Gabeln | Dämpfer

Ausprobiert: Aus Anyrace-Yari wird die Klausmann-Yari

Christian Schleker

 · 16.02.2021

Ausprobiert: Aus Anyrace-Yari wird die Klausmann-YariFoto: Laurin Lehner
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Der Step von der Anyrace-Yari zur Klausmann-Yari war nochmal ein großer. Auch finan­ziell. Lohnt sich das?

Vor einiger Zeit haben wir das günstige und effektive Anyrace-Tuning für die Rockshox Yari vorgestellt. 89 € für eine aufgebohrte Motion-Control-Kartusche inklusive Shimstack sorgte für bessere Fahrleistung bei Highspeed und harten Schlägen. Fazit damals: So wird aus der durchschnittlichen Yari keine Super­gabel, aber eine sehr gute. Dabei hätten wir es belassen können und wären glücklich unserer Wege gefahren. Aber wir sind Perfektionisten, und wenn’s nicht perfekt ist, quengeln und dengeln wir so lange an den Federelementen rum, bis sie perfekt sind. Also wurde die Anyrace-Frankenstein-Kartusche wieder rausgerupft, und die Yari ging an Marcus Klausmann – seines Zeichens Deutscher Ex-DH-Serienmeister und Fahrwerks-Tuner.

Gegen Markus’ Perfektionismus ist unser Hang zur Verbesserung ein Witz. Der Mann dreht jede Schraube zweimal um und tunte zu aktiven Zeiten seine Bikes mit Tuneparts auf Minimalgewicht. Sein Tuning-Paket, eine speziell abgestimmte FAST-Kompressionseinheit, kostet 179 € (plus 135 € für einen Komplett-Service). Das ist also fast dreimal so teuer wie unsere erste Tuning-Maßnahme. Aber auch dreimal so gut?

Marcus hatte den Einsatzbereich, das Fahrergewicht und das Bike abgefragt und uns dann seine Interpretation des idealen Shimstacks und Grund-Setups zugeschickt. Von außen sieht man eigentlich nix: Ein schwarzer Verstellknopf für die Druckstufe sitzt da, wo bei Anyrace der goldene Knopf saß. Das war’s. Mit den gewohnten 20 % SAG ging’s auf den Trail. Und da war Ernüchterung angesagt, denn die Gabel war zwar sensibel, aber extrem sportlich, selbst bei komplett offener Zugstufe. Wir wechselten von zwei auf einen Spacer, zehn PSI weniger Luftdruck und dafür eine halb zugedrehte Druckstufe mit gleichzeitig schneller Zugstufe – das brachte dann eine ganz andere – und richtig klasse Gabel zum Vorschein! Plötzlich konnte die Yari, was sonst nur die aktuelle Lyrik hinbekommt: sensibel zu Beginn, guter Gegendruck im mittleren Hub und gutes Zusammenspiel aus Druck- und Zugstufe für exzellente Bodenhaftung. Dazu eine angenehme Endprogression – Freeride-Herz, was willst du mehr?

Preis: 314 €. Info: marcusklausmann.de

STÄRKEN: Druckstufenfunktion, individuelle Abstimmung des Shimstacks, aus billig wird Highend

SCHWÄCHEN: teuer

FAZIT:

Der Step von der Anyrace-Yari zur Klausmann-Yari war noch mal ein großer. Auch finan­ziell. Lohnt sich das? Verglichen mit der Serien-Yari: ja. Verglichen mit dem Anyrace-Tuning muss man schon sehr hohe Ansprüche haben, um die weiteren 310 Euro zu rechtfertigen. Grundsätzlich kann man aber – je nach Geldbeutel – aus der Yari so eine echte Supergabel machen lassen.

Foto: FREERIDE Testabteilung

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