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Test All-Mountain-Federgabeln [140 mm]

Vier 140-mm-Federgabeln im Vergleichstest

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 3 Jahren

Niemand verkauft mehr hochwertige MTB-Federgabeln als Rockshox und Fox. In diesem Vergleichstest von All-Mountain-Gabeln mit 140 Millimetern Federweg liefern Fox 34 und Rockshox Pike die Gründe dafür.

Die Großen fressen die Kleinen. Das Gesetz gilt nicht nur im Haifischbecken, sondern anscheinend auch in der Fahrradindustrie. Immer weniger Marken streichen immer mehr Marktanteile ein. Schaltungen kommen von Shimano oder Sram. Nahezu alternativlos. Bei Reifen vertrauen über 75 Prozent unserer Leser auf Schwalbe, Conti, oder Maxxis. Für Vittoria, WTB oder Onza bleiben nur die Krümel des großen Kuchens übrig. Und auch bei Federgabeln zeichnet sich ein deutliches Bild ab. Es scheint, als teilten die großen amerikanischen Firmen Rockshox und Fox den Markt für hochwertige Federgabeln unter sich auf. Klickt man durch verschiedene Web-Seiten der immerhin noch zahlreichen Fahrradhersteller, so stellt man fest: Kaum ein Bike oberhalb der 2000-Euro-Marke verzichtet auf ein Fahrwerk der Marktführer. Zu behaupten, es gäbe keine Alternativen zu den Platzhirschen, wäre aber falsch. SR Suntour, Formula, Manitou und viele andere Hersteller produzieren ebenfalls gute Gabeln, nur sind deren Produkte in freier Wildbahn kaum zu sehen. Dabei beweist die DVO Sapphire in diesem Test, dass auch Krümel sehr gut schmecken können – sprichwörtlich formuliert.

Einen Vorgeschmack darauf, warum Rockshox und Fox sich den Markt teilen, liefern die beiden All-Mountain-Gabeln Pike und Float 34 bereits auf der Waage in unserem Testlabor. Mit 1827 Gramm ist die Fox 34 Float in der hochwertigen Factory-Version über 200 Gramm leichter als die Konkurrenten von DVO oder X-Fusion. Die Rockshox Pike belegt im Gewichts-Ranking mit 1910 Gramm immerhin Platz zwei. Nach dem Messen der Verdreh- und Bremssteifigkeit schrumpft der Vorsprung der Fox-Gabel jedoch leicht. Denn mit 22 Newtonmeter pro Grad Verdrehsteifigkeit liegt sie fast

30 Prozent hinter der Konkurrenz. In der Praxis lässt sich jedoch kaum ein Unterschied bei der Lenkpräzision zwischen der X-Fusion (steifste Gabel) und der Fox feststellen.

Wolfgang Watzke Das Setup der Federgabel beeinflusst die Fahreigenschaften des kompletten Bikes. Viele Hersteller drucken Luftdruckempfehlungen auf die Gabel, um die Einstellung zu erleichtern.

Vor der ersten Testfahrt muss das BIKE-Testteam aber noch eine Hürde nehmen. Denn das Setup einer modernen Federgabel fordert nicht nur viel Zeit, sondern auch einiges an Fachwissen. Bei den zahlreichen Einstelloptionen bleibt manchmal sogar Fachleuten der Blick in die Bedienungsanleitung nicht erspart. Immerhin liefern bis auf X-Fusion und DVO alle Hersteller eine Luftdruckempfehlung entsprechend des Fahrergewichts auf der Rückseite der Gabel. Fox und Rockshox sind sich einig, dass für Touren-Fahrer eine einfache Verstellung der Druckstufe reichen muss. Die beiden Marktführer bieten neben dem kleinen Stellrädchen für die Lowspeed-Druckstufe zusätzlich noch die Option, mit einem großen, handlichen Regler eine effektive Plattform und sogar ein Lockout einzulegen. Die optimale Lösung, um sein Fahrwerk für den berühmten Ortsschild-Sprint oder einen langen Alpenanstieg zu straffen. DVO und X-Fusion setzen beide auf separat einstellbare High- und Lowspeed-Druckstufen und stellen damit das Fachwissen und das Feingefühl des Bikers auf die Probe. Die differenzierte Einstellung der Einfedergeschwindigkeit braucht viel Zeit und Erfahrung und ist unserer Meinung nach im Touren-Segment fehlplatziert. Sie passt besser zu Enduro-Rennfahrern, die in der Abfahrt um das letzte Zehntel kämpfen. Die OTT-Verstellung zur Anpassung des Ansprechverhaltens der DVO-Gabel ist dagegen selbsterklärend und gefällig.

Auf dem Trail untermauern Fox und Rockshox ihre Marktmacht dann endgültig. Beide Gabeln stehen hoch im Federweg und filtern Schläge effektiv, bevor sie den Fahrer erreichen. Die DVO arbeitet auf ähnlich hohem Niveau. Die günstige X-Fusion spricht schlecht an und hat vor allem mit schnellen Schlägen im rauen Gelände zu kämpfen.



Fazit Ludwig Döhl, BIKE-Testredakteur:
Fox und Rockshox lassen keine Zweifel an ihrer marktbeherrschenden Stellung aufkommen. Beide Gabeln sind nicht nur leicht, sondern lassen sich auch einfach abstimmen und überzeugten beim Praxistest auf den Trails von Finale Ligure. Wobei sich die Rockshox Pike mit einem breiteren Einsatzbereich und deutlich höherer Steifigkeit den Testsieg holt. Die Fox 34 Float Factory hat einen sportlicheren Charakter. Die DVO funktioniert in der Praxis sehr gut, verliert aber durch hohes Gewicht und kompliziertes Einstellen wichtige Punkte. X-Fusions Trace 36 wirkt veraltet und kann nicht mit dem Rest des Testfelds konkurrieren. In vergangenen Tests hatten auch Hersteller wie Formula oder Manitou nicht das Zeug, die Vormachtstellung der Marktführer anzugreifen.

Boris Beyer Ludwig Döhl, BIKE-Testredakteur


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Themen: All MountainDVOFedergabelnFoxRockshoxTestX-Fusion


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