Max Fuchs
· 06.09.2026
360-Grad-Kameras haben auf dem Mountainbike einen entscheidenden Vorteil: Die Kamera muss beim Start noch gar nicht wissen, wo später der perfekte Bildausschnitt liegt. Die Osmo 360 II zeichnet die komplette Umgebung auf. Den finalen Blickwinkel legt man erst beim Schnitt fest.
DJI kombiniert dieses Prinzip jetzt mit 8K bei 60 fps Slow Motion, einem 1-Zoll-HDR-Sensor und 14,5 Blendenstufen Dynamikumfang. Dazu kommen AI SuperNight 2.0 für schlechte Lichtverhältnisse und eine elektronische Bildstabilisierung.
Wichtig: Wir haben die Osmo 360 II bislang nicht selbst getestet. Aussagen zu Bildqualität, Stabilisierung, Akkulaufzeit oder Bedienung geben deshalb ausschließlich die Herstellerangaben und unsere technische Einschätzung wieder.
Der Clou einer 360-Grad-Kamera mit 8K steckt in der Freiheit beim Setup auf dem Trail und beim Schnitt danach. Die Osmo 360 II nimmt die komplette Umgebung auf. Aus einer Aufnahme entstehen später mehrere Perspektiven, und man läuft nie Gefahr, durch eine falsche Ausrichtung die Action zu verpassen.
Die 8K-Aufzeichnung mit 60 fps liefert dafür reichlich Reserven, später aus dem Rohmaterial den gewünschten Ausschnitt zu wählen.
Für MTB-Filmer dürfte genau das interessant sein: Eine einzige Aufnahme kann mehrere Perspektiven liefern, ohne die Kamera zwischen den Runs neu ausrichten zu müssen.
Mountainbike-Trails wechseln ständig zwischen praller Sonne, tiefem Wald und Gegenlicht. DJI setzt deshalb auf einen 1-Zoll-HDR-Sensor mit bis zu 14,5 Blendenstufen Dynamikumfang.
Dazu soll AI SuperNight 2.0 bei wenig Licht für sauberere Bilder sorgen. Gerade auf dunklen Waldtrails oder bei späten Feierabendrunden klingt das vielversprechend. Der hohe Dynamikumfang ermöglicht klare Bilder auch bei hohen Licht-Schatten-Kontrasten und praller Sonne.
Wie gut die Kamera diese Situationen tatsächlich beherrscht, können wir ohne eigenen Test allerdings nicht beurteilen.
Eine der spannendsten Neuerungen bei DJIs zweiter 360-Cam dürfte vor allem für MTB-Fahrer interessant sein: Die Linsen sind austauschbar.
DJI schützt die beiden Optiken mit einer besonders harten Beschichtung gegen Kratzer und Verschleiß. Geht eine Linse trotzdem nach einem Steinschlag oder Sturz kaputt, muss nicht gleich die komplette Kamera ersetzt werden, sondern man greift zu Wechsellinsen.
Gerade im harten Bike-Einsatz klingt das nach einem der sinnvollsten Fortschritte der neuen Generation.
DJI integriert 105 GB Speicher direkt in die Kamera. Das ist bei großen 8K-Clips praktisch, die sehr große Datenmengen produzieren. So muss man sich neben der neuen Actioncam nicht sofort eine teure Speicherkarte kaufen, sondern hat genügend Kapazität auf der Kamera selbst. Wem der Platz nicht reicht, kann den Speicher aber per Karte erweitern.
Bei 8K/30 fps schafft die Osmo 360 II laut DJI bis zu 100 Minuten Daueraufnahme. 80 Prozent Akkuladung sollen nach 22 Minuten am Netz wieder erreicht sein.
Wer länger filmen möchte, kann den optionalen Akkuverlängerungsstab einsetzen. DJI verspricht damit bis zu 180 Minuten zusätzliche Laufzeit.
Mit der Spotlight-Follow-Funktion verfolgt die Kamera ein Motiv automatisch und hält es im Bildzentrum. Gerade bei 360-Grad-Aufnahmen kann das die Nacharbeit vereinfachen.
Dazu kommt das Sports Dashboard, das Fahrdaten in die Aufnahmen integrieren kann. Für MTB-Clips lässt sich der Action-Shot damit direkt mit zusätzlichen Informationen anreichern.
Die DJI Osmo 360 II verbindet das flexible 360-Grad-Konzept mit beeindruckenden Eckdaten: 8K/60 fps, 1-Zoll-HDR-Sensor, 14,5 Blendenstufen, AI SuperNight 2.0 und 183 Gramm.
Für Mountainbiker stechen vor allem drei Dinge heraus: die freie Perspektivwahl nach der Fahrt, die gute Low-Light-Performance und die austauschbaren Linsen. Gerade Letzteres macht eine 360-Grad-Kamera mit ihren exponierten Linsen überhaupt erst geländetauglich.
Mit 589 Euro in der Standard Combo und 739 Euro als Adventure Combo ruft DJI allerdings einen ambitionierten Preis auf. Ob Bildqualität, Stabilisierung und Akkulaufzeit dieses Niveau rechtfertigen, muss ein Praxistest zeigen.

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