Gabeln | Dämpfer

6 Doppelbrückengabeln im Vergleich

Christian Schleker

 · 11.09.2014

6 Doppelbrückengabeln im VergleichFoto: Wolfgang Watzke
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Wenn’s schnell bergab gehen soll, sind Doppelbrückengabeln das Maß aller Dinge. Sie schlucken selbst harte Schläge, sind die Formel-1-Klasse des Bikesports – und echte Imageträger.

  Immer voll draufhalten: Beim Test auf der Downhill-Strecke in Bad Wildbad hatten es die dicken Forken nicht leicht. Hier gibt Testfahrer Chris Schleker der X-Fusion "RV-1 DH" die Kante.Foto: Wolfgang Watzke
Immer voll draufhalten: Beim Test auf der Downhill-Strecke in Bad Wildbad hatten es die dicken Forken nicht leicht. Hier gibt Testfahrer Chris Schleker der X-Fusion "RV-1 DH" die Kante.

Die Hersteller stopfen den neuesten Stand der Dämpfungstechnik in ihre Top­modelle, trotzdem sind die Fahr­eigenschaften extrem unterschiedlich. Fox, BOS, Mani­tou, X-Fusion, Suntour und RockShox – welche dieser Racegabeln würde man seinen besten Freunden empfehlen?

Pokal oder Spital – ein geflügeltes Wort unter Downhillern. Und es passt auch hier: Unsere Teststrecke im Bikepark Bad Wildbad ist ein Alptraum. Über Nacht hat es geregnet. Die flächendeckend verteilten Felsbrocken sind glitschig. Wo keine Steine sind, warten Wurzeln und brusthohe Stufen auf Fahrfehler. Ein Test mit Enduros wäre hier fahrlässig bis unmöglich. Für Top-Downhill-Gabeln ist das jedoch das perfekte Gelände.


Set-up-Marathon

Bis wir für die sechs Gabeln eine passable Einstellung gefunden haben, sind die Steine schon leicht abgetrocknet. Denn nicht alle Hersteller liefern zu ihren Modellen Einstelltipps. Kunden von X-Fusion, Suntour und Fox tappen auch noch nach intensiver Internet-Recherche im Dunkeln. Ärgerlich. Schließlich müssen bis zu sieben Parameter aufeinander und aufs Fahrergewicht abgestimmt werden. Für Anfänger ein Buch mit ebenso vielen Siegeln. Auch bei erfahrenen Testern dauert es dann gerne mal länger. RockShox, BOS und Manitou machen vor, wie es sein sollte: Exakte Luftdruck- und Dämpfungseinstellungsvorgaben für unterschiedliche Geländeformen und unterschiedliches Fahrkönnen gehören hier zum Service und bieten bei allen drei Modellen eine sehr gute Ausgangsbasis. Wer sich danach richtet, liegt schon mal im grünen Bereich.


Startschuss

Die erste Abfahrt mit einer Downhill-Gabel ist für jeden Mountainbiker eine bewusstseinserweiternde Erfahrung. Auch wenn zwischen Enduro- und Downhill-Federungen nominal nur wenige Zentimeter Hub liegen, sind es im Gelände doch Welten. Allein der Blick auf die mächtigen Kronen macht den Kopf frei und entspannt das Nervenkostüm. Wenn dann das Gesamtpaket aus gutem Ansprechverhalten, linearer Kenn­linie und effektiven Druckstufen passt, wird auch die ruppigste Abfahrt eine Genusstour.


Zielflagge

BOS, Manitou und Fox trafen unseren Geschmack am besten, sehr dicht gefolgt von RockShox. Alle vier bieten racetaugliche Leistungen "out of the box". Auch Suntour macht seine Sache gut, leidet aber an den überdämpften Zug- und Druckstufen, die erst ab 75 Kilo aufwärts gerade so passen. Einzig X-Fusion muss zum Nachsitzen: Die Leistung der "Rux" war um eine Klasse schlechter, weil die Dämpfung die Federarbeit nicht effektiv im Zaum halten kann.


Die Testergebnisse dieser Doppelbrückengabeln gibt's unten als PDF-Download:

• BOS Idylle RaRe
• Fox 40 Float RC2 Fit
• Manitou Dorado Pro
• Rockshox Boxxer WC
• SR Suntour Rux
• X-Fusion RV-1 DH

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