Test Fox 34 SC Test Fox 34 SC

Neu: Fox 36 mit Grip2-Kartusche & Fox 34 SC

Fox 2019: neue Kartusche für die 36 und 34 Step-Cast

Peter Nilges am 10.04.2018

Bereits im April lässt Fox die Hosen oder besser gesagt die Tauchrohre runter und zeigt zwei MTB-Federgabeln für 2019. BIKE konnte Grip2 und die Fox 34 Step-Cast schon jetzt in Finale Ligure testen.

Der Zeitpunkt ist denkbar früh, doch bereits jetzt stellt Fox zwei Federgabel-Neuheiten für das Modelljahr 2019 vor. Mit der 34 Step-Cast präsentieren die Amerikaner analog zur 100-Millimeter-Gabel 32 SC (Step-Cast) eine leichte Version der 34er-Baureihe mit 120-Millimeter-Federweg. Zusätzlich wird die RC2-Kartusche, die es bislang in der Downhill-Gabel 40 und 36 gab, durch die neue Grip2-Dämpfungskartusche ersetzt. BIKE hat bereits beide MTB-Neuheiten in Labor und Praxis getestet.

Fox 34 Step-Cast

fox 34 Factory Step-Cast 2019

Die 34 SC bringt im 29-Zoll-Casting 1648 Gramm auf die Waage und ist für Reifen bis 2,6 Zoll frei gegeben.

Bis dato wurde die bestehende Fox 34 mit 120 bis 150 Millimeter Federweg an Trailbikes und All Mountains eingesetzt. Für Marathon-Fahrer, die etwas mehr Bergab-Performance suchen oder Trailbiker, die bei ihrem Material aufs Gewicht achten, wurde die 34 Stepcast entwickelt. Die neue Forke verfügt über kürzere Standrohre, eine schmalere Krone sowie ein schmaleres Casting, im namensgebendem Stufen-Design. Der Federweg beträgt 120 Millimeter, kann aber mit einem neuen Luftschaft auf bis zu 100 Millimeter gekürzt werden. Die Fit4-Dämpfungskartusche besitzt den gleichen Aufbau wie die 32 SC. Im Vergleich zur bisherigen 34 kommt die 34 SC mit einem kleineren Ölvolumen aus. Durch die große Reifenfreiheit des neuen Castings lässt sich die Gabel an den unterschiedlichsten Bikes verbauen. Die 27,5er-Gabel fasst Reifen bis 2,8-Zoll, in die 29er-Gabel passen noch 2,6er-Reifen.

Fox_34 SC Casting

Das stufige Casting macht die neue Fox-Federgabel etwas schlanker und spart Gewicht.

Fox 34 SC vs. 32 SC: die Unterschiede

Wer vielleicht über ein Upgrade seiner Fox-Federgabel nachdenkt und seinem Race-Fully etwas mehr Abfahrtsqualität einhauchen möchte, dürfte dieser Vergleich interessieren. Im Vergleich zur Fox 32 SC mit 100 Millimeter Federweg bringt die Fox 34 SC mit 120 Millimeter 255 Gramm mehr auf die Waage. Zu einer normalen Fox 34 mit 150 Millimeter Federweg spart sie gerade einmal 137 Gramm. Die Einbaulänge verändert sich um 32 Millimeter, wodurch der Lenkwinkel um etwa 1,5 Grad flacher wird. Diese deutliche Geometrieänderung wird nicht bei allen Bikes gelingen. Bei der Steifigkeit hat die 34 SC klar die Nase vorne. Unsere Labormessungen bestätigen eine 38 Prozent größere Verdrehsteifigkeit und 7,5 Prozent mehr Bremssteifigkeit. Mit diesen Werte liegt die leichte Fox 34 etwa auf dem Steifigkeitsniveau einer normalen 34 mit 150 Millimetern. 

Fox_34 Stepcast

Die Fox 34 SC verfügt über die gleichen Einstelloptionen wie die klassische 34.

Eckdaten der Fox 34 SC

- 1648 Gramm in 29 Zoll (+255 g zur 32 SC, - 137 g zur Standard 34)

- Verdrehsteifigkeit: 22,0 Nm/°, Bremssteifigkeit 182,3 Nm/°

- gemessene 123 mm Federweg

- Einbaulänge 532 mm (500 mm: 32 SC mit 100 mm Federweg)

- Reifenfreiheit 27,5 Zoll: 2,8er-Reifen / 29 Zoll: 2,6er-Reifen

So fährt sich die neue Fox 34 SC

In der Praxis lässt sich kein verlust der Steifigkeit durch das Step Cast Unterteil feststellen. Die neue Gabel steht hoch im Federweg und nimmt in der 120 Millimeter Version Schläge deutlich besser auf als das 32 SC Pendant mit 100 Millimeter Federweg. Der erste Fahreindruck positioniert die neue 34 Sc ganz klar in der Nähe der normalen 34er Gabel. Der leichten 32er Step Cast ist sie in jedem Gelände deutlich überlegen.

Test Fox 34 SC

Die neue Fox 34 Step Cast fühlt sich an leichten Trailbikes und Marathon-Fullys am wohlsten.

Fox Grip2 für mehr Downhill-Performance

Die neue Grip2-Dämpfungskartusche ersetzt die bisherige RC2-Kartusche und wird sowohl in der Fox 36 als auch 40 eingesetzt werden. BIKE konnte die neue Kartusche bereits in einer 36 mit 160 Millimeter Federweg ausgiebig in Finale Ligure testen. Mit der neuen Grip2-Karutsche lässt sich die Dämpfung nun vierfach verstellen. Im Vergleich zur RC2, wo High-und Lowspeed-Druckstufe sowie Lowspeed-Zugstufe reguliert werden konnten, gibt es jetzt zusätzlich die Möglichkeit, die Highspeed-Zugstufe einzustellen. Über die neue VVC-Zugstufe (Variable Valve Control) lässt sich die Gabel noch besser auf die Bedürfnisse des Fahrers anpassen. Zusätzlich wurde die Reibung innerhalb der Kartusche, die jetzt ohne Bladder auskommt, reduziert. Dadurch soll die neue 36 mit Grip2 noch feinfühliger ansprechen. Auch an der Druckstufe wurde gearbeitet, weshalb jetzt ein größerer Einstellbereich zur Verfügung steht und die Gabel viel weiter in Richtung Komfort getunt werden kann.

Fox_36_2019 mit Grip2-Kartusche

Die neue Grip2-Kartusche kommt in der Fox 36 und 40 zum Einsatz. Erstmals lässt sich auch die Zugstufendämpfung getrennt für High- und Lowspeed einstellen.

Eckdaten der Fox 36 Grip2

- 2083 Gramm (160 mm, 27,5 Zoll) (64 g schwerer als 2018er Fox 36 mit Fit4)

- 27,5 Zoll erhältich in: 150, 160, 170, 180 mm

- 29 Zoll erhältlich in: 140, 150, 160, 170 mm

- verbesserte Druckstufendämpfung mit größerem Einstellbereich

- vierfach einstellbare Dämpfung

- weniger Reibung und verbessertes Ansprechverhalten

fox_36_02

Über die neue VVC-Zugstufe lässt sich die High- und Lowspeed-Ausfedergeschwindigkeit getrennt einstellen.

Der erste Fahreindruck der Fox 36 Grip2

In der Praxis macht die Gabel eins sofort klar: Ohne Setup-Guide, ist man mit den vielen Einstelloptionen schnell überfordert. Zum Glück bietet Fox akkuart ausgearbeitete Einstellungsempfehlungen und greift dem Kunden damit unter die Arme. Die aufwendige Einstellung lohnt sich, denn bei der ersten Testfahrt überrascht die neue 36er Gabel mit extrem viel Grip. Selbst im ruppigsten Gelände hält die Gabel das Vorderrad immer am Boden. Die Rückmeldung über den Trail kommt anders als beim 2018er Modell angenehm gedämpft im Lenker an. Die Ermüdung der Unterarme ist dadurch deutlich geringer als in der Vergangenheit. Außerdem scheint es als sei die neue Gabel weniger anfällig gegenüber kalten Temperaturen. Frühere Modell funktionierten im Herbst oder Winter deutlich schlechter. 

Peter Nilges am 10.04.2018