleme. Mit der neuen 38 will Fox diesen Trend fortsetzen, hat dafür aber an einigen entscheidenden Stellschrauben gedreht.

Fox 38 2026 im Überblick

  • Preis: 1499 Euro UVP (Factory Topmodell)
  • Federweg: 160, 170, 180 mm
  • Laufradgrößen: 27,5, 29 Zoll
  • Steckachse: 15 x 110 mm
  • Offset: 37 (nur OE), 44 mm
  • Bremsstandard: 200 mm Post Mount
  • Reifenbreite: Bis 2,6 Zoll
  • Gewicht: Ab 2200 Gramm, 2447 Gramm (BIKE Messung - 170 mm, 29 Zoll)

Fokus auf dem Innenleben: Glide Core und GripX2

Optisch bleibt auch die neue 38 unverkennbar eine Fox Factory Gabel. Die bullige Optik und die goldene Kashima-Beschichtung fallen auf jeden Fall auf. Die wichtigsten Änderungen stecken aber in der Gabel und sind nach außen nicht sichtbar. Wie die neue Downhill-Gabel Fox 40 (hier alle Infos) bekommt auch die 38 die neue Glide Core Luftkammer und die neue GripX2 Dämpfung. Statt der Rohr-im-Rohr Konstruktion der bisherigen Luftkammer hat Fox hier vereinfacht. Weniger Bauteile bedeuten weniger Reibung und ein potentiell größeres Luftvolumen, so die Argumentation. Die neue Luftkammer steht sogar leicht über die Krone über um das Volumen insgesamt zu maximieren. Die neue 38 kann daher mit deutlich weniger Luft gefahren werden als bisher, siehe Testeindruck unten. Gummipuffer in den Endanschlägen sollen kleine Vibrationen zusätzlich dämpfen.

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Zweite wichtige Änderung: Die Top-Dämpfung der Factory und Performance Elite Gabeln heißt zwar weiterhin GripX2, bekommt aber größere Bohrungen und stärkere Ausfräsungen im Mid-Valve. Beides ist vom Prinzip her schon von der exzellenten neuen Trail-Gabel Fox 36 (hier im Test) und dem Enduro-Flagschiff Fox Podium (hier im Test) bekannt. Fox will es damit ermöglichen, mehr Dämpfung zu fahren als bisher für noch mehr Traktion und Kontrolle, ohne dass sich die Gabel beim Fahren je harsch anfühlt.

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Fast schon eine Kehrtwende: Linearere Luftkammer mit mehr Volumen, besserer Ölfluss: Das heißt auch mehr Komfort und weniger Ermüdung. In der neuen Fox 38 sind dieselben Tendenzen erkennbar, wie sie Fox seit letztem Jahr auch in der neuen 36 und der Podium umsetzt.

Fox 38 Casting: Änderungen im Detail

Die äußerlichen Änderungen bleiben subtil. Wie die Fox 40 und die 36 bekommt die Fox 38 eine durchbrochene Gabelbrücke. Die Entlüftungsventile hinten an der Gabel wurden überarbeitet und die Gabel soll zehn Prozent bremssteifer sein als bisher, dafür aber sechs Prozent weicher beim Lenken. Die Idee hinter den subtilen Änderungen: Mehr Bremssteifigkeit verhindert ein Verkanten der Gabel unter Last und verbessert so effektiv das Ansprechverhalten. Die minimal geringere Lenksteifigkeit soll der Gabel etwas mehr Grip in anspruchsvollen Situationen, zum Beispiel in hängendem Gelände bescheren. Unsere Testgabel wiegt 2.447 Gramm. Das Gewicht bleibt damit auf ein paar Gramm genau auf dem Niveau des Vorgängers.

So fährt sich die neue Fox 38

Wir hatten das Privileg, die neue Luxus-Gabel von Fox schon zwei Tage lang ausgiebig auf den Finale-Trail-Klassikern von “Pino Morto”, “DH Men” und “Little Champery” fahren zu können. Das sind allesamt knackige Enduro-Trails, die wir bei BIKE auch selbst schon für große Bike und Federgabel-Vergleichstests genutzt haben. Die Gabel haben wir in das Santa Cruz Bullit GX AXS (hier im Test) gesteckt, das wir davor und danach mit einer “alten” 38 Performance Elite GripX2 gefahren sind - dennoch: Einen Direktvergleich alt gegen neu müssen wir noch nachreichen.

Fullface auf und immer schön dranbleiben: Wer bergab zu sehr auf der Bremse hängt, wird mit der Fox nach wie vor nicht glücklich.Foto: Giacomo CaruzziFullface auf und immer schön dranbleiben: Wer bergab zu sehr auf der Bremse hängt, wird mit der Fox nach wie vor nicht glücklich.

Was direkt beim Setup auffällt ist das Thema Luftdruck. Während wir die bisherige 38 bei 85 Kilo Fahrergewicht mit gut 100 PSI in der Luftkammer gefahren sind, reichen bei der neuen Gabel 86 PSI aus. Das klingt nicht nach einer krassen Änderung, zeigt aber doch wie sich die größere Luftkammer auf die Gabel auswirkt. Trotzdem: Das Fahrgefühl während wir in die ersten Abfahrten starten ist typisch Fox. Sensibel aber kontrolliert arbeitet sich die neue 38 am Untergrund entlang, steht dabei aber weiterhin betont hoch im Federweg. Mit halb geschlossener Druckstufe gibt’s auf langen Abfahrten weiterhin einen Satz brennender Unterarme und eine klare Message: Trainingszustand des Fahrers - ausbaufähig!

Dafür pariert die 38 selbst fette (Ein-)schläge auffallend lässig und souverän und vielleicht noch ein bisschen besser als der Vorgänger. Auch die Traktion, die die Gabel aufbaut wirkt in unserem ersten Test eindrucksvoll. Unsere Mission ist trotzdem, noch etwas mehr Komfort aus der Gabel herauszukitzeln. Also öffnen wir die Druckstufe bis auf das letzte Drittel und lassen das Gas stehen. Nach wie vor belohnt die 38 eine schnelle Gangart. Wo die bisherige Gabel bei schnellen harten Schlägen zunehmend straff wurde, macht die neue 38 jetzt spürbar auf. Aber der racig-straffe Charakter bleibt. Erst wer voll draufhält, schaltet das ganze Potential der Gabel frei. Bei langsamer und vorsichtiger Fahrt fällt es schwer, die Gabel voll in den Arbeitsbereich zu bringen.

Stärken

  • Traktion und Ansprechverhalten
  • Enorme Kontrolle auch bei harten Schlägen
  • Gesteigerter Komfort durch neue Druckstufe und Luftfeder...

Schwächen

  • ...aber nach wie vor racig-straffer Charakter
  • ​Hoher Preis

Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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